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  • gki
    Erfahrener Benutzer
    • 18.01.2012
    • 4856

    Reverendo Kuh

    Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1699
    Region, aus der der Begriff stammt: Bayern

    in der Lesehilfe haben wir eine Abkürzung aufgedröselt, "Rvdo" heiß "reverendo".
    Die Abkürzung wurde offenbar in Übergabeprotokollen hauptsächlich in Verbindung mit Kühen gebraucht.
    Hier ist eine Fundstelle, wo die Abkürzung ausgeschrieben auftaucht:
    In der Geschichte des Lechrains widmet sich Johann Georg Lori (1723-1787) seiner eigenen Heimat. Das Werk blieb unvollendet. Erschienen ist nur der zweite, die Quellen enthaltende Band, während der erste Band mit der Darstellung nie vollendet wurde. Der Quellenband enthält 520 Urkunden aus der Zeit von 1030 bis 1765, wobei nur wenige Stücke aus der Zeit vor der Mitte des 13. Jahrhunderts stammen. Die meisten jüngeren Stücke sind bis heute ungedruckt. Die Bezeichnung Lechrain ist insofern irreführend, als heute dieser Landschaftsname vor allem auf den Landkreis Landsberg am Lech bezogen wird. Demgegenüber behandelt Lori die die Geschichte des gesamten bayerischen Grenzgebiets gegen Schwaben, vom Raum Füssen im Süden bis Donauwörth. Das inhaltliche Spektrum der abgedruckten Dokumente ist sehr breit. Sie betreffen Herrschaftsrechte (u.a. auch das Konradinische Erbe), Grenzfragen und Grenzbeschreibungen, Wasserbauten am Lech, Privilegien für Klöster, Städte, Märkte und Dörfer, Jagd- und Wildbannfragen, Waldnutzungs- und Weiderechte und Handel und Transportwesen (Geleit, Niederlagsrechte, Rottfuhrwesen, Zölle, Steuern und Ungeld).

    Dort werden auch Pferde erwähnt, die nicht mit der Abkürzung belegt werden.
    Die Abkürzung taucht auch in einigen Briefprotokollen auf, die mir vorliegen.
    Hier wird das so gedeutet, daß sich der Schreiber quasi für die Erwähnung des "unreinen" Tiers entschuldigt:


    Verano

    "Dort werden auch Pferde erwähnt, die nicht mit der Abkürzung belegt werden."
    Bei google.books findet man auch Hinweise auf Reverendo Pferde.

    henrywilh

    Die Deutung, dass "reverendo" als quasi-entschuldigendes Füllwort vor der Nennung von etwas Anstößigem verwendet wurde, wird bestätigt durch viele Funde von "reverendo Abdecker"!

    Zitat:
    Zitat von Verano
    Bei google.books findet man auch Hinweise auf Reverendo Pferde.

    Vielleicht nur scheinbar. Was ich gefunden habe, war der "reverendo Pferde-Dieb"!

    Verano

    http://www.archivportal-toel-wor.de/m/index.php?id=308
    Sieht so aus, als wenn wirklich um Nachsicht für das folgende Wort gebeten wurde.

    Anna Sara Weingart

    sinngemäß Verwendung:
    reverendo = "Achtung jetzt kommt ein anstößiges Wort, dass für die Beschreibung eines Sachverhalts notwendig ist, und nicht eine Beleidung an Sie sein soll"
    Gruß
    gki

    Kommentar

    • Waltschrat
      Erfahrener Benutzer
      • 20.07.2016
      • 151

      Bedeutung der Abkürzung "sen" oder Ähnliches

      Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: ca. 1790
      Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Potworow
      Konfession der gesuchten Person(en): -
      Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): siehe Text
      Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive): siehe Text

      auf der Seite

      und vielen anderen Seiten dieses Kirchenbuchs taucht die Bezeichnung "sen" oder Ähnliches sowohl beim Kind (Joseph Koza) als auch beim Vater (Jakob Koza) auf.
      Auf dieser Seite ist zusätzlich der Name "Korda" und nicht "Koza" unterstrichen.
      Was bedeutet jeweils dieser zweite Name?

      Friedrich

      das Wort soll nicht sen. sondern seu = oder heißen. Danach folgt der Vulgoname. Das seu könnte man theoretisch auch mit genannt oder vulgo wiedergeben.

      Kommentar

      • Wallone
        Erfahrener Benutzer
        • 20.01.2011
        • 2423

        Submontanis (Latein aus Polen)

        Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1769 bis ca 1780
        Region, aus der der Begriff stammt: Wagrodno, Polen

        Ihr findet hierunter drei Einträge aus Polen wo immer wieder das Wort "(de) Submontanis" auftaucht.
        Eintrag 1025:
        http://metryki.genealodzy.pl/metryka.php?ar=8&zs=6639d&sy=105&kt=1&plik=1018-1027.jpg#zoom=1.7304964539007092&x=0&y=1588
        Eintrag 54:
        http://metryki.genealodzy.pl/metryka.php?ar=8&zs=6639d&sy=105&kt=1&plik=0052-0062.jpg#zoom=1.4219858156028368&x=140&y=1621
        Eintrag 443:
        http://metryki.genealodzy.pl/metryka.php?ar=8&zs=6639d&sy=105&kt=1&plik=0442-0452.jpg#zoom=1.4219858156028368&x=47&y=417

        Gast malu

        ich vermute eine Ortsangabe, entsprechend dem deutschen UNDERBERG.
        Gibt es einen heutigen Ortsteil namens PONIZEJ GORZE?
        Oder ist es die Frau des Bergmanns?

