#1  
Alt 05.03.2017, 10:22
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Standard Selbstmord und die Kirchenbücher?

Hallo liebe Kollegen,
Ich habe hier eine rechtliche Verfügung von 1765, die eindeutig darauf hindeutet, der Ersteller muss sich hinterher das Leben genommen haben.

Gibt es da überhaupt eine Chance, ihn in einem Kirchenbuch zu finden? Sein Tod ist als einziger seiner Familie nicht aufgeführt in dem Kirchenbuch der traditionellen Familienkirche. Woanders beerdigt, und woanders im Sterbebuch, oder stillschweigend beigesetzt? Was meint ihr?

Besten Dank, sagt Martha!
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  #2  
Alt 05.03.2017, 10:39
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katrinkasper katrinkasper ist offline
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Guten Tag,
neben dem Jahr (1765) wäre eine Kenntnis weiterer Fakten für eine Einschätzung hilfreich:
Konfession,
Lebensalter,
Region und
sozialer Status.
Ansonsten: Keine Beisetzung, sondern regelrecht außerhalb der Friedhofsmauer verscharrt.
20 interessante Seiten beim ersten Google-Treffer mit
"suizids im wandel der"
__________________
Herzliche Grüße
von Katrin

Geändert von katrinkasper (05.03.2017 um 10:47 Uhr)
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  #3  
Alt 05.03.2017, 11:01
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Moin Martha,

was ist da in der rechtlichen Verfügung eigentlich enthalten, daß man davon ausgehen kann, daß der Ersteller sich das Leben genommen hat?

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #4  
Alt 05.03.2017, 11:12
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Hallo ihr beiden, und danke für Antwort!
Der junge Mann war 21 Jahre alt, adlig aus angesehenem Hause. Er war werdender Vater, die Schwangere war eine Magd. Er hat verfügt, welchen Namen das Kind tragen solle. Getauft wurde das Kind dann tatsächlich auf diesen Namen, in einer winzigen evangelischen Dorfkirche ohne Taufpaten.

Von ihm fehlen ab da alle Lebensspuren. Daraus meinen wir, könnte man folgern, er hat sich umgebracht aus Liebeskummer. Offensichtlich durfte er ja das Mädchen aus niedersten Kreisen nicht heiraten, liebte sie und das Kind aber. Hätte er sein Elterhaus lediglich verlassen oder wäre verstoßen worden, wieso war er dann nicht dabei bei der Taufe? Es hätte keiner schriftlichen Namensverfügung bedurft, wenn er noch am Leben war. Doch außer der Mutter des Kindes, dem Pfarrer und dem Organisten war niemand in der Kirche.

LG Martha
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  #5  
Alt 05.03.2017, 11:20
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katrinkasper katrinkasper ist offline
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Guten Tag,
vielleicht ist er Offizier geworden und taucht in Ranglisten auf?
Vielleicht hat er sein Glück in Ostindien gesucht?
Oder man hat ihn ob des Skandals einfach außer Orts gebracht. Mit 21 war er ja noch minderjährig. Und in die Abwesenheit bei der Taufe seines Kindes würde ich rein gar nichts reininterpretieren wollen.
__________________
Herzliche Grüße
von Katrin
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  #6  
Alt 05.03.2017, 12:00
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Hm, das kommt mir nun eher unwahrscheinlich vor. Diese Taufe war ja geheim seine Familie war daran nicht beteiligt. Das Kind hatte nicht einmal Taufpaten. Weshalb hätte er da denn fehlen sollen? Die Lebensgeschichte der Mutter und des Kindes lässt sich nahezu lückenlos nachweisen. Nie wieder tauchte dieser Mann irgendwo auf.
Er war übrigens bereits Offizier, es existieren alte Dokumente dazu. Sein Name fehlt ab dem Jahr 1765 in den Ranglisten.

Ja sicherlich, da bleibt ein Restchen Unsicherheit. Darum würde ich ja zu gern den Sterbeeintrag finden.

LG Martha

Geändert von MarthaLU (05.03.2017 um 12:02 Uhr)
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  #7  
Alt 05.03.2017, 12:44
MarthaLU MarthaLU ist offline
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Will nochmal kurz ergänzen:
Meine Frage bezieht sich eigentlich nicht darauf, ob er sich das Leben genommen hat. Dafür gibt es Indizien, aber einen Beweis eben so lange nicht, wie wir keinen Sterbeeintrag haben.
Frage daher stattdessen. wie verfuhr man allgemein mit Selbstmördern vor rund 250 Jahren ?
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  #8  
Alt 05.03.2017, 13:03
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katrinkasper katrinkasper ist offline
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Guten Tag,
hier ein paar ältere Impressionen.
http://forum.ahnenforschung.net/show...76&postcount=1
Die Mehrzahl der Diskutanten verkehrt heute noch regelmäßig im Forum.
__________________
Herzliche Grüße
von Katrin
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  #9  
Alt 05.03.2017, 13:04
Kastulus Kastulus ist offline
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Grüß Gott,

aus kath. bayr. Kirchenbüchern: Entweder der Pfarrer fand (oder erfand aus verständlichem Mitgefühl für die Familie) einen Grund wie "totale Depression" und der Verstorbene konnte kirchlich beerdigt werden oder die kirchl. Bestattung wurde versagt. Es fand sich dann für die Beerdigung eine ungeweihte Stelle im oder außerhalb des Friedhofs. Es erfolgte aber in diesem Fall auch ein entsprechender Eintrag im Kirchenbuch; es gab ja kein Standesamt. Der Salzburger Scharfrichter Wohlmut schrieb, dass Selbstmörder verscharrt werden mussten "mit dem Gesicht nach unten".

Schönen Sonntag! Kastulus

Geändert von Kastulus (05.03.2017 um 13:08 Uhr)
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  #10  
Alt 05.03.2017, 14:55
Benutzerbild von Weltenwanderer
Weltenwanderer Weltenwanderer ist offline männlich
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Hallo Martha,

dass er nicht im zivilen Kirchenbuch auftaucht, ist jetzt nicht so verwunderlich. Da würde ich in den Militärkirchenbüchern seiner Einheit nachgucken.

LG,
Weltenwanderer
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