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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neubauer Westpreußen


goofy
24.03.2007, 11:28
Liebe Ahnenforscher,
hier ist meine erste Anfrage:
Ich suche (seit einigen Jahren! schon) Angaben zu Friederike Henriette Neubauer (später soll sie einen Arbeiter Seligmann geheiratet haben). Ich weiß nur, dass sie 1862 in Miloschewo (ca. 35 km von Danzig) meinen Urgroßopa nichtehelich geboren hat (Geburtsurkunde existiert).
Die ganze Familie taucht dann in Danzig auf bis 1910. Dann gemeinsame Abwanderung nach Hamburg. Friedericke Neubauer bleibt verschwunden. Keine Geburt, keine Trau- oder Sterbeurkunde. Auch bei den Mormonen keinen Hinweis. Sie soll angeblich in Danzig beerdigt worden sein. Da ich aber keinerlei Jahresangaben besitze, komme ich nicht weiter. Archiv in Danzig Fehlanzeige, ebenso Zentralarchiv in Berlin. Es soll in dieser Gegend der Name Neubauer überhaupt nicht vorkommen. Wie kann das sein? Weiß jemand einen Rat?

Liebe Grüße aus Hamburg
von Goofy :-))

Marlies
25.03.2007, 08:33
Hallo Goofy,

es wäre zu prüfen, ob es in Miloschewo Verwandte (Eltern? Geschwister? Onkel/Tante?) von Friederike Henriette gab, sie ihr Kind also "innerhalb" der Familie zur Welt brachte. Und wer war Taufpate von Deinem Urgroßopa? Jemand aus der Familie?

Im Band 88 Seite 271 der DGB fand ich im Parchimer Zweig des Geschlechts Planeth Johann Jacob Schultz * Parchim oo Johanna Sophia Ernestina Neubauer (Niebuhr)* Brünkendorf, KB Groß-Woltersdorf bei Pritzwalk, Kr. Ostprignitz

Hast Du den Namen Niebuhr in Deine Suche miteinbezogen?

Und diese Seite hast Du schon "abgegrast"?


http://www.westpreussen.de/retrospect/index.php?m=surnames&alpha=N&PHPSESSID=2j0a4cfr5bjer5028cdt95kur6

Schönen Gruß
Marlies

goofy
25.03.2007, 11:54
Liebe Marlies,
danke für die schnelle Antwort, leider habe ich in Miloschewo keinen Verwandten finden können. Als Taufpaten stehen Anton Konkel und Amalie Parzac (oder so ähnlich), Strepsch Bd. W 1621 o. S. FN 7. Die namen der Paten sagen mir auch überhaupt nichts.
Die von Dir empfohlene Seite kenne ich bereits, ich habe Unmengen an Material zusammen getragen, aber nichts davon kommt mir verdächtig vor, kann es sein, dass Friedericke Henriette ungewollt schwanger geworden ist und von der eigenen Familie zur Geburt (wegen der Schande vielleicht) aus Danzig weggeschickt wurde? Kann es sein, dass sie dort in Stellung war und von jemandem schwanger wurde?? Würde ich gerne nachprüfen, aber ich weiß nicht wie.
Der Name Niebuhr oder neubour kam mir auch in den Sinn, kann es aber leider nicht prüfen.
Aber ich bin guter Dinge, dass ich doch über dieses tolle Forum weiterkomme.
Da stehen manchmal so knifflige Frage und ich bin erstaunt, wie gut die anderen sich da auskennen.
Einen schönen Sonntag noch
Goofy aus Hamburg :-))

Marlies
26.03.2007, 11:34
Hallo Goofy,

Du schreibst, dass für den Urgroßopa eine Geburtsurkunde (Taufurkunde?) existiert, (und sicher auch vorliegt) ist dass eine Abschrift oder eine Fotokopie des Originals?

Gab es in Miloschewo ein Geburtshaus?