        Wallone

        Eine Ortschaft namens PONIZEJ GORZE habe ich nicht in der Gegend gefunden.
        Hier ist die Gegend:
        https://www.google.lu/maps/place/W%C...8!4d21.0270166
        Ob es da Kohlengruben gibt weiss ich auch nicht.

        gki

        vielleicht ist eine Herrschaft oder eine Nachbarpfarre gemeint?

        Wallone

        Vielleicht, ich weiss nicht.
        Wäre es möglich daß es eine Familie Bienko(wa) oben und eine andere unten (submontanis) geben würde?
        Aber auf Google Earth scheint diese Gemeinde ziemlich flach zu sein. Höhendifferenz: von 110 bis 115 Mt.

        Anna Sara Weingart

        ich finde die Gegend schon recht bergig. (Natürlich nicht so wie Luxemburg)
        "Submontanis" bedeutet: am Fuß des Berges (oder unterhalb des Berges).
        Nun sieht man auf der topografischen Karte, dass der Ort Wagrodno aus den Teilen Wagrodno (am Fuß des Berges) und Wagrodno Nw. (auf dem Berg) besteht.
        Falls der Pfarrer für beide Ortsteile zuständig war könnte er zur Unterscheidung das Wort "submontanis" verwendet haben.
        Siehe Karte
        Miniaturansicht angehängter Grafiken


        Wallone

        Das ist sehr überzeugend, aber wie kommst Du auf die Interprätation " Wagrodno Nw." wäre gleich " auf dem Berg".
        "Nowe" heisst doch "neu", oder?

        Anna Sara Weingart

        Ja, der Ort Wagrodno Nw. liegt auf dem Berg

        carinthiangirl

        Submontanis kann auch Subkarpaten meinen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Woiwod...arpatenvorland
        Karpatenvorland:https://de.wikipedia.org/wiki/Karpatenvorland
        https://www.google.at/maps/place/Woi...9!4d22.0895691





        Zuletzt geändert von Wallone; 15.09.2016, 14:04.
        Viele Grüße.

        Armand

        Kommentar

        • schitho
          Erfahrener Benutzer
          • 17.08.2008
          • 623

          Afterpartei und Aftermiete

          Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1920
          Region, aus der der Begriff stammt: Wien

          aus eine Fragebogen zur Erlangung des Armenrechts sind folgende "Fragen" zu beantworten:
          Zahlt Mietzins (Aftermiete, Bettgeld)
          Hält an Afterparteien (Bettgeher)
          Ich habe zu den beiden Begriffen Aftermiete und Afterparteien leider keine Erklärungen gefunden. Ich würde mal vermuten, dass man heute eher Untermiete und Untermieter darunter verstehen würde.

          Im Internet habe ich jetzt gerade dazu gefunden:

          Zitat:
          Aftermiete
          Ạf|ter|mie|te, die (veraltet): Untermiete.

          Quelle: http://universal_lexikon.deacademic....216/Aftermiete
          Das hat also meinen Verdacht bestätigt.

          StefOsi

          Google weiß gar nicht wohin mit den ganzen Erklärungen die einem auf Seite 1 entgegenhopsen
          Lexikoneintrag zu »Aftermiete«. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 20.


          Zitat:
          [20] Aftermiete, Afterpacht, Wiedervermietung oder Wiederverpachtung einer Sache (bes. Wohnung) durch den Mieter oder Pächter an einen Dritten (Aftermieter).
          Und ja, Afterpartei = Untermieter.
          P.S. Die Afterparteien hatten in der Regel noch eigene Möbel. Bettgeher dagegen keine (falls der Begriff noch auftauchen sollte).

          Kommentar

          • SafeHaven
            Erfahrener Benutzer
            • 21.11.2014
            • 436

            Herrschaftlicher Hehm - Beruf?

            Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1830
            Region, aus der der Begriff stammt: Weißensee, Posen, Preußen

            ein Ahn von mir hatte den Beruf 'herrschaftlicher Hehm' auf? hießigem Vorwerk. Google spuckt mir nur den Nachnamen Hehm und Firmen dazu aus. Weiß jemand näheres zu diesem Beruf oder was dieser genau gemacht hat?
            Zweiter EIntrag, Nummer 10

            henrywilh

            Ich lese "Hohm".
            Vgl. mit "Hochlöblich" auf der nächsten Seite:




            Abkürzung von "Hohmann".
            Aber der Sinn entschlösse sich mir noch nicht. Hohmann auf dem Vorwerck?

