Ein trauriger Fall:
3. Feb 1839 KB Proseken in Mecklenburg-Schwerin
"Marie Sophie Friederike, uneheliche Tochter des Webergesellen Johann Joachim Rex zu Gaegelow u der Anna Möller zu Hinter Wendorf, wo das Kind starb.
4 Jahre.
fiel in ein Gefäß voll siedenden Wassers u starb gleich darauf."
Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle
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Hallo,
heute wieder zwei Fälle aus "Leben kann tödlich sein"(aus dem KB von Jöhstadt):
Am 10.7.1573 wurde Simon Puschman beerdigt, der Pfarrer bemerkte lapidar im Sterbeeintrag "von seiner Scheun gefallen".
Am 1.1.1612 war die Beerdigung von Abraham Lahl, der "so im Schnee erfroren den 29. Dezemb: und aufs Schulmeisters gut am Zaun tod gefunden...".
Lg, Claudia von den bergkellnersEinen Kommentar schreiben:
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Folgenden Eintrag habe ich im KB Schwanefeld 1718 gefunden:
Dom: V. post. Epiph: ist alhier ein armer lahmer Mann und Krüppel, welcher von Beendorff auff einem Schlitten hergefahren und plötzlich gestorben, begraben also er in ein platt Sarg geleget und von etlichen guten Leuten auch Christian Sporleder hierso nach dem Kirchhofe getragen und an der Kirchmauer verscharrt und ist dabey gesungen worden. Gott gebe: woher dieser Mann gebürtig gewesen hat man nichts erfahren können.
LG JennyEinen Kommentar schreiben:
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KB Mansbach
"Den 3. Junii (1798) nachtmitt. 1 Uhr starb Anton Rudolph, des Johannes Rudolphs dahier nachgelassener ehel. Sohn, welcher von Andreas Röder dahier am 30. Junii vorher 3 Uhr nachmitt. mit einem Heurechen, weil er ihm eine Rose aus dem an der Straße liegenden Gärtchen nehmen wollen, also unvorsichtig geschlagen wurde, daß er eine bis ins Gehirn reichende Wunde erhielt und unter großem Schmerze sein Leben endigen mußte.
Am 4. Jul. vormittags wurde sein Cörper gerichtlich secirt und nachmittags 3 Uhr christlich dahier zur Erde bestattet. Er war zu Vacha 1781 den 25. Jul. gebohren und nun alt 16 J., 11 M. und 8 T. Seine Mutter ist Anna Barbara Bickenbergin (Bückenberg) aus Harnrode."Einen Kommentar schreiben:
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Mein armer Urgroßonkel hat "Imbezilität und Tuberkulose" in der Sterbeurkunde stehen.Einen Kommentar schreiben:
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Mein Opa spuckte mal ein Stück Knochen aus seinem Eisbein, das er bei der Linsensuppe verzehrte und sagte "Die Metzgerinnen haben alle keine Kraft in den Armen. Müssen mehrmals draufschlagen bis der Knochen durch ist und dann splittert alles. Früher war alles besser, wo noch Männer den Beruf ausübten."
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Gerade in einer Nebenlinie entdeckt: Johannes Hartmann starb 1872 in Heiligenrode "in Folge einer Lungenverletzung durch einen in einem Bissen Fleisch versteckten Knochen, der in der Speiseröhre stecken blieb". Klingt nach keinem schönen Tod.
Da sieht man mal wieder, wie gefährlich selbst so alltägliche Dinge wie die Nahrungsaufnahme sein können
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Hallo,
bei einer 1884 als Witwe mit 55 Jahren verstorbenen Frau heißt es:
"Ohne kirchliche Mitwirkung still beigesetzt. War eine dem Trunk im höchsten Maße ergebene Person."
LG WolfgangEinen Kommentar schreiben:
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Hallo,
aus den reichen Erlebnisschätzen meines verstorbenen Vaters, erinnere ich mich auch an eine Geschichte anläßlich einer Hochzeit Anfang der 1930-iger Jahre mit Todesfolge.
In dem sehr kleinen Dorf war es Brauch, daß das Hochzeitspaar Kuchen zum Hoftor heraus an die übrigen Dorfbewohner austeilte. In diesem Fall aber ließ sich weder Braut noch Bräutigam sehen. So rief man im Chor:
"Ist der Kuchen nicht geraten,
essen wir auch einen Schweinebraten!"
Einige Ungeduldige hämmerten schon am Tor. Trotz des Lärms blieb die Hochzeitsgesellschaft für sich. Man versuchte es mit verschiedenen Zurufen. Die Stimmung wurde gereizter. Es soll sich über Stunden hingezogen haben, aber nichts half. Schließlich stimmte man nochmal gemeinsam, aber deutlich aggressiver und drohender an:
"Ich bin der kleine König,
gebt mir nicht so wenig,
gebt uns etwas viel,
sonst kommen wir mit dem Besenstiel!"
Über so viel Geiz kam man zum Schluss so in Rage und die Stimmung kippte total. Einige Dorfburschen und Bauernknechte zerschlugen den Brauteltern das gesamte Hoftor.
Das war gar nicht mal klein, sondern da konnte ein Fuhrwerk raus und ein anderes gleichzeitig rein fahren. Also ein großer materieller Schaden. Nun aber freie Sicht.
Über Nacht starb die Große Mutter (Oma) der Braut. Am andern Tag hieß es im Dorf: "Bevor die ein Stück Kuchen rausgeben, fressen die sich lieber tot!"
Mein Vater (4 Jahre alt) fragte seinen Vater ob man sterben muß, wenn man viel (fr)ißt.
Mein Großvater, der die deftige Sprache auf dem Dorf nicht teilte, beantwortete diese Frage nicht. Er meinte nur, der Doktor hätte Darmverschluss gesagt.
Mein Vater verstand dies natürlich noch nicht. Aber es beruhigte ihn und er dachte bei sich: "Bloß gut, daß wir so arm sind! Mir haben gar nicht so viel Essen und durch unser niedriges Hoftor kann man sowieso durchsehen."
Kurz vor einer weiteren Hochzeit nach dem Krieg, gab es 2 Festnahmen im Dorf nach Schwarzschlächterei. Statt einem Schwein, waren zwei geschlachtet worden. Vielleicht wollte man so das Hoftor retten!
Beste Grüße
ArtschEinen Kommentar schreiben:
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Im Sterbeeintrag meines direkten Vorfahren Albert Käting fand ich gestern folgende Todesursache:
"Heftige Gehirnerschütterung veranlaßt durch einen Sturz in einen Brunnen - bei Gelegenheit einer Hochzeitsfeier"
Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt!
Lg, Andreas der bergkellnerEinen Kommentar schreiben:
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Das hatte ich auch das erste mal vor ein paar Wochen in einem Kirchenbuch in Württemberg. Finde, dass es ziemlich schön klingt und viel besser als Altersschwäche
Liebe Grüße
JanaEinen Kommentar schreiben:
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Guten Abend,
bei Durchsicht meiner "alten" Zettelage fand ich einen Vermerk aus einem
KB in dem der Pfarrer/Pastor bei der Todesursache nicht "Altersschwäche"
"Entkräftung" usw sondern m.E. sehr philosophisch
" Nachlaß der Natur "
eingetragen hat.Einen Kommentar schreiben:
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"Interessante" oder "Merkwürdige" Sterbefälle bei mir:
"Salomon Zenker, gewesener Richter alhier starb des 8ten Junij, und also
zwar nachdem Er Sonntags vorher als 6ten dito frisch und
gesund zum Trunk bey Geörg Augustin Zenker sich ver-
füget, und zu nachts nach 1 Uhr nacher Hauß gehen wollen, unter
unterwegs aber nechtst bei David Weykert in den 3 feder(?) Schacht
oder alten Pingen durch einen fehl Tritt /: massen der weg nahe daran
vorbey gehet :/ schmerzlich hienein gefallen, und das gesicht der-
gestalten Innerlich gestalten Innerlich zerschüert daß man ihme all seine
Zähne heraus nehmen können, Er aber nachdeme Er 3 Stund
in Weh und Kält bis an Lichten Morgen in seinen Blut liegen müssen
vollents des ander Tags aber Zeüg des Verstands schmerztl. ver-
schieden" (Autsch! Klingt nach ner üblen Art zu sterben...).
Christian Siegel - ging 1666 mit seiner Frau nach Hause, nahm eine "Abkürzung" über einen gefrorenen See, das Eis brach, er ertrank (genaue Formulierung grade nicht parat)
Abseits des Stammbaums bei der Lektüre des Kirchenbuches und anderer Quellen gefunden:
- Hinweis beim Sterbematrikel einer 48jährigen: "Hat kein Ruh in der Erden gehabt ist letztlich verbrannt worden") - Hinweis auf den in Mähren verbreiteten Vampirglauben vermutlich? Das war 1725
- Bei einem Verwandten eines Vorfahren ist dokumentiert, dass er kurz vor seiner Priesterweihe "bei einem Spaziergang im Wald ein Gespenst sah" - und dann noch in der selben Nacht verstarb, ohne, dass man einen Grund für seinen Tod feststellen könnte.Einen Kommentar schreiben:
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Zwar nicht tot, aber doch eine seltsame Verwundung während des Krieges.
Merke: pass aufs Nashorn auf.
MfG BerndAngehängte DateienEinen Kommentar schreiben:
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Aus einem Dörlesberger Standesbuch:
(1841) ... in der Nacht vom dreiundzwanzigsten Juli zwischen zehn und zwölf Uhr, während des Schlafens ihrer Wärterin, entwich in einem Anfalle von Fieberhitze aus dem Hause und wurde um ein Uhr darauf an der am oberen Brunnen befindlichen Wand, in Folge der plötzlichen Abkühlung im kalten Wasser von einem Nervenschlag getroffen, dort gefunden die Dienstmagd Theresia Kettemann von Eubigheim gebürtig, ehelich ledige Tochter des ...Einen Kommentar schreiben:
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