Schönen Gruß
Marlies

goofy
26.03.2007, 21:11
Liebe Marlies,
diese Geburtsurkunde (als Überschrift steht handgeschrieben Geburts- und Taufschein) ist ausgestellt 1934 (mein Uropa ist aber 1917 schon verstorben) vom kath. Pfarramt in Strzepczu (die Geburt war 1862!). Es brauchte wohl jemand diese Urkunde als Nachweis für irgendwas. Da können natürlich jede menge Übermittlungs-/bzw. Schreibfehler drin sein. Außerdem ist sie auf deutsch geschrieben, dass Formular an sich aber in polnisch!! Geburtsort Miloszewo. Vielleicht existiert die original geburtsurkunde ja nicht mehr...soll ich versuchen, das Original in Strzepczu anzufordern?
Komisch kommt mir vor, dass meine Großtante (leider auch schon lange tot und eine Tochter meines Uropas) immer gesagt hat, wenn wir mal Ahnenforschung betreiben werden, werden wir unser blaues Wunder erleben. es ist was schreckliches passiert? Wie merkwürdig, ich weiß gar nicht mehr, was ich denken soll ...
Liebe Grüße aus Hamburg von der
verwunderten GOOFY

Marlies
26.03.2007, 23:07
Original von goofy
soll ich versuchen, das Original in Strzepczu anzufordern?

Hallo goofy,

ich würde es auf alle Fälle tun, Abschriften enthalten (jedenfall meistens) nicht alles, außerdem sind Lesefehler auch nicht selten.

Schönen Gruß
Marlies

schaefera
26.03.2007, 23:14
Original von goofy

Komisch kommt mir vor, dass meine Großtante (leider auch schon lange tot und eine Tochter meines Uropas) immer gesagt hat, wenn wir mal Ahnenforschung betreiben werden, werden wir unser blaues Wunder erleben. es ist was schreckliches passiert? wie merkwürdig, ich weiß gar nicht mehr, was ich denken soll.....
Liebe Grüße aus Hamburg von der
verwunderten GOOFY
Hallo Goofy,

wenn ihr dann das blaue Wunder erlebt habt, teilst du uns das dann mit.
Wird schon nicht so schlimm werden, wir haben alle Leichen im Keller.

Hast du schon die Neubauers aus der Quassowski-Kartei (http://www.kartei-quassowski.de.vu/) durchgeackert?

Ich wünsche dir viel Erfolg

Astrid

Friedhard Pfeiffer
26.03.2007, 23:30
Hallo,
der Ort ist Strepsch = Strzepcz (das "u" am Ende ist der 3. Fall). Die Kirchenbücher hiervon sind im Staatsarchiv Danzig: ~, oo und # 1858-1874. Die Mormonen haben hiervon Filme.
Milloszewo, Kreis Neustadt, gehörte zum ev. Kirchspiel Dzincelitz und zum kath. Kirchspiel Strzepcz.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

goofy
27.03.2007, 19:58
Liebe Marlies,
danke für so viel Hilfe. Ich Depp habe gerade meinen riesigen Neubauer-Ordner durchgesehen und festgestellt, dass ich die Original-Geb.-Urkunde von meinem Urgroßopa schon in Polen gefordert und vorliegen habe. Dort steht nichts anderes drin als auf der nachträglich ausgestellten Urkunde, nur schlechter geschrieben. Hmmh ... jetzt tret ich wieder auf der Stelle.
Ich habe aber noch eine andere Frage. Ich habe die Meldekarte von meinem Urgroßopa vorliegen (als er 1911 nach Hamburg kam). Ist auch alles ganz schön, nur warum sind dort nur 2 Kinder (wo sind die anderen 4?) aufgeführt.
Kann mir jemand sagen, woran das liegt?

Liebe Grüße aus Hamburg
GOOFY :-))

Marlies
28.03.2007, 14:13
Original von goofy
Kann mir jemand sagen, woran das liegt?


Hallo Goofy,

wie alt waren denn die "nichtaufgeführten" Kinder? Kann es sein, dass diese unterwegs bei Verwandten untergebracht wurden? Kann es sein, dass diese schon so "alt" waren, dass sie einen eigenen Haustand gründen konnten? Vielleicht wurden sie auch einfach nur verschwiegen, weil der Hauswirt keine 6-köpfige Familie haben wollte oder die Wohnung dafür eigentlich zu klein war.

