#1  
Alt 20.03.2008, 17:21
Sven Sven ist offline
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Standard von Tessen

Hi,
wäre nett wenn mir jemand ein paar Infos über "von Tessen-Wensierski" zumailen könnte. Bin durch die Google Buchsuche auf das Adelslexikon von Ernst Heinrich Kneschke gestoßen, der betreffende Text wird aber leider nur bruchstückhaft angezeigt.

Vielen Dank im Voraus

Sven
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  #2  
Alt 20.03.2008, 18:22
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Die v. Tessen-Wensierski sind ein altpommerisches, in Vor- und Hinterpommern sowie Rügen einst mehrfach ausgebreitetes Geschlecht, das aber schon 1607 im Mannesstamm erloschen ist, während die westpreußische Linie noch gegenwärtig [= 1890] fortblüht. Den Beinamen hat das Geschlecht von seinem ehemaligen Besitz auf Wensiory im Kreis Karthaus in Westpreußen. Die Hauptgüter lagen auf Rügen (Niechowitz, Makovitz) und in den Kreisen Demmin (Bollentin), Stolpe (Virchenzin, Zietzen, Klein Garde, Bansekow, Schmolsin, Stojenthin) und Pyritz (Klücken).
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #3  
Alt 20.03.2008, 19:02
Joachim v. Roy Joachim v. Roy ist offline
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Standard von Tessen

Hallo Sven,

im modernen „Adelslexikon“, das zur Zeit vom Deutschen Adelsarchiv herausgegeben wird (die Bände XIV [Buchstaben Stae-Tra] und XVI [Buchstaben Weg-Z] erschienen 2003 bzw. 2005), wird eine Familie v. TESSEN-WE[N]SIERSKI n i c h t genannt.

In polnischen Adelslexika finde ich lediglich die Familien TESMER des Stammwappens „Sas Pruski“, TESZMAR des Wappens „Ksie[n]zyc“ und TESSMAR des Wappens „Przyjaciel“.

Darüber hinaus gibt es verschiedene – nicht miteinander verwandte - Adelsgeschlechter namens WE[N]SIERSKI (das erste e mit einem Häkchen = bei uns 'en/em' geschrieben), welche die Stammwappen „Belina“ (= Schwert und 3 Hufeisen), „Jastrze[m]biec“ (= Hufeisen und Kreuz), „Leliwa“ (= Halbmond und Stern) und „Syrokomla“ (= ein großes W mit Kreuz) führen.

Eine Adelsfamilie v. TESSEN-WE[N]SIERSKI fand ich in keinem polnischen Adelslexikon, auch wird das Wappen einer solchen Familie nicht in Rietstaps's internationalem Wappenwerk „Armorial Général“ beschrieben.


Freundliche Grüße vom Rhein
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  #4  
Alt 20.03.2008, 22:37
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Meine Ausführungen habe ich dem Siebmacher entnommen. Das Wappen ist im Band Pommern Abgestorbene auf Seite 99 wie folgt blasoniert: Rot mit Kopf und Hals eines weißen Bockes. Genauso im Band Preußen auf Seite 408: Rot mit Kopf und Hals eines weißen Ziegenbockes. Anders im Band Preußen Ergänzungen auf Seite 172: (Auf Rot) ein springender Bock und im Band Preußen auf Seite 442: Rot mit weißem springenden Gemsbock.
Übrgens lautet der Text im Kneschke:
"Tessen, Tetzen (in Rot der Kopf und Hals eines weißen Ziegenbocks, auch kommt derselbe zuweilen ganz vor). Altes, westpreußisches und pommernsches Adelsgeschlecht, welches auch Tetze, Tessentzen und Tesken geschrieben wurde. In Westpreußen kam es auch unter dem Namen Tessen-Wensierski vor. In Pommern, wo die Familie bereits 1383 zu Schlochow und Stohentin unweit Stolp sass und wo sich dieselbe im 16. Jahrhundert nach dem Gute Schmolsin nannte, ist der Stamm im Mannesstamme 1. April 1607 mit Schwantes Tessen erloschen. Derselbe besass zuletzt die Güter: Bansekow, Chust, Klein-Garde, Lübzow, Lypow, Rambow, Schmolsin, Virchenzin und Ziegen, auch stand der Familie noch 1609 Poblotz und 1610 Vietkow bei Stolp zu."
Unter Wesierski ist das Grafengeschlecht (in Blau drei silberne Hufeisen mit gegen einander gekehrten Rücken, durch deren Mitte ein Schwert gesteckt) ohne Bezug zu den Tessen im Kneschke beschrieben.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #5  
Alt 21.03.2008, 09:27
Joachim v. Roy Joachim v. Roy ist offline
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Standard v. Tessen-Wensierski

Vielen Dank, Herr Pfeiffer, für Ihre Erläuterungen!

Ich ging irrigerweise davon aus, daß der Fragesteller eine polnische Familie sucht.

Seltsam ist, daß die aus dem Herzogtum Pommern stammende Familie TESSEN (auch: TETZEN, TETZE, TESKEN, TESSENTZEN), die um 1890 noch in Westpreußen geblüht haben soll, nicht in dem modernen „Adelslexikon“ genannt wird (hier steht allerdings der „Ergänzungsband“ noch aus).