            Xtine

            der Sohn im Eintrag darüber (Ende der 2. Zeile) sieht bis auf den ersten Buchstaben fast identisch aus.
            Ist es auch hier ein etwas verunglückter Sohn?
            herrschaftlicher (S?)ohn auf hiesigen Vorwerck

            Kasstor

            Zitat:
            Zitat von henrywilh
            Abkürzung von "Hohmann".
            Aber der Sinn entschlösse sich mir noch nicht. Hohmann auf dem Vorwerck?


            Wieso nicht? https://books.google.de/books?id=zdh...orwerk&f=false
            Hier war das Forum schon mal mit Hohm beschäftigt ( damals auch so gelesen ) http://forum.ahnenforschung.net/arch.../t-128351.html

            SafeHaven

            Es steht auch noch etwas von 'Vieh in Pacht genommen' in der Erläuterung. Könnte ein ehemaliger Schäfersknecht irgendwann zum Hohm(ann) werden oder ist das eher unwahrscheinlich?

            Anna Sara Weingart

            Na klar, passt doch. Wenn jemand eine Viehherde pachtet, dann doch am ehesten ein Schäfer.

            Huber Benedikt

            Nur so ein Gedanke.
            Hohmann, Homann, Hofmann, Hoffmann = Varianten
            Hofman => "Bauer der mit einem grundherrlichen Hof belehnt ist / Wirtschafter auf einem Gutshof" ...
            Hohm evtl die örtl Verschleifung als Bezeichnung eines derartigen "herrschaftlichen Gutsbewirtschafters"

            Friedrich

            damit Benedikts Idee Unterstüzung findet: Ein Vorfahr von mir Hofmann eines gräflichen Hofes. Der Hausname des eigenen Anwesens, aus dem der betreffende Mann stammte, lautet Hohmanns.
            Auf der Suche nach Spuren der Familie..

            Hertzke/Herzke von überall
            Fuchs und Behringer im 18. Jhd. aus Großhabersdorf und Umgebung
            Avdic und Seremet aus Sarajevo und Visegrad
            Kilimann, Sadlowski, Tietz, Ferrarius und Bialowons aus dem Kreis Ortelsburg

            Familie-Hertzke.de

            Kommentar

            • Peter G.
              Erfahrener Benutzer
              • 05.06.2006
              • 501

              Berufsbezeichnung Rächer

              Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1750
              Region, aus der der Begriff stammt: Elsass

              Bei Geneanet habe ich einen Vorfahren von mir gefunden.
              Der Eintrag betrifft das Jahr 1750 im Elsass.
              Da ist der Beruf "Justicier" genannt. Bei verschiedenen Übersetzungshilfen im Internet erhalte ich die deutsche Übersetzung "Rächer".
              Meine Frage: Was ist ein Rächer. Ich denke mit Rache als solches hat das wenig zu tun.

              henrywilh

              Ich finde da - für frühere Zeiten - auch die Übersetzungen "Richter", "Gerichtsherr", "Justitiar", "königlicher Justizbeamter".

              Gast malu

              ein JUSTICIER ist ein Gerichtsgeschworener.
              Insoweit hat Dir die Übersetzungshilfe mit dem RÄCHER einen üblen Streich gespielt.
              Bin immer auf der Suche nach dem FN Willumeit vor 1920

              Kommentar

              • Interrogator
                Erfahrener Benutzer
                • 24.10.2014
                • 1984

                aus einem Ehevertrag

                1750, Emsland

                Könnt ihr mir bitte die 'roten' Begriffe aus einem Vertrag erklären:
                Jeder der drei abgehenden Töchter wie auch dem einen Sohn werden 90 Reichstaler ,zum vierten Kleenen‘, drei Kühe, drei junge Beeste, ein ‚endter‘ Pferd und ein schwarzes Kleid zum Brautschatz ausgelobt ...
                Der Text liegt nicht im Original vor.

                Huber Benedikt
                Enter ist im norddeutschen Raum ein einjähriges Jungtier (Jährling)
                aus:https://de.wikipedia.org/wiki/Hauspferd


                Interrogator

                gibt es noch eine Lösung für den "vierten Kleenen" ?

                Verano

                das ist eine komplizierte Materie mit der damaligen Währung.
                Ich denke, es sind Münzen, die einem Viertel Reichstaler entsprechen.

                Huber Benedikt

                wenn mans mal wörtlich nimmt "zum 4. Kleinen"
                könnt ma an die Geburt des 4. Kindes denken.
                Zahlreiche Nachkommen sollten ja nicht erst ab 1933 belohnt werden.

                Verano

                Das wäre dann das fünfte Kleene.
                Ich denke schon, dass es Geld zum Brautschatz ist. Zusammen mit dem Vieh, welches danach aufgezählt wird.
                Das Ehrenkleid gehörte immer/meistens dazu.

                http://www.stadt-land-oldenburg.de/w...seinheiten.htm
                - Oldenburgischer (Silber)Taler: ganze, halbe und Viertelstücke
                Dazu Umlauf fremder Münzen, neben eigenen oldenburgischen halben Talern und Groten für den täglichen Zahlungsverkehr genutzt: …
                Wie gesagt, sehr komplex, diese Währungsgeschichten.
                Wie sollte da ein Bauer bei den vielen Veränderungen die Übersicht behalten?
                Immerhin wird hier das Wort „Grote“ für den Taler genommen, da ist es vielleicht denkbar, dass auch der „vierte Kleene“ einen Wert dargestellt hat.
                Siehe Viertelstücke.

                Gast malu

                ich denke mal laut und zwar an die Fruchtfolge in der Ackerwirtschaft.
                Im vierten Jahr oder auf einem Viertel der Anbaufläche Klee.
                Zu einfach gedacht?

                Verano

                Wenn schon ein Ackerprodukt, dann wurde oftmals Weizen und Roggen genannt. Auch Bier und Speck kenne ich zum Brautschatz.
                Aber Klee? Viehfutter? Wohl eher nicht. Und wenn, dann ganz am Ende der Reihenfolge.

                Interrogator

                Da es 4 Personen sind, könnten es auch "vier Teile" sein - ein Lesefehler.
                Gruß
                Michael

                Kommentar

                • PaschaWolf
                  Benutzer
                  • 09.12.2013
                  • 78

                  Maßeinheiten in Baden

                  Jahr, aus dem der Begriff stammt:1820
                  Region, aus der der Begriff stammt: Oberweier Gaggenau

                  beim Aufarbeiten eines Erblehenbriefes bin ich auf
                  Maßangaben gestoßen für die ich keine Erläuterung gefunden habe.
                  Kann mir jemand die vier roten Angaben erklären?
                  Ich lese
                  9. Morgen 1: ?? 20. Ruthen
                  51. Mltr 8. Sg 4. Mr Korn
                  49. -"- 2. -"- ------- Haber
                  100. Bund Stroh bestmöglich

                  Anna Sara Weingart

                  das sind vielleicht
                  51 Mltr., 8 S_ [vielleicht "Sp." ?], 4 Me. Korn
                  = 51 Malter, 8 Scheffel [oder Spint ?], 4 Metzen Korn

                  Maße speziell in Baden:
                  1 Malter = 10 Sester = 100 Meßlein
                  also
                  51 Malter, 8 Sester (Sexter), 4 Meßlein Korn
                  51 Mltr., 8 Sx., 4 Me.

                  vgl. das x in Kurrentschrift https://upload.wikimedia.org/wikiped...tschrift-2.png

                  didirich

                  Ich lese: 9 Morgen, 1. Viertel, 20 Ruthen
                  mit "untersteint" ist gemeint das die Fläche mit Marksteinen abgegrenzt wurde.

                  Anna Sara Weingart

                  Ich muss aber sagen, ich lese in Deinem Bild nicht "8 Sx." sondern "8 Sy."
                  Wie sich das mit dem badischen Getreidemaß Sester/Sexter in Übereinstimmung bringen lässt, weiß ich nicht.

                  Tabelle badischer Getreidemaße, im Jahr 1812, siehe Bildanhang
                  Zuber (größte Einheit) > Malter > Sester > Meßlein > Becher (kleinste Einheit)
                  Miniaturansicht angehängter Grafiken

                  Ich vermute Sester = lateinisch "Sextarius" = Sy.
                  Denn die lateinische Endung -ius wurde früher auch als -y geschrieben.

                  didirich

                  Ich denke bei Sy könnte vieleicht das württembergische Simri gemeint sein ? Manchmal auch Symri geschrieben.

                  Anna Sara Weingart

                  könnte eventuell sein. Vgl. dazu Abbildung: "Tabellen zur Verwandlung der alten Maase und Gewichte des Großherzogthums Baden in die neuen allgemeinen Badischen" 1812
                  Also:
                  51 Malter, 8 Simri, 4 Metze Korn (in alten badische Getreidemaßen), oder
                  51 Malter, 8 Sester, 4 Meßlein Korn (in neuen badische Getreidemaßen)


                  Miniaturansicht angehängter Grafiken

                  Ich denke auch, eher Sy. = Simri, und nicht Sester.
                  Simri als Getreidemaß in Baden im Jahr 1820: https://books.google.de/books?id=13s...0BADEN&f=false
                  Also abschließender Lösungsvorschlag:
                  51 Malter, 8 Simri, 4 Metzen Korn

                  PaschaWolf

                  51 Malter 8 Simmri 4 Metzen
                  zu Simmri ist mir beim lesen ein Spruch meiner Großmutter ( + 02.08.1951 )eingefallen, ".... glaubt ihr, ich hab das Geld im Simmerle stehen ".
                  9 Morgen 1 Viertel 20 Ruthen
                  Angehängte Dateien