Lieben Gruß
Marlies

goofy
28.03.2007, 20:33
Liebe Marlies,
auf dem Meldeschein ist das 2. geborene (Alter war 1911 = 22)und das letztgeborene (Alter war 1911 = 11 jahre) Kind aufgeführt. Ich bin echt ganz verwirrt darüber, aber vielleicht hatte er nur keine Lust, alle 6 Kinder namentlich aufzuführen. Gestorben und beerdigt sind alle (auch die Kinder in Hamburg), habe mir die Grabbriefe schon angesehen. Leider fehlt die von mir gesuchte Person Friedericke Neubauer. Wenn sie später einen Arbeiter Seligmann geheiratet haben soll, finde ich sie dann unter Neubauer oder Seligmann?
Liebe Grüße aus Hamburg
sendet goofy :-))
p.s. die andere Frage habe ich dir beantwortet ...

Marlies
28.03.2007, 21:57
Original von goofy
dass ich die Original-Geb.-Urkunde von meinem Urgroßopa ............. vorliegen habe.


Hallo goofy,

wiederum: als Abschrift oder als (mit allen evtl. Randvermerken versehene) Fotokopie des Originals? oder selbst eingesehen und mit allem drum und dran abgeschrieben? Was sagen weiterführende Urkunden aus? (Heiratsurkunde(n) die darin aufgeführten Zeugen usw.)
Zu Deiner Frage Neubauer oder Seligmann: Meine verstorbenen weiblichen Angehörigen finde ich zu Standesamtzeiten (was bei Dir ja der Fall wäre) als verheiratete ....... geborene ....... im Klartext: meine Großmutter steht in der Sterbeurkunde als Pabst, Geburtsname Sparla, die andere Großmutter als Schmied, geb. Jestädt.

Ich gehe davon aus, dass es in Hamburg nicht anders war/ist, kann es aber nicht ausschließen, da ich selbst für Hamburg keinerlei Erfahrung habe.

Grüße aus Niederbayern
Marlies

goofy
29.03.2007, 13:34
Hallo Marlies,
die originale Geburtsanzeige ist aus dem Kirchenbuch (Archiv Danzig) kopiert worden. Zwar schlecht zu lesen/halb verbrannt aber ohne Randvermerke. Die Namen der Taufpaten sagen mir gar nichts und über die Mormonen habe ich sie auch nicht gefunden. Auch stammen sie wohl nicht aus dem Geburtsort ...
Meine Großtante munkelte immer was von Inzucht in der Familie und hat dann geschwiegen ... ich weiß nicht, was ich davon halten soll ...

Leider habe ich keine weiteren Urkunden von Friedericke Neubauer, geschweige denn weiß ich, in welchem Ort sie wann geheiratet hat (in der Heiratsurkunde meines Urgroßvaters wurde sinnigerweise geschrieben: "... später verehelichte Arbeiter Seligmann, z. Zt. wohnhaft in Rhein., verstorben in Danzig ..." Der Ort Rhein. kann ja alles mögliche heißen und solange man kein Sterbedatum kennt, kann ich auch keine Sterbeurkunde anfordern. Oder gibt es da doch noch einen Kniff?

Liebe Grüße aus dem sonnigen Hamburg sendet dir
GOOFY :-))

