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  #11  
Alt 12.02.2017, 21:11
Benutzerbild von Roswitha
Roswitha Roswitha ist offline weiblich
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Registriert seit: 10.10.2009
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Hallo Kesspit,
auch ich war zu Beginn meiner Ahnenforschung über die vielen vorehelichen Geburten erstaunt. In einem Zweig wurde das erste Kind fast immer vor der Hochzeit geboren, manchmal auch das zweite. In einigen Fällen war das erste Kind ein "7-monats-Kind". Das war in Niedersachsen. In einer anderen Linie (in der Altmark), bei der es sich um Großbauern handelt, kamen voreheliche Kinder so gut wie nicht vor. Hier waren die Heiraten von den Eltern engagiert. Davon zeugten auch umfangreiche Eheverträge.
Viele Grüße
Roswitha
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  #12  
Alt 12.02.2017, 21:33
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
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Ach, aus manchen Regionen wird kolportiert, dass die Bauern erst dann heirateten, wenn klar war, dass ihre Braut "gebärfähig" war - also musste schon mindestens ein Kind, wenn nicht gar ein Stammhalter vorhanden sein.

Die Kinder trugen dann die Schleppe des (weißen?!) Brautkleids.

Wir haben da wirklich etwas romantische Vorstellungen von unseren Altvorderen. Heiraten war da oft eine im Wesentlichen geschäftliche Angelegenheit....
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Gruß, fps
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  #13  
Alt 13.02.2017, 09:38
SarahEmelie SarahEmelie ist offline weiblich
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Hallo

Ich bin im Laufe meiner Forschung auch auf solche Fälle gestoßen. Manchmal gab es schon mehrere Kinder, bis endlich geheiratet werden konnte. Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, hing die Möglichkeit zu heiraten in der damaligen Ueit häufig von verschiedenen Faktoren ab, z.B. ob man nachweisen konnte, dass man in der Lage war eine Familie zu ernähren.
Ich selbst habe in meiner direkten Linie ein Paar, dass erst acht Jahre nach der Geburt des ersten Kindes geheiratet hat. Der Vater und spätere Ehemann taucht aber schon im Taufeintrag des Sohnes und auch in dem der vier Jahre später geborenen Tochter als Vater auf. Das war in Nordhessen. Fälle, bei denen kurz nach oder knapp vor der Geburt des ersten Kindes geheiratet wird habe ich einige

Liebe Grüße

Sarah
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  #14  
Alt 13.02.2017, 14:57
Ahrweiler Ahrweiler ist offline männlich
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Hallo zusammen
Ich habe auch mehrere Fälle wo die Hochzeit später als die Geburt des Kindes war.Einer der Fälle ist deshalb interessant,weil mehrere Zeugen aussagten und mit ihrer Unterschrift bestätigten,dass der Mann zur fraglichen Zeit ein Verhältnis mit der Mutter des Kindes hatte.Somit bekam das Kind den Namen des Mannes der die Frau geheiratet hatte.Außerdem war es damals üblich dem Kind den Namen des Mannes zu geben,weil man annahm dass er der Vater war,weil er die Frau geheiratet hat (dies weiß ich von einem Bekannten der Rechtsanwalt ist)
LG
Franz Josef
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  #15  
Alt 13.02.2017, 15:28
Jettchen Jettchen ist offline
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Hallo in die Runde,
gerade im 19. Jh. wurden viele nicht- bzw. vor-ehehlichen Kinder geboren.
Den Grund hierfür fand ich darin: Es gab zu viele Kinder!
Die medizinische Versorgung wurde besser, mehr Kinder überlebten. Und nun wusste man nicht mehr, wie die vielen Menschen ernährt werden sollten. Die einzige Möglichkeit sah man darin, die Geburtenzahlen zu reduzieren. Man war der Meinung: Ehelich kamen 10-12 Kinder zur Welt, nicht-ehelich vielleicht nur etwa 5!
Deshalb baute man für die Berechtigung zur Eheschließung eine hohe Hürde auf. Ich fand in einem Archiv zu einem Vorfahren alle die Bescheinigungen, die er und seine Frau vorlegen mussten: Bescheinigungen von Arbeitgebern, Tauf-, Konfirmationsbescheinigung, Abschlusszeugnisse, Erlaubnis der Eltern (obwohl der Bräutigam bereits fast 30 Jahre alt war), Ansässigmachung ...
Und Alles kostete viel Geld!
Als mein Ahn schließlich alle Bescheinigungen beisammen und die Genehmigung zur Eheschließung in Händen hatte, dauerte es noch ein ganzes Jahr, bis er schließlich vor den Traualtar trat, obwohl das Paar bereits zwei Kinder hatte. Ich denke, sie wollten jetzt erst wieder etwas Geld sparen, um doch ein Fest feiern zu können.