                  Kommentar

                  • Ysabell
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.09.2008
                    • 259

                    im Hause copuliert

                    Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1800
                    Region, aus der der Begriff stammt: Stade

                    ich bin heute zum ersten Mal über die Wendung "im Hause copuliert" gestoßen.
                    Was genau hatte es damit auf sich, kann mir das jemand erklären? Im Kirchenbuch gibt es zu den Eheschließungen zwei unterschiedliche "Abteilungen". Unter "In der Kirche copuliert" stehen nur drei Eintragungen, unter "im Hause copuliert" dagegen 18 Einträge.

                    sucher59

                    Es gibt öffentliche Trauungen, also getraut in der Kirche,
                    und
                    nicht öffentliche Trauungen. z.Bsp. zu Hause etc.
                    http://lexika.digitale-sammlungen.de...09132_3_1_1350

                    http://www.hochzeitsplaza.de/hochzei...t-haustrauung/

                    henrywilh

                    "im Hause copuliert"
                    ist und bleibt am gemütlichsten.

                    Anna Sara Weingart

                    Ist ein Hinweis auf voreheliche Schwangerschaften, laut dieser Quelle: Miniaturansicht angehängter Grafiken


                    AUK2013

                    Lag die nächste Kirche weit weg, war es einfacher den Pfarrer kommen zu lassen.
                    Eine ganze Dorf- und Familiengemeinschaft "zu verfrachten", war um 1800 recht schwierig.
                    Sollte die Kirche im Dorf gewesen sein, siehe Beitrag 4 von Anna Sara.
                    3 x Kirche, aber 18 x im Haus....... eine wilde Gegend!
                    (Oder doch Beitrag 4 von hnrywilhelm)

                    mawoi

                    in dem Dorf, mit dem ich mich näher befasse, hat es um 1800
                    eine Trauung im Hause der Braut gegeben, kurz nachdem bis auf ihre Mutter alle anderen Familienmitglieder an den Pocken bzw. an Faulfieber verstorben waren.
                    Die Familie war wohlhabend, die Mutter der Braut gab dafür eine besondere Spende an die Kirche, die in der Pfarrchronik besonders vermerkt wurde.

                    Kommentar

                    • louiseott
                      Benutzer
                      • 13.03.2016
                      • 92

                      "M.E." bei Angaben zu Kirchen oder Friedhöfen in den USA

                      Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1901
                      Region, aus der der Begriff stammt: Hermann, Gasconade, Missouri, USA

                      in einen kurzen Zeitungsnotiz aus dem Jahre 1901 aus den USA bin ich darauf gestoßen, dass eine mich interessierende Person auf dem "M.E. cemetery" in Hermann Gasconade beerdigt wurde. Zum einen kann ich diesen Friedhof nicht finden, aber vor allem ist mir bei der Recherche aufgefallen, dass im Zusammenhang mit Kirchen und Friedhöfen häufiger das Kürzel. "M.E." auftaucht. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand einen Tipp geben könnte, was diese Abkürzung bedeutet.

                      StefOsi

                      ich glaube das steht für: Methodist Episcopal

                      Kretschmer

                      den Friedhof findest du unter
                      Hermann Cemetery.....
                      Er befindet sich im Ort Hermann,
                      Gasconade Country, Missouri.
                      http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg...ann%20Cemetery&

                      Anna Sara Weingart

                      in Hermann gab und gibt es viele Friedhöfe. Deshalb ist Ingrids Hinweis nicht korrekt.
                      Auf dieser Webseite wird die "German Methodist Episcopal Church" in Hermann erwähnt: http://genealogytrails.com/mo/gasconade/religion.htm
                      ZITAT:
                      "The German Methodist Episcopal Church, at Hermann, was organized in 1876, with the following members: Christ, and Mary Wehmer, John M. Schaumberg, Gottfried Boehm and wife, Charles Ott and wife, and others. The present church building was purchased, March 10, 1876, from the Presbyterian Church, at Hermann. It was a stone edifice, and the present building was erected in the summer of 1883, at a cost of $3,000. It stands on Lot 1, Market Street, and was dedicated by the Rev. Dr. H. A. Koch, president of Central Wesleyan College, Warrenton, Mo. The pastors have been the Revs. William Schluster, Frederick Bock, Henry Vosholl, M. Neutzmann, August Koewing, and William Schwind, the present pastor. The membership of the church is now about twenty."
                      Also die German M.E. Church in Hermann hatte, zum Zeitpunkt der Erstellung obigen Textes, nicht mehr als 20 Mitglieder.

                      Zitat:
                      Zitat von Anna Sara Weingart
                      ... hatte, zum Zeitpunkt der Erstellung obigen Textes, nicht mehr als 20 Mitglieder.

