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  #1  
Alt 27.10.2013, 00:53
Bachgau Bachgau ist offline männlich
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Standard FN Buhleier

Familienname: Buhleier
Zeit/Jahr der Nennung: zw. 1794 + 2013
Ort/Region der Nennung: haupts. in 63934 Röllbach, 63834 Sulzbach am Main,


Woher kommt der Nachname, was bedeutet er.

Meine letzte Spur ist ein:
Peter Buhleier * Hösbach xx.xx.1794, +Sulzbach am Main 18.12.1843

Woher kam er und somit auch der Name?

Ich möchte keine falsche "Spur" legen, aber hat der Name etwas mit
Bulaij, Bulajic, Belaij, zu tun.
Evtl. aus Juguslawien, Albanien, Tschechoslowakai, Rußland ?

Vielen Dank
__________________
Suche Boll aus Radheim, Dorndiel, Häuserhof, Mosbach, auch die Ausgewanderten. Wer kann helfen ?
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  #2  
Alt 27.10.2013, 02:30
Buchhalterin Buchhalterin ist offline weiblich
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Na, ich versuch 's mal zu erklären. Muss ja nicht stimmen, klingt aber m. E. plausibel:
1.) Zusammengesetzter Familienname: Buhl - Eier
1a.) Ein Buhler (mit "h" geschrieben !) hat die alte Bedeutung eines Geliebten. siehe auch: http://de.wiktionary.org/wiki/Buhle
1b.) Was man alles unter "Eier" oder synonym unter "herum eiern" im Deutschen versteht, ist auch klar.

2.) Aber es könnte vielleicht auch möglich sein, dass der Familienname sich zusammensetzte aus: Buh - Leier
2a.) http://de.wiktionary.org/wiki/buh
2b.) http://de.wiktionary.org/wiki/Leier

Hat m. E. nichts mit "Bulaij, Bulajic, Belaij" zu tun, denn die Person stammte doch aus Hösbach und Sulzbach am Main oder nicht ?

Gruß - eMWe
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  #3  
Alt 27.10.2013, 05:29
Schmid Max Schmid Max ist offline
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moin,
Das ist schon eine sehr vordergründige Herleitung !
Gut , dass du nicht auf die Stierhoden gekommen bist ;-))))

Dei Endung-er lässt auf eine Berufs-oder Tätigkeitsbezeichnung schliessen (vgl. Mauer-er, Zimmer-er usw.)
Zugrunde läge demgemäss ein Wort Buhlei / Buley.
Ein uralter Name der bereits Mitte des 15.Jhdts, also früh in der Namensvergabe auftaucht
(nomen-online.de nennt 1449 als früheste bekannte Nennung)
Zurückgehen soll der Name auf das sorbische (also doch slawische !) Wort "bulas" (Kugel) für eine Art (Kegel)Spiel mit Holzkugeln.
( vgl. Ball, Boule, ball etc,)
Dies erklärt auch die weite Verbreitung des Namens Buley in D, F, USA mit Schwerpunkt in D, Berlin und SO davon im sorbischen Siedlungsgebiet)
vgl:http://www.verwandt.de/karten/absolut/buley.html)

Also war der Buhleier gewissermassen ein "Kegelbruder" oder ein Hersteller von Holzkugeln.

Gruss vom
Schmid Max

Laurin wird sicher aus seinem Wissensfundus dazu noch was sagen.
__________________

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Es ist nicht möglich, den Tod eines Steuerpflichtigen als "dauernde Berufsunfähigkeit" im Sinne von § 16 Abs. 1 Satz 3 EStG zu werten ...
( BFH - Urteil vom 29.4.1982 (IV R 116/79) in BStBl. 1985 II S. 204)

Geändert von Schmid Max (27.10.2013 um 05:37 Uhr)
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  #4  
Alt 27.10.2013, 14:09
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Laurin Laurin ist offline männlich
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Ort: Oberfranken
Beiträge: 4.705
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Zitat:
Zitat von Schmid Max Beitrag anzeigen
Laurin wird sicher aus seinem Wissensfundus dazu noch was sagen.
Hallo,

nun ist mein Wissensfundus auch nicht unerschöpflich - beim FN Buhleier kann ich mich auch nur auf allgemein zugängliche Lit. stützen.

Die bei GenWiki genannte Etymologie des FN Buley, der vorrangig im Gebiet der Niederlausitz anzutreffen ist, kann ich nicht so recht nachvollziehen.
Witte, Wend. Zu- und FN (1906) erwähnt den FN Buley leider nicht.
Nach einem histor. WB Lausitzisch-wendisch (1866) bedeutet
bul / bulica "Beifuß (botan.)", aber kula "Kugel, Sphäre; Beule, Buckel; Auswuchs, Klumpen"
Sollte hier nicht evtl. ein Lesefehler vorgelegen haben (b ↔ k), der zur Verwechselung mit ahd. būla "Beule, Schwellung" führte?

