Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle

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  • Geschichtensucher
    antwortet
    Zitat von Der Görlitzer
    Sterbeeintrag aus dem Kirchenbuch Nassau - 08.03.1630

    "8. Michael Mende Senior von 123 Halbjharen, starb
    den 8 Martii, und wardt den 10 hierauf
    mitt einer Leichenpredigt ....... zur
    Erden bestattet"

    Seltsam ist es keines Wegs, aber enorm interessant, sollte dieser Mann wirklich so alt geworden sein. Fraglich wäre, ob er 122 1/2 Jahre alt war oder 123 1/2 Jahre alt geworden ist. Dies lässt sich wohl heute nicht mehr beantworten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Meint ihr nicht, dass 66,5 ganze Jahre gemeint sind?

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  • Sbriglione
    antwortet
    Ein weiterer Sterbeeintrag aus Olvenstedt, dieses Mal aus dem Jahre 1710:

    "Den 6. Sept. nachmittags um 4 uhr, Abraham Nehrings Sohn Jürgen Nehring, mit andern Kindern bey der neuen Widmühle gespielet, sich an die Flügel, da sie umgegangen, angehänget, und davon herunter gefallen, also daß er den rechten Arm entzwey gebrochen auch an Kopffe und Leibe sehr beschadiget worden, also daß er den folgenden Tag den 7 Sept. abends um 10 Uhr gestorben den 11 Sept. drauff begraben".

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  • Sbriglione
    antwortet
    Hufeisen bringen nicht immer Glück...

    Aus dem Sterberegister von Olvenstedt (bei Magdeburg) von 1682:

    "Den 28 Mai war der Sontagk Exaudi, ist Jochim Kihn, nachdem er dem nachmittages Gottesdienst beygewohnet heim aus hinterm Kirchhoff auffs feld geritten, und wie er unterwegens ein Huffeysen liegen sehen, ist er vom Pferde herab gestiegen und hatt solches auffgenommen, weil er aber wegen unvermögenheit nicht wiederumb auffs pferdt kommen können, hatt er das pferd neben sich hergeleitet, und da ers als eß am wege vom getreide was abbeißen wollen zurück gerißen, ist das pferd (weil es sehr bößig soll gewesen seyn) ergrimmet worden, ist auf ihn zugefahren und hatt ihm den linken arm entzwey gebißen und den rechten mit vielen wunden verletzet, hatt ihm mit dem Maul die brust gefaßet und hoch in die Höhe gehebt, und wie es müde geworden, hatt es sich mit den huffen auff ihn geleget, ihn verner gebißen, und sich uber ihn her gewältzet, also daß es ihn damals umgebracht hette, wenn nicht leute darzu kommen weren, wie er selbst des andern tages als er sich berahten laßen, bekannt. Und ob ehr wohl unter die hand des Arzttes gebracht worden ist er doch immer schwacher worden und endlich den 2 Junii vormittages gestorben, auch noch den selben tag, weile er sehr zu riechen angefangen, auch das Pfingst fest für der thür war, mit einer leichenpredigt begraben worden. Gott behüte einen jeden für dergleichen und anderm unglück mit allen gnaden".
    Zuletzt geändert von Sbriglione; 25.01.2024, 10:10.

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  • consanguineus
    antwortet
    Hallo Bienenkönigin,

    ich gehe von einer chronischen Bronchitis aus. Beim Pferd kennen wir die "Dämpfigkeit". Das ist im Prinzip auch so etwas.

    Viele Grüße
    consanguineus

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  • Bienenkönigin
    antwortet
    Zitat von Sbriglione
    "den 7 Martii Dienstags abends zwischen 5 und 6 Uhr ist der alte Andreas Heyer im Dampf gestorben, und Dom. Reminiscere begraben, war alter Jahre und ein Vater vieler Kinder, in dem derselbe mit seinen drey Frauens 22 (!!!) gezeuget hat".
    Hallo,
    interessant, aber was bedeutet das "im Dampf gestorben"?
    Viele Grüße
    Bienenkönigin

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  • Sbriglione
    antwortet
    Aus dem Sterberegister von Rohrsheim im Jahre 1682:

    "den 7 Martii Dienstags abends zwischen 5 und 6 Uhr ist der alte Andreas Heyer im Dampf gestorben, und Dom. Reminiscere begraben, war alter Jahre und ein Vater vieler Kinder, in dem derselbe mit seinen drey Frauens 22 (!!!) gezeuget hat".

    Das Fiese daran: er war sehr wahrscheinlich einer meiner Vorfahren und die Kirchenbücher von Rohrsheim starten erst im Jahre 1673...

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  • Der Görlitzer
    antwortet
    Stimmt! Jetzt fällt es mir auch auf. Die zweite Variante habe ich bislang auch noch nicht gesehen. Sollte also 122 1/2 Jahre heißen. Ergibt auch mehr Sinn.

