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Alt 16.08.2017, 22:31
SteffenHaeuser SteffenHaeuser ist offline
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Standard Ahnenforschungs-Backup mit SVN

Liebe Mitforscherinnen und Mitforscher,

Vor kurzem habe ich alle meine Daten, die ich in Jahren der Forschung erstellte, auf einem SVN Repository verfügbar gemacht. Sehr zu meienr Verwunderung stellte ich fest, dass viele Ahnenforscher nie von dem Begriff "SVN Repository" hörten. Ja, es kommt aus der Software-Entwicklung, ist aber klasse zum gemeinsamen Bearbeiten der gleichen Daten - was ja bei Ahnenforschung, etwa bei Indexierungsprojekten, oft vorkommt, und Change Tracking und Backup bekommt man gleich dazu!

Daher will ich hier eine kleine Einführung bringen.

1. Was ist SVN?

SVN - kurz für "Subversion" - dient dazu, Daten im Netz zu speichern (ob nun lokales Netz oder Internet - beides ist möglich). Wenn im lokalen Netz muss man selber den Server konfigurieren (was kompliziert ist), wenn im Internet kann man einen der kostenlosen SVN Server im Internet nutzen (was super-einfach ist).

Features von SVN:

- Backup
- Mehrere Leute können auf den selben Daten arbeiten
- Man kann jederzeit eine "alte Version" der Daten restaurieren
- Man kann die Daten downloaden
- Man kann sagen "gib mir alle neuen Änderungen seit meinem letzten Download", dabei muss man keine verschiedenen "Versionen" der Dateien speichern, man kann ja jederzeit eine alte Version wieder herstellen!
- Man kann im Detail anschauen, was sich geändert hat, von wem und warum (vorausgesetzt derjenige, der die Änderung machte, hat ein "Warum" angegeben)
- Keine Frage mehr "welche Version habe ich wem von befreundeten Forschern schon geschickt" - die Leute können sich das Update jeweils selbst downloaden bzw. die Software sagt ihnen, wenn es etwas Neues auf dem Repository gibt ;-)

2. Wie erstellt man das?

Ich selber verwende https://deveo.com/
Hier muss man sich einfach registrieren, dann kann man auf dieser Seite ein Projekt erstellen.

Auf das "+" drücken, hier kann man weitere User erstellen (denen man auch nach Bedarf nur Lese- oder auch Schreibrechte geben kann) oder eben ein Projekt erstellen. Das Projekt ist hier bereits erstellt.

Wenn man das Projekt erstellt hat, sieht es so aus:



Am linken Rand sieht man "Repositories", hier kann man ein Repository, also eine "File-Sammlung" ansehen. Rechts sieht man übrigens die History, mit "Details" kann man erfragen, was sich geändert hat an einem existierenden Repository usw.

Bei einem existierenden Repository kann man auf Repositories klicken. Anlegen kann man das mal wieder mit dem "+" auf der Webseite.

Nun gehen wir im Beispiel auf "GenSH", da sind die Dateien. Das Wiki wird immer mit angelegt, hier kann man Beschreibungen eintragen, also welche Datei was enthält oder so. Oder das Team, das an den Daten arbeitet, vorstellen. Oder was auch immer.

Nun kann man sich durch die einzelnen Dateien und Verzeichnisse "durchklicken":

Nun sind wir bei den Dateien:



Hier kann man zum Einen auf das "Auge-Icon" drücken (rechts oben), damit erhält man eine Email-Benachrichtigung, sobald sich Dateien ändern. Zum Anderen kann man eine Datei anklicken.



Wenn die Datei in einem Format ist, das Deveo lesen kann, wird sie direkt angezeigt. Durch Klick auf den "Raw"-Button wird die aktuelle Version der Datei downgeloaded.

Deveo ist kostenlos solange die Daten unter 1 GB bleiben (da kann man ne Menge Kirchenbücher dafür abschreiben, bis 1 GB Daten zusammenkommt...).

Wenn einem das mit einer Webseite zu "umständlich" ist, gibt's auch eine (kostenlose) Software, mit der man das ganze geschickt direkt am PC machen kann - TortoiseSVN.

Die Software gibt es hier:

https://tortoisesvn.net/downloads.html

(Für Windows, für andere Betriebssysteme gibt es aber äquivalente Software).

Nach der Installation ist SVN in den Windows Explorer integriert.

Man kann nun die rechte Maustaste drücken und das Kontextmenu des Windows Explorers hat zwei neue Einträge:



Mittels SVN Commit erhält man dieses Fenster:



Hier stellt man ein, wo das SVN Repository ist (das erhält man, wenn man das Repository auf deveo erstellt hat) und wo die Daten lokal gespeichert werden sollen. Dann OK drücken.



Nun kann man wählen, welche Daten man auf den Server schicken will. Und dann OK drücken.

Im Windows Explorer wird ab nun übrigens angezeigt, ob sich die lokalen Daten derzeit von dem "Stand" auf dem Server unterscheiden, durch ein rotes Ausrufezeichen:



Mittels markieren der Verzeichnisse/Dateien und "SVN Update" im Contextmenu werden die lokalen Daten auf den aktuellen Stand gebracht (wohingegen, wenn der lokale der aktuellste ist, man mittels "SVN Commit" die Daten auf den Server schickt.



Hier ist das Diff-Tool von TortoiseSVN zu sehen (auch über Kontextmenu im Windows Explorer erreichbar). Es zeigt GENAU an, was sich zwischen lokaler Version und der Version auf dem Server unterscheidet. Man kann sogar zwei verschiedene "ältere Versionen" vergleichen.



Hier ist das Logfile von TortoiseSVN. Man sieht genau, was sich geändert hat, von wem und wann. Man kann sich damit sogar eine alte Version "zurückholen".

Und natürlich ist man gegen Datenverlust geschützt - die Daten sind im Netz gespeichert. Und auch kein "welche meiner vielen Versionen ist nochmal die aktuelle Version" mehr. Man hat totale Versionskontrolle!

Man kann sogar bestimmte Versionen mit einem Namen versegen (ein sogenannter "Label", aber das führt nun ein bischen zu weit...).

Mit freundlichen Grüßen,
Steffen Häuser

Geändert von SteffenHaeuser (16.08.2017 um 22:50 Uhr)
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