                      Dieser Zeitpunkt war 1888.
                      Das heißt die 1883 wahrscheinlich aus Holz errichtete Kirche existiert heute sehr wahrscheinlich nicht mehr, und vermutlich auch nicht mehr der Friedhof.
                      Heute gibt es in Hermann nur noch die "Hermann United Methodist Church" - http://www.hermannumc.org/

                      Hier sind online alte Ausgaben der Zeitung "Hermanner Volksblatt"
                      u.a. aus dem Jahr des Kirchenbaus (Sommer 1883):
                      http://chroniclingamerica.loc.gov/lc...6/issues/1883/
                      "Deutscheste Stadt der Union" Miniaturansicht angehängter Grafiken

                      StefOsi

                      Falls es um den 1901 in Hermann verstorbenen Conrad Begemann geht..seinen Probate Record von 1901 gibts bei Ancestry. Hilft zwar bei der Friedhofssuche nur bedingt weiter, aber immerhin.

                      Anna Sara Weingart

                      Foto vom Haus des Louis Begemann (residence & store)
                      1.Bild (links oben) http://www.historicmapworks.com/Map/...1913/Missouri/

                      louiseott

                      Es geht tatsächlich um den 1901 verstorbenen Conrad Begemann. Aus ganz persönlichen Gründen ist es für uns interessant, die letzten Jahre seines Familienlebens zu rekonstruieren. Trotz aller Daten wie Census, Verwaltung der Erbschaft, Zeitungsartikel, etc. ist es nach meinem Kenntnisstand schwierig herauszufinden, wo eine Person konkret gelebt habt. Liegt vermutlich daran, dass es weder ein Einwohnermeldeamt nocht konsequente Benennung von Straßen und Hausnummerierung gab.
                      Ich werde es erstmal mit der united methodist Church probieren...

                      StefOsi

                      und falls noch unbekannt - hier ein Buch über Hermann, mit einigen Fotos von Gebäuden und Personen der Begemann Familie (wohl aber hauptsächlich August & Louis sowie Geschwister).
                      https://books.google.de/books?id=7CD...gbs_navlinks_s

                      Anna Sara Weingart

                      Foto der M.E. church in Hermann, links unten: http://www.historicmapworks.com/Map/...1913/Missouri/
                      Lage der M.E. church in Hermann auf altem Stadtplan: Market Street, am nördlichen Ende, beim Missouri River
                      http://www.historicmapworks.com/Map/US/482558/Hermann+++Right/Gasconade+County+1913/Missouri
                      Der Friedhof lag aber vermutlich früher schon weiter weg, und könnte vielleicht heute doch noch existieren !!
                      Siehe da, die Kirche steht noch:
                      https://www.google.de/maps/place/Her...372716!6m1!1e1
                      Dort ist heute die "Hermann Community Christian Church" untergebracht
                      http://www.waymarking.com/waymarks/W...rmann_Missouri
                      "The Hermann German Methodist Church was built in 1883. ... The brick church..."
                      Ja die Deutschen bauen haltbar mit Stein

                      Svenja

                      Es gibt durchaus diverse Möglichkeiten, die genaue Wohnadresse herauszufinden:
                      In den Volkszählungen, in Sterbeeinträgen oder in den Obituaries in den Zeitungen.
                      Bei Männern findet man die Adresse (Privat und Beruf) in den Dokumenten zu den
                      beiden Weltkriegen (vor allem in den Draft Registration Cards).
                      Zudem gibt es zu vielen Städten Adressbücher online, teilweise bei ancestry
                      (kostenpflichtig), teilweise auf anderen Websites (kostenlos).

                      Anna Sara Weingart

                      Heute wieder was gelernt:
                      "Die Wurzeln des Methodismus liegen im England des 18. Jahrhunderts. Eine religiöse Studentengruppe fiel in Oxford durch systematische Zeiteinteilung und Lebenseinstellung auf. Die Studenten dieses „Heiligen Clubs“ wurden deshalb spöttisch als „Methodisten“ bezeichnet. [...]
                      Die frühen Methodisten zogen als Wanderprediger durch ganz Großbritannien und später auch durch die amerikanischen Kolonien mit dem Ziel, durch Erweckungspredigten die Menschen, vor allem Bevölkerungsschichten minderen Bildungsstandes, die von der anglikanischen Kirche vernachlässigt wurden, zum Glauben zu bekehren und zu einem geheiligten christlichen Leben zu führen."

                      StefOsi

                      Na als letzten Tipp würde ich dann einfach mal den zentralen Friedhof abgeben, auf dem schon vor 1901 mehrere Begemann's begraben wurden. Laut findagrave sind rund 75% erst erfasst, da könnte also noch ein Conrad schlummern...

                      Anna Sara Weingart

                      Ich vermute auch, dass er dort liegen könnte. Die Methodistenkirche grenzt sich ja selber nicht wirklich von den anderen Christen ab.
                      Übrigens: die heutige "Hermann United Methodist Church" müsste der direkte Rechtsnachfolger sein. Die Kirchen-Umbenennung erfolgte im 20. Jht.
                      ein Methodist Cemetery "nur" 8 km entfernt von Hermann: http://roadsidethoughts.com/cem_map....=5&frm=Hermann
                      Quelle: http://roadsidethoughts.com/mo/herma...-genealogy.htm
                      Nur der Vollständigkeit halber von mir genannt, ohne dass ich glaube, dass der Gesuchte dort liegt.