Freundliche Grüße vom Rhein
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  #6  
Alt 21.03.2008, 12:50
Sven Sven ist offline
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Vielen Dank an euch beide für die reichlichen Informationen. Meine Ur-Ur-Gromutter trug diesen Namen, deshalb war ich einfach mal neugierig. Das einzige kostenlosen Buch, auf das ich bei Google vollständig zugreifen konnte, war das "Neue preussische Adels-lexicon" und da war leider nichts zu finden, obwohl es sich hierbei eindeutig um ein preußisches Adelsgeschlecht handelt. Finde es ein bisschen merkwürdig, dass der Name in einigen Büchern auftaucht und in anderen nicht.

mfg Sven
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  #7  
Alt 24.08.2008, 02:25
AndreaDickerson AndreaDickerson ist offline
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Hallo Sven,

nachdem Herr Pfeiffer die einzigen Ueberlebenden der maennliche Linie der von Tessen Wesierski nach Westpreussen verlegt, bin ich vielleicht in der Lage, Ihnen bei der Suche nach den Vorfahren Ihrer Ur-urgrossmutter behilflich zu sein.

Nur einmal taucht "Tessy Wesierski" bei Max Baer auf, und zwar auf Gostomie im Kirchspiel Stendsitz. Hier besitzt den Anteil P Johann von Czapiewski, den 1761 seine Mutter Catharina, geb. Kistowski, erbt. Zunaechst verwittwete Czapiewski ehelicht sie einen Cieszyca Wesierski. Es erbt dann ein Franz v. Tessen Wesierski nach Abfindung seiner Geschwister. 1791 erbt diesen Anteil sein Bruder Michael, 1792 seine Schwester Marianne, verehelicht Trzebiatkow (aus dem Buetowischen). Zu dem Zeitpunkt gibt es keine bekannten Hypotheken auf dem Anteil, wobei sich einige den Angaben entzogen.

In den Kirchenbuechern finde ich allerdings keine "Tessen", nur "Wesierski". Und hier dominiert Andreas Wesierski und Gattin Catharina, die Paten stimmen im Fall von Kistowski, Czapiewski, Trzebiatkowski und Dulak ueberein.

Ich habe im Bereich zwischen 1729 bis 1836 5 Tessen Ehepaare in meiner Datei, wobei bei den Gattinnen der Maedchenname bisher fehlt. Ich bemuehe mich noch um eine Stendsitz Ehe Datei.

Es waeren da
Albert und Catharina
Christian und Catharina
Laurenz und Barbara
Martin und Dulak (auch sehr oft in meinen Dateien) Marianna
Mathias und Barbara

Bei den Kindern sind, sehr typisch fuer die Gegend, folgende Familien (eigentlich immer verwandt und/oder angeheiratet) Paten:

Wiecki, Maykowski, Dumlinowski, Koytala, Rybinski, Klupasz, Bober, Lehmann, Bednar, Tutkowski, Krecki, Wesierski und Zwara. Bei letzterer Familie gibt es von 1767 eine Eintragung, dass sich ein Zwara aus der Leibeigenschaft einer meiner Vorfahren freigekauft hatte.

Wenn Sie mir genauere Angaben uebermitteln, kann ich Ihnen vielleicht bessere Angaben geben.

Gruss,
Andrea
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  #8  
Alt 25.08.2008, 14:01
Sven Sven ist offline
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Hallo Andrea,

die einzigen Informationen, die ich habe, stammen aus dem Stammbuch meines Urgroßvaters:

Wilhelmine von Tessen Wensierski
Geburtsort: Wensora
Sterbeort: Berent/ Westpreußen

verheiratet mit

Otto Heinrich Ludwig Borchardt
Geburtstag: 13. April 1802
Geburtsort: Bütow in Hinterpommern
Sterbetag: 30. November 1861
Sterbeort: Berent/ Westpreußen

Gruß
Sven
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  #9  
Alt 25.08.2008, 22:00
AndreaDickerson AndreaDickerson ist offline
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Hallo Sven,

kannst du mir ungefaehr sagen, wann das erste Kind, oder ueberhaupt die Kinder kamen, dann kann ich sehen, wo in etwa ich die Heiratseintraege studieren muss. Denn geheiratet wurde gewoehnlich im Wohnort der Frau.

Dort ist dann zumeist das Alter der Braut vermerkt, was mir wiederum sagt, wo ich im Taufbuch nachsehen muss. Besitzen tun die Tessen um die Zeit in Gostomie, mit zwei maennlichen Vertretern, Franz und Michael. Gut moeglich, dass einer der beiden in Wesiory gepachtet hat. Nur finde ich derzeit keine Wilhelmine, was etwas merkwuerdig ist.

Wenn deine Urgrossmutter in Wesiory geboren wurden (das also nicht nur ihr Wohnort zum Zeitpunkt der Eheschliessung war), dann werden wir sie auch finden.
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  #10  
Alt 25.08.2008, 22:45
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Wensiorri (Wensiory) = poln. Wesiory, Kreis Karthaus, gehörte zum [kath.] Kirchspiel Sullenschin. Hiervon hat das Bischöfliche Zentralarchiv Regensburg verfilmte Kirchenbücher: ~ 1706-1889, oo 1706-1938, # 1706-1911. Die Kasualien Evangelischer wurden in der kath. Kirche bis 1862 vorgenommen. Für eingepfarrte Orte kamen auch Berent, Bütow, Groß Pomeiske, Jassen und Schönberg in Betracht.
(Gustomie gehörte zum [kath.] Kirchspiel Stendsitz. Für Evangelische sind Kasualien bei Stendsitz und in den ev. Kirchen von Berent, Schönberg und Sierakowitz zu finden).
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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