#1  
Alt 11.09.2014, 15:50
Marco H Marco H ist offline
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Standard Familie von Fromberg °° von Pöllnitz

Hallo Forschergemeinde,


ich suche die Vorfahren des Matthias von Fromberg, geboren ca. 1660 °° Louise von Pöllnitz.
Deren Sohn war der: Christian Friedrich von Fromberg, geboren 1684 in Hirschberg (Schlesien), gestorben 26 Sep 1750 vermutlich auf Schloß Kießlingswalde.

Weiß jemand, wie die Vorfahren oder Eltern von Matthias oder Louise heißen?

oder weitere Angaben zu der Familie.

Vielen Dank im Voraus

Marco
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  #2  
Alt 29.01.2017, 17:26
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Zitat:
Zitat von Marco H Beitrag anzeigen
ich suche die Vorfahren des Matthias von Fromberg, geboren ca. 1660 °° Louise von Pöllnitz.
Auch ein interessantes Problem, an dem sich bestimmt schon einige Experten versucht haben.
Die Familie hatte 1732 bei ihrer Nobilitierung/Adelsbestätigung behauptet, Nachfahren der bayerischen Ritter von Fronberg gewesen zu sein. Die aber nach u.a. Kneschke (Bd. 3, S. 378) bereits 1610 erloschen waren. Das Wappen der schles. Fromberg zeigt daher auch in 1/4 das alte Fronberg-Wappen (von Silber über Rot, mit einer rechten Stufe geteilt). Siehe das 1732er Wappen aus dem Wiener Archiv.

Blazek (also Schlesische Siebmacher, Bd. 3, S. 132), der zahllose Adelsdiplome schlesischer Familien durchgearbeitet hatte, schreibt jedoch zur angeblichen Abstammung vom bayerischen Uradel: "Die Abstammung von den + bayrischen Fronberg ist wohl nur prätendirt, keineswegs aber erwiesen."
Noch im selben Jahr wurde der Adel durch Kursachsen anerkannt (siehe Gritzner Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte Deutscher Landesfürsten, Bd. 2, S. 689 f.). Gritzner erwähnt als Mutter des nobilitierten Christian Friedrich eine Bonit (Hirschberger Kaufleute), deren Familie später mit v. Mohrenthal geadelt wurde. Eine Luise von Pöllnitz - wie oben behauptet - ist hier demnach gar nicht bekannt. Da müßte man wissen, wo das herstammt. Der Adelserwerber starb tatsächlich am 26.9.1750 und wurde am 2.10. in Kieslingswalde begraben.

Eigentlich dreht es sich hier aber um den Vater Matthias oder Matthäus Fromberg/Frömberg - der sich bestimmt nicht "von F." nannte. Es liegen zahlreiche Hirschberger Chroniken vor - wie kaum von einer anderen schlesischen Stadt. Im fraglichen Zeitpunkt (17. Jhd.) fand ich nur den Hinweis, daß in der 1658 gegründeten Kaufmannszunft waren u.a. Mitglieder: Matthäus Frömberg. Sowie: Seine vermeintliche Schwester Rosina (Rosa, * 18.2.1647) hatte 1662 den Arzt und späteren Bürgermeister Balthasar Thomas Kretschmer (berühmte Hirschberger Familie!) geheiratet. Die Frömberg waren demnach keine alteingesessenen Hirschberger - so fehlen sie auch in den Namensverzeichnissen der Stadt aus dem 16. Jhd.
Matthias war vor der Ehe mit der Bonit aber schon einmal verheiratet gewesen mit Blandina Volkmar (1630-1679), mit der er aber 'nur' drei Töchter hatte: Johanna Blandina (oo Gottfried Schollen), Ursula Regina (oo Christian Wilhelm Tralles) u. Rosina Elisabeth. Der später nobilitierte Sohn kann daher tatsächlich frühestens in den 1680er Jahren geboren worden sein.

Hier könnte ein Blick in die vorhanden, aber nicht online vorliegenden Hirschberger KB weiterhelfen.

Bemerkenswert: Franz Wilhelm Max Frömberg hatte in Krummhübel (Riesengebirge, 15 km südl. Hirschberg) 1915 für sich und seines Bruders Nachkommen ein Wappen gestiftet: In R. ein w. Mauergiebel von drei Stufen, die oberste mit g. Stern besetzt, die Stufe mit einem achtspitzigen r. Kreuz belegt. Helm: Zwei Flügel, die mit je drei Sternen von R. u. W. schräglinks bzw. schrägrechts geteilt sind.

Geändert von Kleinschmid (30.01.2017 um 07:47 Uhr)
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  #3  
Alt 31.01.2017, 10:23
Marco H Marco H ist offline
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Vielen Dank für die Nachricht, sind ein paar interessante Dinge enthalten
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  #4  
Alt 31.01.2017, 16:50
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Da ist doch sicher die Nachfrage gestattet - weil das Thema ja schon älter ist - ob denn die Hirschberger KB etwas zur Lösung des Problems beitragen konnten und woher stammt der Hinweis mit der Louise von Pöllnitz? In der kursächsichen Adelsanerkennung, die doch wohl Gritzner eingesehen hatte, wurde sie ja nicht erwähnt.
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  #5  
Alt 31.01.2017, 23:47
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hm ...
nur so nebenbei:

Wappen "Frömberg"
Siebmacher, Bürgerliche, Bd. 12, Teil 4, Abtl. 11, Seite 32, Tafel 38

Franz Wilhelm Max Frömberg hatte in Krummhübel (Riesengebirge, 15 km südl. Hirschberg)
1915 für sich und seines Bruders Nachkommen ein Wappen gestiftet:
In R. ein w. Mauergiebel von drei Stufen, die oberste mit g. Stern besetzt,
die Stufe mit einem achtspitzigen r. Kreuz belegt.
Helm: Zwei Flügel, die mit je drei Sternen von R. u. W. schräglinks bzw. schrägrechts geteilt sind.

