Transkription
Hallo,
Transkription des oben von TükkersMitÜ (#842) erwähnten Eintrags aus dem Kirchenbuch von Mühlatschütz (zeilen- und buchstabengetreu, aber mit heutiger Groß- und Kleinschreibung):
Den 27. Decembr. ist Anna Heyderin, gebohrne Auligin zu Müh-
latschütz in einem Bad unmächtig worden, bald darauf von e. hefftig
Brustfluß überfallen u. in einer halben Stund gestorben. NB Diese
Persohn Anna Heiderin hat in ihrem Wochenbett dem Argen ihre See-
le versprochen |: laut dero Bekentnüß | : welche mir viel Näch-
te den Schlaf aus den Augen gewischt und viel Arbeit gemacht, so das ich
auch die Feyertage über Tag u Nacht fast bey ihr gewesen, u hertzinnigst Jesum
angerufen umb Vergebung der Sünden. Sie ist des Morgens umb
9 Uhr in Ohnmacht geblieben, u den Sontag darauf mit einer
polnischen Leichpr[edigt?] beerdiget worden. Ihres Alters 23 Jahr 10 Wochen.
Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle
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Hallo
Zufällig habe ich letzte Woche in einem Museum in der Schweiz auch so ein Original-Papier aus dem Jahr 1831 oder 1832 gesehen, in dem bestätigt wurde, dass die betreffende Person seit so und so viel Tagen in keinem Ort war, wo die Cholera herrschte, und dass in der niederländischen Stadt, die das Papier ausgestellt hat, auch seit einem bestimmten Datum kein Cholera-Fall mehr aufgetreten sei. Das Ganze musste ich selber aus dem niederländischen übersetzen, denn das Museum hat dieses Papier nur lapidar als "Passierschein" betitelt.
Gruss
SvenjaEinen Kommentar schreiben:
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Hallo Andrea,
Das ist bei meinen Vorfahren kaum anders. Bisher habe ich lediglich einen Todesfall wegen Cholera gefunden, während der Epidemie 1831/32. Interessanter ist eine Legitimationskarte von 1832, die noch im Original vorliegt. Wer in jenen Jahren verreiste, musste sich so eine Karte bei der Polizei besorgen und in jeder Herberge mit Stempel bestätigen lassen, dass er dort gesund angekommen ist. Fast wie heute ...
Gruß E. Schmidt.Einen Kommentar schreiben:
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Im Obstkeller erstickt?
Servus,
einen Eintrag im Sterberegister von Lenggries (an der Isar) von 1770
AEM München-Freising CB219 Lenggries-St. Jakob - 1619-1970
Signatur CB219, M4040, S. 304 ganz unten
lese ich als
"Maria Rechthalerin soluta vom Cränzler in cella á vapore prunarium suffocata"
wobei "suffocatus" in diesem Register auch bei Ertrinken in der Isar verwendet wird.Einen Kommentar schreiben:
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Spannend! Findet sich jemand, der es vollständig transkribiert? Ich kann leider nur Teile lesen.Einen Kommentar schreiben:
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Beim Durchsuchen des ev. Kirchenbuchs Mühlatschütz (Krs. Oels/Schlesien) bin ich auf folgendes gestoßen: https://www.ancestry.de/imageviewer/...2&pId=10729951
Ich habe es nur überflogen, aber anscheinend ist eine junge Frau 1708 nach einem Badeunfall gestorben. Der Pfarrer hat aber vermerkt, dass diese junge Frau im Wochenbett ihre Seele "dem Argen" (= dem Teufel?) versprochen hatte. Dies bereitete dem Pfarrer viel Kopfzerbrechen. Am Ende hat er sie wieder bekehren können.
Viele Grüße
AnnikaEinen Kommentar schreiben:
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Ich nochmal.
Habe noch einen ungewönlicheren Todesfall:
Gottfried Bergmann, gestorben in Zettlitz am 18.08.1793 "5 Uhr, an den Folgen eines 8 Tage zuvor geschehenen Falles von einem Kirschbaum."
Gruss
ThomasEinen Kommentar schreiben:
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Hallo
folgenden gewaltsamen Tod im 30-jährigen Krieg musste ein Vorfahr von mir erleiden:
Burckhardt Voigt, 18.10.1632 in Roda b. Frohburg
"wurde von den Barbaren gestoßen und tödlich am Haupte verwundet."
Gruss
ThomasEinen Kommentar schreiben:
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Bei einem Sterbeeintrag einer Dame in den 1790ern gefunden:
Hat über 30 Jahr in Brieg erfolgreich in treuen Diensten gestanden, dann aber schnell alles versoffen. Todesursache: Trunksucht, 53 Jahr alt.
Bei Männern liest man das ja öfter, bei Frauen habe ich das so noch nicht gelesen.Einen Kommentar schreiben:
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Was denke ich denn.
Kopf oder Herz oder Leber oder Hirn.
Spaß beiseite: Ihr findet soviele interessante Todesfälle. Ich habe, bis dato, "nur" folgende gefunden, vor allem an Krankheiten: Typhus, Tuberkulose, Lungenentzündung, Herzschwäche, Altersschwäche, Syphilis (bei einer Dame), sowie diverse Krebsarten.
Langweilig. Halb freue ich mich darüber, halb "ärgere" ich mich darüber.
Herzliche Grüße
AndreaEinen Kommentar schreiben:
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Etwas tragikomisch: ein direkter Vorfahre von mir, Johann Nikolaus Ziemer, starb 1818 in Eschborn "an den Folgen einer [...] erhaltenen Quetschung, in der Kießgrube zu Unterliederbach, wo selbst er arbeitete, und ein Klumpen Kies auf ihn stürzte, und die edlen Theile beschädigte."
Oha.
Beste Grüße
SebEinen Kommentar schreiben:
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Sehr freundlich! Ich erinnere mich einmal in einem Kirchenbuch darauf gestoßen zu sein, dass der ein Mann beerdigt worden war und erst danach jemand vor das Gericht zog und verlangt der Herr sollte wieder ausgebuddelt werden, eben aus dem Grund.Einen Kommentar schreiben:
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En Pfarrer mit Herz:
4. Januar 1807 Catharina Margaretha Oeverdick von Wandelwitz, Witwe des Thomas alt geworden ohngefähr 46 Jahr- Sie hat einige Jahre an der Schwermuth gelitten und sich selbst erhängt. Da diese Person sich immer sehr gut betragen hat, so konnte ich es den Verwandten nicht versagen, daß sie bey ihrem sel Manne begraben würde. Sie ward des Morgens still beerdigtEinen Kommentar schreiben:
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