                      StefOsi

                      Ach ja, wenn ich den 1900er Census richtig deute, dann hat Conrad Begemann in Boeuf Township gewohnt - in einem Mietshaus. Das wäre also südlich von Hermann und nochmal ein Stück südlich vom oben erwähnten Friedhof.

                      Anna Sara Weingart

                      Aha, da käme zum Beispiel in Frage im Boeuf Township:
                      Senate Grove Methodist (Old); [Twp. 45N, Range 4W, Sec. 35]; Kohl City Road, New Haven MO
                      Quelle: http://4riversgen.org/sheets/cemeteries.html
                      Aber im Boeuf Township gibt es mehrere.
                      Hermann wäre dann vielleicht nur der Herkunftsort des Verstorbenen-

                      Zitat:
                      Zitat von Anna Sara Weingart
                      ... ein Methodist Cemetery "nur" 8 km entfernt von Hermann: http://roadsidethoughts.com/cem_map....=5&frm=Hermann ...

                      Der genannte Friedhof liegt ja auch im Boeuf Township
                      Also da würde vieles passen:
                      Boeuf Township + nahe des Ortes Hermann (8 km) + "Methodist Cemetery"
                      Hier wäre dann noch ein weiterer im Boeuf Township, relativ nahe des Ortes Hermann
                      https://familysearch.org/stdfinder/S...ist%20Cemetery
                      Hier der bereits erwähnte https://familysearch.org/stdfinder/S...ist%20Cemetery

                      Kommentar

                      • petrdetok
                        Erfahrener Benutzer
                        • 07.11.2006
                        • 719

                        Im Text außer der Mühle

                        Jahr, aus dem der Begriff stammt: ?
                        Region, aus der der Begriff stammt: Pommern

                        In einem Text wird geschrieben"außer der Mühle."
                        Ich verstehe einfach nicht was wird damit gemeint ?

                        henrywilh

                        Möglich wäre die Interpretation:
                        1 Winspel Roggen und 1 Winspel Hafer war der Ertrag der 4 Hufen - ohne den Ertrag, den die Mühle abwarf - in Form des Mahlzinses, der in einem Anteil an dem Mahlgut bestand.
                        Nur eine Vermutung.

                        Anna Sara Weingart

                        früher bedeutete: außer = aus = ex (lat.)
                        http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle...09467#XGA09467
                        dort im Artikel zu "auszer" nach der Einführung unter 1) zu finden
                        Die Bedeutung "außer = ex" habe ich anderen alten Texten selber auch schon entnehmen können.
                        Ich verstehe es so, dass das Kloster die 2 Winspel als Abgabe aus der (= "außer der") Mühle bekam, welche dort an-"fielen"
                        Angehängte Dateien
                        Jede Generation lächelt über die Väter,
                        lacht über die Großväter
                        und bewundert die Urgroßväter
                        (William Somerset Maugham)

                        Mitglied im Pommerschen Greif e.V.
                        Mitglied im Arbeitskreis Familiengeschichte Vorpommern" im Verein "Pommerscher Greif e.V.


                        Ziegenort in Pommern

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                        • PaschaWolf
                          Benutzer
                          • 09.12.2013
                          • 78

                          UrkundenTitel

                          Jahr, aus dem der Begriff stammt: ca. 1750
                          Region, aus der der Begriff stammt: Karlsruhe

                          kann mir bitte jemand die Anfangszeilen dieser Urkunde
                          lesen und die Bedeutung erklären.

                          gki

                          Orthografie angepaßt:
                          Wir der fürstlichen Mark
                          gräflichen BadischenVormundt
                          schaft verordnete Kanzler und Räte.
                          zu erklären gibt's da nicht viel. Vermutlich war der Markgraf noch minderjährig und der Vormundschaftsrat erledigte die Geschäfte.

                          Anna Sara Weingart

                          Die vormundschaftliche Regierung von Baden 1738–1746:
                          https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_F...8.E2.80.931746
                          bis zur Regierungsfähigkeit des Karl Friedrich von Baden (*1728).
                          1746 erfolgte die kaiserliche Mündigkeitserklärung und Karl Friedrich übernahm die Regierung
                          Angehängte Dateien

                          Kommentar

                          • Gniew

                            Berufsbezeichnung

                            Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1900
                            Region, aus der der Begriff stammt: Westpreußen

                            Bei einer Standesamtsurkunde steht als Beruf nur Besitzer da?

                            AUK2013

                            habe mich auch schon über die Berufsbezeichnung "Besitzer" gewundert.
                            Meine vermutete Erklärung:
                            Damals scheint der "Besitz" wichtiger und anerkannter als der Beruf gewesen zu sein.
                            Ein Bauer mit eigenem Hof (nicht gepachtet) wurde zum Besitzer.
                            Normale Arbeiter / Angestellte mit einem eigenem Haus erhielten den Status "Besitzer".

                            henrywilh

                            In manchen Regionen sprach man bei Kleinbauern bzw. Häuslern mit wenig Ackerland von "Wirtschaftsbesitzern", um sie von den "Bauern" abzugrenzen. So könnte es hier auch mit "Besitzer" sein.

                            Greystoke

                            Zur Ergänzung noch folgender Eintrag aus dem "Grimmschen Wörterbuch":
                            Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis. Leipzig 1971. Online-Version vom 27.10.2016.
                            besitzer, m. possessor, nnl. besitter: der besitzer
                            des grundstücks, des pferdes. früher auch der
                            schöffe, der die bank mit besitzt: von minen
                            besitzern und urteilsprechern des gerichts.
                            Geszler reth. 59b. vgl. beisitzer.

                            Kommentar

                            • elwetritsche
                              Erfahrener Benutzer
                              • 23.03.2013
                              • 920

                              Newweling

                              Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1347
                              Region, aus der der Begriff stammt: Mainz

                              Mainzer Allerheiligen-Tradition - Mit dem Newweling auf den Friedhof
                              An Allerheiligen gehen die Mainzer mit kegelförmigen Kerzen auf den Friedhof - den Newwelingen. Es gibt aber nur noch eine Firma, die die traditionellen Kerzen herstellt.
                              "Ein Wachsstrang mit einem Docht als Kopp - gerollt als Kegel, wie ein Zopp" - So beschreibt Herbert Bonewitz die bunte Kerze in seinem Gedicht "Newweling". Die Kerze wird in Kegelform hergestellt und besteht aus spiralförmig gedrehten und mit Kerzenwachs überzogenen Dochten.
                              "Ich will dohin, wo Newweling duhn brenne, unn wo mer mit de Klepper ratscht unn singt" (Määnz bleibt Määnz)
                              Die Gläubigen gehen an Allerheiligen zum Totengedenken mit dem bunten Newweling auf den Friedhof. Newweling-Neulinge erkennt man daran, dass sie den Kegel einfach oben anzünden. Dann wird der Newweling zur Eventkerze und brennt in einer Minute komplett ab. Traditionell werden die Wachsfäden um einen Stock oder einen kleinen Ast gewickelt und die Dochte dann angezündet. Die Menschen behalten den Stock in der Hand oder stecken ihn in die Erde oder auf das Grab.
                              Verkauft werden die Newwelinge an Allerheiligen auf dem Mainzer Hauptfriedhof, dem Waldfriedhof in Mombach und dem Friedhof in Gonsenheim.
                              Der Newweling
                              Der Name leitet sich nach dem Mainzer Wörterbuch von Nebel (mainzerisch: Newwel) ab und könnte auch als Nebellicht oder Nebelring gedeutet werden. Der Name verweist also vermutlich auf das trübe und neblige Wetter, das zu Allerheiligen und Allerseelen meist herrscht. 1347 wird in einer Urkunde erwähnt, dass zwanzig Pfund Wachs gekauft und "in cereis et in nebeling", also in Form von Kerzen und Nebelingen, verbrannt werden sollten. Das Wort Nebeling ähnelt dem Nebelung (Nebelmonat), einem alten deutschen Namen für den November.



                              Mascha

                              Ich komme gerade vom diesjährigen Allerheiligenspaziergang über den
                              Friedhof und lese mit Interesse was Du über den Newweling schreibst.
                              Jedes Jahr freute ich mich als Kind auf den Newweling, den ich mit nach Hause nahm
                              und dort erfürchtig abbrannte.

                              Karl Heinz Jochim

                              was für ein schöner Beitrag und ein netter Kommentar.
                              Dies bringt mir als gebürtiger Meenzer auch schöne Erinnerungen an meine Kindheit in den 1950er Jahren, wenn wir zu meinen Großeltern nach Mainz fuhren, später dann auf den Hauptfriedhof. Da gehörte der Newweling einfach dazu!
                              Liebe Grüße
                              Elwe

                              Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.

                              Kommentar

                              • Ahnenforscher Österreich
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                                • 01.03.2015
                                • 93

                                Zeichen Trauungsdatum

                                Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1785
                                Region, aus der der Begriff stammt: Nové Hrady, České Budějovice (Böhmen)

                                Beim Datum eines Trauungseintrages aus dem Jahr 1785 aus Nové Hrady, České Budějovice, Tschechien steht eine Klammer bei der Tagesangabe "5". Weiß jemand, was dies bedeutet?
                                Es handelt sich um den letzten Eintrag (Bräutigam: Jagsch Simon, Braut Juliana Wandlin)auf folgender Seite:
                                Link:https://digi.ceskearchivy.cz/DA?menu=3&id=5990&page=120

                                Gast katrinkasper

                                eine Klammer sehe ich da nicht.
                                Vor der 5 ein "den", nach der 5 ein "ten".

                                Kommentar

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