Friedhard Pfeiffer
29.03.2007, 17:43
geschweige denn weiß ich, in welchem Ort sie wann geheiratet hat (in der Heiratsurkunde meines Urgroßvaters wurde sinnigerweise geschrieben: "... später verehelichte Arbeiter Seligmann, z. Zt. wohnhaft in Rhein., verstorben in Danzig ..." Der Ort Rhein. kann ja alles mögliche heißen
Nein, nicht wirklich! Die - immerhin Stadt - Rhein, Kreis Lötzen, Regierungsbezirk Gumbinnen, hatte ein eigenes Kirchspiel und einen eigenen Standesamtsbezirk. Von diesem hat das Staatsarchiv Allenstein Kirchenbücher: ~ keine, oo 1771-1817, # 1853-1890, Es hat auch noch Standesamtsregister wie folgt: * 1916, oo 1886, 1889, 1904, 1907-1909, 1925, 1931, 1935-1936, 1938, + 1879, 1892-1894, 1935, 1942. Das Staatsarchiv Lyck hat darüber hinaus noch folgende Standesamtsregister: * 1880-1885, 1887, 1889-1891, 1893-1894, 1989-1901, 1904-1906, oo 1880-1881, 1883-1889, 1891-1894, 1898, 1904-1906, + 1877, 1880-1887, 1889, 1891, 1897-1898, 1904-1906. Das Standesamt Rhein hat noch Standesamtsregister wie folgt: * 1907, 1910-1916, 1918-1921, 1924, 1926-1932, 1934, 1936-1937, 1943, oo 1907, 1909-1913, 1916-1917, 1919-1921, 1925, 1927-1929, 1931, 1933, 1935, 1941, + 1907, 1911-1914, 1918-1919, 1921-1922, 1924-1929, 1931-1935, 1941, 1943.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

goofy
29.03.2007, 20:15
Lieber Friedhard,
das wäre ja ein Ding, wenn die Stadt einfach nur Rhein heißt. ich bin die ganzen Jahre davon ausgegangen, dass die Stadt Rhein.... heißt, d.h. der Standesbeamte hatte keinen Platz mehr auf der Urkunde und hat Rhein. einfach dort abgekürzt. Und du weißt ja bestimmt auch selber, wieviel Städte mit Rhein... beginnen.
Ich werde gleich mal nachschauen, wo das liegt und weiter forschen. Lieben Dank für den Tipp.
Eine Frage habe ich noch:
Ich besitze diverse urkunden, z. B. eine Heiratsurkunde (Standesamt Danzig I)von meinem Urgroßvater. Er hat 1884 in Danzig geheiratet. Die Urkunde ist aber 1941 ausgestellt, also eine Abschrift. Kann ich jetzt das Original auch beim Standesamt anfordern oder bekomme ich das Orginal im Archiv in Danzig.
Vielleicht weißt du das ja, wäre klasse.

Es grüßt eine doch jetzt recht
zuversichtliche GOOFY aus Hamburg ;-))

goofy
29.03.2007, 20:32
Liebe Astrid,
lieben dank für deine Hilfe. Ich bin auf die Q..-Seite gegangen, aber ich konnte damit nicht so wirklich was anfangen. Da soll man doch erst Bücher kaufen, gell?
Habe heute nochmal meine Mutter zu den Leichen im Keller gefragt, sie sagte was von Inzucht in der Familie ... na dann prost Mahlzeit ... mal sehen, ob ich da was rauskriege ... es kann ja nur besser werden ...
Ich muss zugeben, die Ahnenforschung hat mich ja schon vor Jahren gepackt aber man ist wie ein Detektiv dabei. Eigentlich habe ich gar keine Zeit mehr zu Arbeiten und ich erwische mich dabei, wie ich, statt im Büro mich brav um meinen Chef zu kümmern, auf Ahnensuche bin. Geht es dir auch so? Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass es viele Menschen gar nicht die Bohne interessiert, wo sie eigentlich herkommen.

Liebe Grüße aus Hamburg
sendet dir GOOFY ;-))

Friedhard Pfeiffer
29.03.2007, 22:29
Hallo,
die Standesamtsregister von Danzig werden, soweit sie älter als 100 Jahre alt sind, im Staatsarchiv Danzig = Archiwum Panstwowe w Gdansku, ul. Waly Piastowskie 5, PL-80-958 Gdansk. Die jüngeren Standesamtsregister werden im Standesamt Danzig = Urzad Stanu Cywilnego, ul. Nowe Ogrody 8/12, PL-80-832 Gdansk, bis 1944 aufbewahrt.
Das Standesamt I in Berlin hat zwar auch Standesamtunterlagen, es fehlen jedoch (hier insbesondere:) die Heiraten von 01.01.1875 bis 31.12.1890.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer