#1  
Alt 14.02.2017, 16:25
dietA dietA ist offline
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Standard Kistowski

Ein Hallo in die Runde!

Meine Oma ist eine geborene Kistowski.

Wenn ich diesen Familiennamen suche, finde ich Hinweise auf den Herkunftsort Kistowo bei Danzig. Es ein Gut und ich finde in der Literatur auch die adlige Familie "von Kistowski" mit Wappen und Stammbäumen... eine Verbindung kzu meiner Familie onnte ich bisher nicht finden. (Gothaisches genealogisches Handbuch, Stammbäume).

Ich schaffe es bis zu meinem Ururgroßvater aus (vermutlich) Dirschau bei Danzig.

Ich habe auch gelesen, dass auf dem Hof arbeitende Leute ebenso benannt wurden. Kann ich bei dem Familiennamen ohne "von" davon ausgehen oder kommen sie dann noch ganz woandersher? Oder ist das "von" irgendwann in einem Familienzweig abgelegt worden, verlorengegangen? Wenn die Familie nicht dem preußischen König gehuldigt hat vielleicht?

Informationen habe ich aus Geburts- und Eheurkunden, Einwohnerbüchern und von hilfreichen Schreibern hier (zu früh verstorbenen Geschwistern meines Urgroßvaters).

Großmutter: Marta Elli Hildegard Kistowski (26.1.1916 in Cottbus)

Urgroßvater: Adolf Edmund Otto Kistowski (4.5.1886 in Dirschau) 1914 oo in Cottbus Marta Auguste Doring (19.11.1889 in Cottbus)

Ururgroßvater: Albert Kistowski aus Dirschau
seine (erste) Frau Marie (geb. Patzelt, verstorben 1912,
zuletzt wohnhaft in Schönbaum bei Danzig)
wohnte zw. ca. 1918 und 1922 in Berlin Neukölln (lt. EWB).

Unter der Adresse ist 1941 in Berlin eine Witwe I.Kistowski gemeldet, vielleicht eine zweite Ehefrau?

In den Sterbeurkunen des Standesamtes Berlin habe ich bisher nichts gefunden. In Myheritage oder familysearch auch nicht.

liebe Grüße Dietlinde
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  #2  
Alt 14.02.2017, 17:56
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Herr v. Roy schreibt :

Bitte schauen Sie, wo und in welchem Umfang der - nicht-adelige – Familienname K i s t o w s k i
noch heute in Polen verbreitet ist: http://www.moikrewni.pl/mapa/kompletny/kistowski.html

MfG
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  #3  
Alt 14.02.2017, 20:12
dietA dietA ist offline
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Vielen Dank für Ihre Antwort.
Ja, da habe ich auch schon gestöbert. Das sind die heute dort lebenden Familien. Aber da kann ich doch nicht nach Namen suchen?

Kann man sagen, es gibt eine nichtadelige Herkunft schon seit Anlage des Hofes? Parallel sozusagen? Kommen alle Kistowskis ursprünglich aus Kistowo?
Das war meine Frage. Und ob vielleicht jemand Hinweise zu den genannten Albert und Aldolf Kistowski hat.

Gruß Dietlinde
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  #4  
Alt 14.02.2017, 22:30
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Herr v. Roy fügt ergänzend hinzu :

In meinem polnischen Reiseatlas finde ich die Ortsnamen Kistowo und Kistowko nur ein einziges Mal (= rd. 60 km westlich von D a n z i g in der sog. Kaschubei). Von dem Rittergut Kistowo leitet die Adelsfamilie v. KISTOWSKI ihren Namen her, deren Stammvater, der „nobilis“ (!) LAURENTIUS JAROSCH KISTOWSKI (ca. 1535-1610), auf dem Gut Kistowo angesessen war. Im Jahre 1 7 8 9 gehörten die Rittergüter Kistowo und Kistowko dann der polnischen Familie v. LASZEWSKI.

Nach Angaben des „Adelslexikons“, Bd. VI (1987), S. 250 (v. Kistowski / v. Kistowsky), wurde die Ortschaft Kistowo bereits am 30. Juli 1 4 0 2 urkundlich genannt. In der Folgezeit werden sich zahlreiche, nicht miteinander verwandte Familien, welche ihr Heimatdorf Kistowo verließen, nach ihrem Herkunftsort „Kistowski“ genannt haben. All diese - heute weit verbreiteten - Familien KISTOWSKI gehören jedoch n i c h t der Adelsfamilie v. KISTOWSKI an.

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  #5  
Alt 15.02.2017, 09:59
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Herr v. Roy hat bereits wichtige Hinweise zur Adelsfamilie K. gegeben.
Im poln. Adel war zunächst das Wappen bzw. die Zugehörigkeit zu einem Wappenclan entscheidend. Der Name wurde meist nach dem jeweiligen Besitz angenommen. Bspw. hieß der Vater Lipinski u. der Sohn Rogowski - beide gehörten aber zum Wappenclan Leliwa. Dies war sicher noch im 15. u. verm. noch im 16. Jhd. der Fall. Nach Zernicki (oftmals problematisch!) soll hier eine Familie Essen aus Livland in den Großraum Danzig verzogen sein u. nach ihrem neuen Besitz den Namen Kistowski angenommen haben. Ja, es finden sich sogar Stammbaumskizzen, in denen einzelne Personen als v. Essen-Kistowski bezeichnet werden. Ich zumindest konnte in den zahlreichen baltischen Wappenbüchern keine Familie Essen mit einem entspr. Wappen (Sterne + Halbmond) nachweisen. Nach dem von Herrn v. Roy zitierten Adelslexikon erscheint ein Laurentinus Jarosch auf Kistowo. Das läßt sich im Prussia Regalis, S. 263, nachlesen. Er wurde dort 1571 erwähnt (an ander Stelle ein Stanislaus K. 1567 auf Kistowo). Der Ort selbst, also Kistowo (dt. Kistowen) im Kreis Karthaus, wurde urkundlich 1402 im sog. Danziger Komtureibuch genannt. Das läßt sich hier, S. 230 u. 235, nachlesen. Offensichtlich gab es den Dorfnamen also vor dem Adelsnamen - dieser Zweig einer Adelsfamilie (doch Essen?) nahm seinen neuen Namen demnach von diesem Ort an. Spätestens im 17. Jhd. verfestigte sich nun bei praktisch allen Adelsfamilien der Name - auch wenn sie neue Güter erwarben, wurde der Name nicht mehr 'angepaßt'. Die meisten enden auf -ski, wurden im Polnischen zu 'wohlklingenden' Namen u. daher ebenso von der einfachen Landbevölkerung übernommen. Einem Herr Kistowski gehörte Kistowo, und der Bauer Kistowski stammte aus Kistowo. Kistowski ist demnach ein Herkunftsname. Schaut man auch in sehr umfangreiche poln. Ortsverzeichnisse, so findet sich als passender Ort nur dieses eine Kistowo. Es spricht also zunächst alles dafür, daß der nichtadlige Namensgeber von dort abstammt. In den 1990er Jahren ließen sich 605 Personen mit diesem Familiennamen mit Schwerpunkt Danzig bzw. Posen nachweisen. Der Name ist demnach nicht wirklich selten, insofern besteht hier nicht zwingend für alle eine Verbindung zur Adelsfamilie K. Als dieser Teil von Polen in den 1770er Jahren preußisch wurde, erfaßte man den vorkommenden Adel sowie auch die übrige Bevölkerung. Gehuldigt hatte 1774 dem pr. König aus der Familie i. Westpr.: ein Paul K. (39 J. alt, mit So. Franz, 4 J.) aus Gostomie im Kreis Stargard; eine Marianna (33 J., mit So. Woyt. (19 J.) u. Franz (10 J.)) aus Chosnica; ein Martin (61 J.) aus Msciszewice. Im Kreis Kulm gab es eine Witwe Wierzbicki geb. K. auf Trzianno. Über den Landbesitz der Familie siehe ausführlich bei Max Bär: Der Adel und der adlige Grundbesitz in Polnisch-Preussen zur Zeit der pr. Besitzergreifung. Leipzig 1911. Weiteres Material über die Adelfamilie im GStA Berlin mit zwei Akten aus dem früheren Heroldsamt zu: "Kistowski, Kistowski gen.v.Chmielinski". Bemerkenswert ist aber, daß der Name bei der Landbevölkerung 1772/73 recht selten war: es gab einen Kistkoffski (?) in Klein Schantz (Dirschau), eine Rosalia Kistowska in Mellno (Rheden) sowie einen Andreas Kistowsky in Materna (Oliva).

Zur Familie selbst läßt sich nachweisen:
Auguste Victoria K., +18.10.1893 als To. d. Albert u. d. Marie K. (ev. K. Letzkau, Krs. Danzig-Niederung)
Clara Agnes K., +13.10.1893, sonst dito.
Ein Albert K. wurde am 25.11. geboren und am 26.12.1868 in der kath. Kirche St. Joseph i. Danzig getauft. Als Mutter wurde ein Marianne K. verwit. Tosch angegeben. Nach den Danziger Adreßbüchern wohnte die Witwe Tosch in der Jungferngasse 2. Der Vater war verm. kurz zuvor verstorben - paßt also eher nicht.

Mysteriös ist nun die Geschichte in Berlin. Das 'Verschwinden' des Albert K. nach 1922 ohne Eintrag im Sterbeindex des Sta Neukölln/Rixdorf. Vielleicht starb er in einem Krankenhaus - also anderer Sta-Bezirk? Ancestry hat die Toten aus den 1920er Jahren noch nicht vollst. erfaßt. Vielleicht könnte man in das kath. oder ev. KB für die Bergstraße 30/31 schauen. Es gibt interessanterweise ein Bernhard K. ab 1923 in Tempelhof - ein Sohn? Völlig unverständlich ist, daß 1923-1940 kein K. in der Bergstr. 30/31 erwähnt wird, dann aber 1941 eine Witwe Johanna/Anna erscheint. Was sagt denn die Einwohnermeldekartei von Berlin?

Geändert von Kleinschmid (15.02.2017 um 12:26 Uhr)
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