Nun nach einem hist. WB. Polnisch-deutsch-französisch (1822):
Auch aus dem Polnischen kann ich die Bedeutung "rollen, Kugel" nur sehr schwer ableiten, denn wer wurde schon nach einer
"Päpstlichen Bulle" = bula papieska benannt?
Kugel = kula, wie sorb.-wend. auch!
Eher zutreffend wäre m.E. nach bei slawischer (!) Herkunft eine Ableitung von poln. buła = chleb obroczny "Tagebrot, Wecken".

Die wenigen Einträge für den FN Buhleier bei FamilySearch und bei GeneaNet lassen keinen eindeutigen Schluß auf die Herkunft zu.
Geht man aber von Frankfurt/M., Sommerfeld, Röllbach und Sulzfeld aus, läge eigentlich eine althochdeutsche Namensherkunft näher als eine slawische:
ahd. būla "Beule, Schwellung": die Endung -er würde ich auch als Suffix, gleich welcher Art, betrachten.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #5  
Alt 27.10.2013, 15:54
Schmid Max Schmid Max ist offline
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Registriert seit: 18.03.2013
Beiträge: 933
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Da ich zwar Grundkenntnisse in einigen slawischen Sprachen habe aber weder Sorbisch
noch Polnisch beherrsche muss ich mich auf die entsprechende Literatur stützen.
So ist:
http://www.enzyklo.de/lokal/42134&page=111
unter dem Namen "Buhlan", eine Ableitung aus Sorbisch "bulas" , bulawa bulalo angegeben ,
ebenso wie aus Polnisch "bula", was "Klumpen" bedeuten soll. Dass es daneben die Bedeutung,
"Brötchen" hat schliesst das andere ja nicht aus.
Diesselbe Herleitung nennt :
http://www.deutsche-nachnamen.de/herkunft/buc-buh.htm
auch für die weiteren Varianten Bulang, Bulei, Buley.
Auch :
http://wiki-de.genealogy.net/Buhlan_%28Familienname%29
nennt dasselbe für Buley.
Dito:
http://www.nomen-online.de/bedeutung...crit=nachnamen
für das Suchwort: Buley
Im übrigen nennt :
http://www.woxikon.de/deutsch-polnisch/bry%C5%82a.php
neben kula auch das Wort "bula" für Kugel neben dem schon genannten "Klumpen"

Für mich ergibt sich daher zwanglos eine Herleitung aus dem Sorbisch /Polnischen
Sprachbereich mit der Bedeutung des (Holz)Kugelmachers.

Was die Verbreituing angeht ist 1. das Alter der Nennung von Bedeutung
und 2. die noch heute anzutreffende Häufung des Namens Buley im Spreewald
und 3.darf nicht vergessen werden, dass neben den weitläufigen
Handelsbeziehungen der oft in Heimarbeit in den Randgebieten (ähnl. Erzgebirge)
hergestellten Holzwaren auch mehrere grosse Migrationsbewegungen aus den
Sorbischen Gebieten , sowohl westwärts als auch nach Amerika stattgefunden haben.
(vgl. daher die Verbreitung des Namens "Buley" u.ä. sowohl in F als auch in USA)

Gruss vom
Schmid Max
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Es ist nicht möglich, den Tod eines Steuerpflichtigen als "dauernde Berufsunfähigkeit" im Sinne von § 16 Abs. 1 Satz 3 EStG zu werten ...
( BFH - Urteil vom 29.4.1982 (IV R 116/79) in BStBl. 1985 II S. 204)
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  #6  
Alt 27.10.2013, 17:12
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Laurin Laurin ist offline männlich
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@Schmidt Max:
Ich hege den starken Verdacht, daß sämtliche von Dir zitierten Stellen zur Bedeutung des FN Bu(h)lan und Bu(h)ley aus gleicher Quelle geschöpft haben.
Die Übereinstimmung kommt mir doch recht merkwürdig vor.

Selbst im aktuellen online-Wörterbuch Sorbisch-Deutsch bzw. Deutsch-Sorbisch konnte ich bisher keine entsprechenden Wörter für Kugel bzw. Klumpen finden;
siehe Auszüge anbei.
Für buła oder bula "spuckt" das WB Dt.-Sorb. nichts aus.

Meine andere historische Quelle ist das Lausitzisch-Wendische WB von Prof. Dr. Pfuhl (Bautzen 1866) - ich hab's als PDF heruntergeladen (über google.books); ebenfalls Auszüge anbei.

Ein weiteres WB ist das Wendisch-deutsche Hand-WB nach dem Oberlausitzer Dialekte (1840) - auch dort Fehlanzeige.
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Laurin
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  #7  
Alt 27.10.2013, 17:56
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Laurin Laurin ist offline männlich
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@Schmidt Max: (zum Zweiten)

Evtl. könnte der FN Buhleier auch ein "angepaßter" FN aus dem tschech. Sprachgebiet sein, z.B. von Bulej
Zitat:
Zitat von D. Moldánová, Naše příjmení, 2010

Bula
- spíš než z A bula = papežská či panovnická listina opatřená pečetí je z nář.
A bula = boule; Bulka (karbanický termín; součást chodského kroje),
Bulák (nář. = Chod podle příč. sl. býti - bul místoobvyklého byl;
val. nář. = plechový žlutý knoflík),
Bulan, Bulánek (1547; pečivo na způsob lívanců), Bulát (z příd. jm.
bulatý = boulovitý, tlustý) ... Bulej ...