... liegt mir vor.
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  #6  
Alt 01.02.2017, 19:36
Marco H Marco H ist offline
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Matthias Fromberg, Herr auf Spitz-Kunersdorf, Kaiserlicher Kommerziernrath verheiratet mit Louise von Pöllnitz, die sich später wieder mit Bonit von Mohrental, Herr auf Peterswaldau, Kreis Reichenbach in Schlesien, Kaiserlicher General-Intendanten und Kriegskommandanten, vermählte.

Aus der Familiengeschichte von Zimmermann
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  #7  
Alt 02.02.2017, 14:53
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Zitat:
Zitat von Marco H Beitrag anzeigen
Aus der Familiengeschichte von Zimmermann
Nix Zimmermann - das stammt ursprünglich aus dem Gotha und wurde demnach von der Familie selbst in die Welt gesetzt. Grundsätzlich sollte der gemeine Familienforscher solche Angaben aus dem Briefadel betref. Abstammung hinterfragen. Im Detail:

- Spitzkunnersdorf - warum sollte ein schlesischer Kaufmann ein über 50 km von Hirschberg entferntes sächsisches Rittergut erwerben? Dieser Teil der OL gehörte also nie zu Schlesien. Gerade zur OL liegt ein ganz vortreffliches Werk vor, aus dem man sich 'ganz bequem' über eine Familie oder die dortigen Rittergüter informieren kann. Es wurde von Hermann Knothe begonnen und von Walter v. Boetticher fortgesetzt: Geschichte des Oberlausitzer Adels u. seiner Güter. Demnach gab es nie einen Besitzer Frömberg o. ä. von Spitzkunnersdorf (Bd. 4, S. 263 f.). Vielleicht war das nahe bei Hirschberg gelegene Cunnersdorf gemeint?

- Poelnitz/Pöllnitz - wie sollte der Hirschberger Kaufmann an eine solche Adlige gelangt sein? Nach Boetticher hatten die Pöllnitz keinen Landbesitz zur fraglichen Zeit in der OL. Es liegen mehrere, ausführliche und auch frühe Familiengeschichten zu diesem sehr alten Adelsgeschlecht vor, doch konnte ich darin unsere Louise nicht finden. Warum sollte eine solche Landadlige als reiche Witwe mit angebl. Landbesitz in der OL dann wieder 'nur' einen Kaufmann (Bonit) aus Hirschberg geheiratet haben? Schließlich darf man nicht vergessen, daß die Familie in ihrem Adelsdiplom behauptet hatte, Nachkömmlinge eines bayerischen Rittergeschlechts (Fronberg) zu sein. Warum wurde dann aber verschwiegen, daß die Mutter des Adelserwerbers aus der uradligen Familie Pöllnitz abstammte, sie vielmehr nur als eine "später mit N. N. Bonit v. Mohrenthal ... vermählten Dame" bezeichnet wurde. Das paßt doch nicht zusammen.

Diese Bonit waren in Hirschberg vermutlich bekannter als dieser Frömberg, hatten sie sich doch ganz besonders um den Bau der dortigen Gnadenkirche u. des Gymnasiums verdient gemacht. Sie hatten sich damit aber finanziell so übernommen, daß einer von ihnen 1720 zu Jauer im Schuldenarrest verstarb. Der Riesengebirgsverein versuchte später mehr über dieses Familie in Erfahrung zu bringen u. beauftragte einen Major a. D. Schuch damit. Der von ihm dazu verfaßte Artikel in der Zeitschrift Der Wanderer im Riesengebirge, 5 (1891), S. 62 f., endet aber mit der Festellung: "Der Wunsch ... und insbesondere in Erfahrung zu bringen, wie diejenige Hirschberger Witwe hieß, welche Bernhard Bonit heiratete ... hat sich bis jetzt nicht verwirklichen lassen." Wenn man dies 1890 vor Ort schon nicht klären konnte ...
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  #8  
Alt 02.02.2017, 20:31
Marco H Marco H ist offline
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Hallo Kleinschmied,
vielen Dank für deine erneute Nachricht, ich werde meine Bekannten darüber informieren
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  #9  
Alt 12.02.2017, 16:16
Marco H Marco H ist offline
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Hallo ´Kleinschmied was meinst du zu dieser Archivalie im Bestand 10025 aus dem Archiv Sachsen

Geheimes Konsilium

Archivalnummer Loc. 05814/09
Datierung 1752 - 1772
Die Irrungen Ehrenfried Zimmermanns mit Friedrich August von Fromberg wegen des Testaments seines Schwiegervaters, des Landkammerrats Christian Friedrich von Fromberg, um Verkürzung seines Sohnes an der Legitima

festigt sich nicht da die Abstammung der von Zimmermann

Grüße Marco
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