So ändern sich die Zeiten. Heute ist man froh über jedes Kind, das zur Welt kommt.

Viele Grüße von Jettchen
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  #16  
Alt 19.04.2017, 15:10
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Meine Vorfahren haben es ähnlich gehandhabt d.h. das erste Kind wird - je nach Familienzweig - von 3 Monate bis zu 4 Monate nach der Eheschließung der Eltern geboren.
Nicht nur im 19., sondern auch im frühen 20. Jahrhundert sind mir da einige Fälle bekannt.

Z.B. Maria Derfler (1903-1985) und Johann Nepomuk Strauss (1893-1948), verheiratet: 03.02. 1924

Das erste Kind Maria S. (* im Mai 1924) (+ 2005).

Das sind etwas mehr als 3 Monate.

Mich "schockiert" die frühe Heirat weniger, sondern dass das in einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt, geschehen ist.

Die Mutter von Maria Derfler hat es ähnlich gemacht: Maria (geborene Hütter, verwitwete Derfler, verheiratete Thalhammer):

Erste Ehe: 05.10. 1902 - erstes Kind: Maria (05. 08. 1903 - + 1985)

Sowie zwei Söhne aus erster Ehe.

Zweite Ehe: 19.08. 1923 - Kind: Maria (* April/Mai 1924 + 1995).

Ohne Kommentar.
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Geändert von Andrea1984 (19.04.2017 um 15:13 Uhr)
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  #17  
Alt 23.04.2017, 17:26
Julie1906 Julie1906 ist offline weiblich
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Hallo zusammen,
die romantische Vorstellung, daß die Vorfahren "ehrenwerter" waren hatte ich auch mal. Habe meine Meinung auch revidieren müssen. Meine Großeltern haben im April 1926 geheiratet - und 4 Wochen später eine Tochter bekommen !!! Das ging ja schnell ! Aber aus Erzählungen habe ich erfahren, daß erst der Hoferbe (mein Großvater) seine ledige Schwester unter die Haube bringen mußte. Und meine Großmutter war da noch nicht ganz 20 Jahre alt!! Also es gibt alles...... Und früher (also 18/19. Jahrhundert) hatten auch mal die Lehnsherren was mitzureden.
Es gibt doch immer wieder spannende Sachen zu entdecken.

Viele Grüße Julie1906
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  #18  
Alt 03.05.2017, 13:29
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Franz Xaver Daxner (Fink) (30.11.1838 - 04.12.1894), verheiratet mit Agnes Fink (27.12.1835 - 14.09.1899), von 29.05.1864 - 04.12.1894.

Franz' Eltern , Franz Daxner und Juliana ?, deren Mädchennamen ich nicht lesen kann.

Bei der Hochzeit von Franz Xaver mit Agnes sind die beiden schon verheirat gewesen.

Trauung von Franz Xaver und Agnes:

http://www.data.matricula.info/php/v...ece0e3c739f13f
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Geändert von Andrea1984 (03.05.2017 um 15:10 Uhr)
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  #19  
Alt 03.05.2017, 17:16
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Ihr Lieben,

"seid froh", dass Eure Ahnen überhaupt geheiratet haben

Bei meinen Haasters war nix mit "widrigen Umständen", da musste auch nicht "Hof zu Hof" oder "Geld zu Geld" kommen. - "Ledige Kinder" gibt's mehr als reichlich, wobei sehr viele Mütter auch gleich mehrere haben.

Selbst meine Großmutter ist 1883 noch so eben zwei Monate nach der Heirat ihrer Eltern geboren, da war der Vater 61 und die Mutter 43 Jahre alt
(beide verwitwet, beide 6 eheliche Kinder aus der 1.Ehe). - Meine Ur-Großeltern waren vollkommen unabhängig, mussten auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen, und dennoch ...
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #20  
Alt 03.05.2017, 17:59
Andrea1984 Andrea1984 ist offline weiblich
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Registriert seit: 29.03.2017
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@Scheuck

Da hast du eigentlich recht, was deine Aussage bezüglich frohseins, dass die Ahnen überhaupt geheiratet haben.

Allgemeine Frage, bezogen auf kein konkretes Jahrhundert: Muss man heiraten, wenn man ein Kind/mehrere Kinder hat ?
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