    Mit freundlichen Grüßen

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  • Sbriglione
    antwortet
    Zitat von Der Görlitzer

    Seltsam ist es keines Wegs, aber enorm interessant, sollte dieser Mann wirklich so alt geworden sein. Fraglich wäre, ob er 122 1/2 Jahre alt war oder 123 1/2 Jahre alt geworden ist. Dies lässt sich wohl heute nicht mehr beantworten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Nach meiner Erfahrung sollte die Altersangabe wohl 122 1/2 Jahre bedeuten (einer meiner Vorfahren hatte "viertehalb Hufen Ackers unterm Pflug". Die Zusammenrechnung der einzeln angegebenen Ackerstücke ergab eindeutig 3 1/2 Hufen. Entsprechende Benennungen in gleicher Bedeutung habe ich immer wieder gefunden, die andere Variante dagegen nie.

    Beste Grüße!

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  • Der Görlitzer
    antwortet
    Sterbeeintrag aus dem Kirchenbuch Nassau - 08.03.1630

    "8. Michael Mende Senior von 123 Halbjharen, starb
    den 8 Martii, und wardt den 10 hierauf
    mitt einer Leichenpredigt ....... zur
    Erden bestattet"

    Seltsam ist es keines Wegs, aber enorm interessant, sollte dieser Mann wirklich so alt geworden sein. Fraglich wäre, ob er 122 1/2 Jahre alt war oder 123 1/2 Jahre alt geworden ist. Dies lässt sich wohl heute nicht mehr beantworten.

    Mit freundlichen Grüßen

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  • Sbriglione
    antwortet
    Sterbeeintrag eines entfernten Verwandten von mir im Sterberegister zu Harbke aus dem Jahre 1757:

    "Um diese Zeit [23.01.1757] wurde auch kund, daß Heinrich Jacob RUSTENBACHS, des Cossathen alhier Sohn, auch Heinrich Jacob genannt, der unter die Preussische Armee nach Sachßen, als ein Stück-Knecht mitgenommen worden, den 4ten Januari zu Dresden im Lazareth gestorben sey. Er soll daselbst von den viel genossenen Weintrauben, anfangs die Ruhr bekommen haben, zuletzt aber ganz ausgezehre seyn, daß ein pures Celeton von ihm übrig geblieben".

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  • Bienenkönigin
    antwortet
    Guten Morgen,
    in der Nähe der Wieskirche (Pfaffenwinkel, Bayern) kam 1847 ein 71jähriger Bauer mit seinem Gefährt vom Wege ab und ertrank im Wasser eines Grabens. Er wurde am nächsten Morgen von der Erntedank-Prozession entdeckt.
    Die genaue Geschichte hat der Pfarrer hier festgehalten (vierter Eintag):


    Viele Grüße
    Bienenkönigin

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  • Adrian09
    antwortet
    Hallo,
    Bei meinem 4x Urgroßvater steht, dass dieser in der Nacht vom 15. auf den 16. September 1886 von seinem Schwiegersohn im Jähzorn erschlagen wurde.

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  • Andrea1984
    antwortet
    Habe gerade zufällig einen Sterbeeintrag gefunden. Selbstmord durch Erhängen.
    Der Pfarrer hat ergänzt: Zustand geistige Verwirrung.

    Der Herr hat im frühen 20. Jahrhundert gelebt und dennoch oder geradeshalb ein christliches Begräbnis erhalten.

    Wow, damit hätte ich nicht gerechnet.

    Traurige Grüße

    Andrea

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  • Sbriglione
    antwortet
    Aus dem Sterberegister der Peter-und-Pauls-Kirche zu Halberstadt für die Jahre 1696 - 1716 für das Jahr 1706:

    "Ernst Heinrich Bätzendorff Schuknecht aus Zelle bürtig, welcher durch einen noch unbekannten Zufall da er des Abendts im finstern von der Herberge nach Hause gehen wollen, in den Brunnen in der oberpaulsstraße gestürzet und darin ersoffen, des Abends in begleitung etl. paar Männer und Schuknechte da Hlr. Past. Altewin die Collecte gesungen, auch vor u. nach unser Hlr. Cant. mit 10 paar Knaben gesungen, auf dem neustädtischen Kirchhof beygesetzet. aetat."

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  • Andrea1984
    antwortet
    Gerade habe ich einen etwas kuriosen Todesfall gefunden, in der Hauschronik Ebensee:

    Ein Bub (ein Bruder einer Vorfahrin von mir) ist im Alter von 4 1/2 Jahren im Jahr 1651 beim Schlittenfahren in der Traun ertrunken.

    Mehr Informationen gibt der Eintrag nicht her.


    Traurige Grüße

    Andrea

    P.S. 1946 oder 1947?
    Zuletzt geändert von Andrea1984; 12.12.2023, 23:59.

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