A - apelativum. slovo obecného významu
nář. - nářečí, nářeční, nářečně
příč. - příčestí minule činné
sl. - sloveso
val. - valašsky, valašský
příd. jm. - přídavné jméno
Bist Du der tschech. Sprache mächtig und kannst das bitte übersetzen?
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Laurin
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  #8  
Alt 27.10.2013, 18:25
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Hallo,

bar jeglicher Kenntnisse irgendeiner slawischen Sprache fiel mir folgendes auf:

- ja, die Belege für Kugel scheinen auf einen einzigen Ursprung zurückzugehen
- die Verteilung in verwandt.de legt zwei Entstehungsgebiete nahe, ein ostdeutsches und ein süddeutsches. Auch zwei Deutungen? Übrigens ziehe ich zum Vergleich gern auch die relative Verteilung heran
- die Endung -er könnte auch einen Herkunftsnamen kennzeichnen. Ich finde aber nichts.
- im sorbischen Wörterbuch sehe ich dula-Kugel. Also Druckfehler bei den bula-Namendeutungen? Oder eine dialektale d-b-Verschiebung?

Viele Grüße
Xylander
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  #9  
Alt 27.10.2013, 21:38
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

meinen Fund möchte ich nicht vorenthalten: Bullay an der Mosel, früher auch Bulay geschrieben. Na gut, nach dem Finden des Nachstehenden ziehe ich das zurück.

In Marktbreit gab es eine Buhleirengasse http://books.google.com/books?id=s_l...hleier&f=false evtl falsch geschrieben, wenn man das Folgende einbezieht.
In der Gegend noch um 1810 bei Himmelpforten und Ochsenfurt Buhleiten , scheint eine Flurbezeichnung bzw. -beschreibung zu sein, vgl. http://books.google.com/books?id=eul...leiten&f=false auch in Würzburg. Buhleite = Buchleite, also ein mit Buchen bewachsener Hang.
Dazu passt auch, dass es auch den Namen Buchleier in der Gegend gibt.

Frdl. Grüße

Thomas
__________________
FN Pein (Quickborn-Renzel), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg)

Geändert von Kasstor (27.10.2013 um 22:27 Uhr)
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  #10  
Alt 28.10.2013, 05:41
Schmid Max Schmid Max ist offline
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moin,
ad 1)
Dass verschiedene Quellen auf einem Abschreiben basieren ist (nicht nur bei pseudopromovierten Politikern) leider gang und gäbe.
Das Niedersorbische kennt das Wort "bula" für "rollen" und interessanterweise auch "bulawa" für die (Kegel) Kugel.
http://dolnoserbski.de/dnw/ rollen / bulas se / kulas se a bula / rollt und rollt
http://dolnoserbski.de/dnw/ bulawa / Kugel (zum Kegeln !)
Dass bula in der dem Niedersorbischen eng verwandten polnischen Sprache neben "kula" die Kugel bedeutet wurde bereits oben erwähnt.

ad 2)
Die angeführten Bsp. aus der tschech. Sprache sind nmM unzutreffend.
Bula ist das Siegel, eine Akte versehen mit Siegel, spez. die päpstliche Bulle.
Weiters "die Beule" .
Bulka, der Stock beim Kartenspiel,
Bulak ,Part.Perfekt von byti, im Slang "bul" für "byl", das Gewesene
daneben veralteter Dialektausdruck für einen gelben Blechknopf.
Bulan und das Diminuitiv -ek ein Gebäck ahnlich den Liwanzen und
(wohl offensichtlich davon hergeleitet) bulat für dick, fett (Bulej /Fettsack)
(--> Wurzel "bula" für rund, kugel.... wohl ein gemeinslaw. Wort)

Jetzt aber Schluss mit den linguistischen Feinheiten.

Ich bin mittlerweile mit Xylander und Kasstor der Meinung, dass schon aufgrund des
über 500 jährigen Alters des Namens mit den eingetretenen Verschleifungen und Schreibvarianten
eine Herleitung aus mehreren Quellen sehr wahrscheinlich erscheint.
Insbes. die von Kasstor genannte Buchleite überzeugt mich persönlich.
Werds wohl nicht abschliessend zu klären sein.

Gruss vom
Schmid Max

PS: Bei dem oben genannten Wörterbuch kann ich keinen direkten link angeben.
Startseite oben "Suche" anklicken und das fett geschr. Wort eingeben.
PSPS @Laurin
wenn du die wörtliche Übersetzung brauchst dann per pn da es nmM hier zu weit führte.
__________________

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( BFH - Urteil vom 29.4.1982 (IV R 116/79) in BStBl. 1985 II S. 204)

Geändert von Schmid Max (28.10.2013 um 06:08 Uhr) Grund: Ergänzung link etc.
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