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Friedrich 15.02.2010 22:13

Übersetzungshilfe
 
anika123

Was heißt ondergrouwd

ubbenkotte

ondertrouw ist das Aufgebot, also in den Niederlanden minimal 6 Wochen vor der Ehe (standesamtlich nach 1811). Vor der Kirche war das ca. 3 Sonntage vor der kirchlichen Ehe.
einzeln Wörter kannst Du vielleicht mittels dieser Seite übersetzen: http://www.interglot.com/

Friedrich 15.02.2010 22:15

Worterklärung
 
Schnurz

wer kann mir diese beiden Begriffe erklären?
In einem Taufeintrag von 1744, der Täufling hatte übrigens acht Paten,
steht geschrieben 1. Joh. Georg Friedrich m i l a s aus Thürungen
2. Joh. Xtian Krausen M i l e g aus Rosperwenda

Karen

Milas = Soldat
Milag = ?, hab ich nicht gefunden

Ursula

könnte es vielleicht "miles" heißen?
Dann wäre es ein Soldat.

könnte der "mileg" vielleicht "miles" heißen?
Dann wäre es auch ein Soldat.

Friedrich 15.02.2010 22:26

Beruf: Nonnenmacher
 
Peter G.

Jahr, aus dem der Begriff stammt:1650
Region, aus der der Begriff stammt:Baden
habe in einem Kirchenbuch den Begriff "Nonnenmacher" gefunden. Hierbei hadelt es sich nicht um einen Namen sondern um einen Beruf.
Was machte ein Nonnenmacher??
Bei Google habe ich in dem zusammenhang noch Kastration gelesen. Aber keine wirkliche Erklärung gefunden.
Wenn dem so ist, warum wurden Menschen kastriert war es eine Bestrafung für irgendwas. Was mußte geschehen um einen Mann zu kastrieren.

jsproede

ein Nonnenmacher (mhd. nunne »verschnittene Sau« für den Viehkastrator. ) hat wohl eher Schweine als Menschen kastriert.

Uli

nun manchmal wurden auch jungs kastriert bevor sie in die Pupertät kamen aber nur wenn sie eine schöne Stimme hatten. Das waren die sogenannten Kastraten welche in ganz Europa auf Tournee gingen und viele von ihnen in der damaligen Zeit sehr berühmt waren. Genaueres kannst du auf Wikipedia nachlesen.

Xtine

ich hoffe doch, der Nonnenmacher hat seine Tätigkeit nur bei den Sauen ausgeübt 8o und die doch sehr zweifelhafte Kastration der Knaben einem hoffentlich kundigen Arzt überlassen.

Peter G.

Dass es sich bei einem Nonnenmachen um das kastrieren von Schweinen (Tiere) handeln könnte bin ich nicht draufgekommen. Irgenwie habe ich gleich das schlimmste vermutet. :o

Michael1965

ich will mal ein bißchen :klug:en.
Ich bin bis jetzt immer der Meinung gewesen das nur männliche Schweine (Eber) kastriert werden können. Das auch Sauen kastriert werden ist mir neu

Friedrich

endlich mal einer, der sich mit Landwirtschaft auskennt!
Aber davon ab: Der Grund fürs Kastrieren der männlichen Ferkel oder Alteber (die bezeichnet man übrigens heute als Altschneider!) ist ja bekanntlich der Geschlechtsgeruch, den es übrigens bei den Sauen (das sind - für Laien - die Frauen der Schweine :wink:) auch gibt, allerdings nur während der Brunst (das ist die Zeit der Paarungsbereitschaft). Deswegen kann man Sauen auch außerhalb dieser Zeit bedenkenlos schlachten.
Und noch etwas: Kastrieren kann man Sauen sehr wohl! Wäre nur eine umständliche und nicht lohnende Operation.
Und zum letzten: Kastration bedeutet Entfernung der Geschlechtsorgane, Sterilisation Unterbrechung. Die einen können also garnicht, bei den anderen klappt's nicht, was die Nachkommenschaft angeht.
Das war meine heutige Portion Klugsch...erei (kann doch meine ländliche Herkunft nicht leugnen!

Michael1965

habe mich mal im Buden schlau gemacht. Dort steht:
Kastration; die Entfernung oder Ausschaltung der männlichen Keimdrüsen.
Ich weiß :klug:
Aber man lernt ja nie aus. Das mit den weiblichen Schweinen (Sau) wußte ich echt noch nicht. Ist whrscheinlich auch unüblich.

Xtine

da muß ich Friedrich mal wieder zustimmen :D, kastrieren kann man auch weibliche Tiere.
Zitat aus dem Wiki Artikel den ich oben verlinkt habe:
Insbesondere wurden Eber sowie Hengste und Stiere durch Abbinden bzw. Abtrennen der Samenleiter oder durch Entnahme der Hoden, aber auch weibliche Tiere durch Entnahme der Eierstöcke kastriert.
Auch bei Hündinen und Katzen wird entweder sterilisiert oder kastriert um Nachkommen zu vermeiden.

roi

Seinerzeit wurden männliche Tiere (in erster Linie Eber, Bullen, Widder, Hengste und sogar Hähne) ohne Betäubung kastriert. Der "Nonnenschneider" musste dabei sehr schnell und geschickt sein, damit weder er noch seine Helfer verletzt wurden und andererseits das Tier nicht verblutete und hinterher an einer Entzündung starb. Trotzdem kamen bei den verschnittenen Tieren natürlich regelmäßig Todesfälle vor.
Heutzutage geht das mit Betäubung. Gestern sah ich in einer Tierarztsendung, wie ein ausgemusterter Zuchteber kastriert wurde, nur damit er einige Wochen später geschlachtet werden konnte und sein Fleisch noch genießbar war. Soviel ich weiß, werden männliche Schweine gewöhnlich geschlachtet, bevor sie geschlechtsreif sind. Es wäre ja sonst sehr umständlich und kostenintensiv. Ich glaube, auch männliche Lämmer werden normalerweise vorher geschlachtet und Hähne sowieso.

Dorothea

Ja, und dieser Hahn heißt dann "Kapaun" :klug: Nummer drei oder so ...

das ist eine nette Bildungsstunde hier bei Euch!
http://de.wikipedia.org/wiki/Kapaun

Friedrich

kleine Schulstunde, damit Dorothea auch was lernt:
Bezeichung der Tierart/männlich/männlich kastriert:
Pferd/Hengst/Wallach
Rind/Bulle oder Stier/Ochse
Schaf/Bock oder Widder/Hammel
Schwein/Eber/Borg
Huhn/Hahn/Kapaun
Falls Ihr mal von Kindern nach kastrierten Tieren gefragt werden solltet: Kastrierte Männchen können nur noch Onkel werden!
Und jetzt im Falle des Pferdes für Christine (hoffe, daß ich mich mit dem Dialekt nicht blamiere):
Frage in der Schulstunde: Was ist ein Wallach? Antwort des Schülers: Des is a Hengst, da nimma fensterlt!

Dorothea

und was macht das HUHN nun hier unter den männlichen Viechern??? Das arme Tier so ganz allein unter all denen, sind ja schließlich noch nicht alle kastriert

Friedrich

damit Du auch richtig lernst: Unter Huhn verstehe ich die Tierart Haushuhn!

Dorothea

na gut, das mit dem Neutrum lasse ich durchgehen. Aber das war (für mich) nicht ganz eindeutig, denn oben stand "männlich" und unten dann das "Huhn", was bei mir komischerweise als "Henne" ankam. Du siehst, ich passe ganz genau auf im Unterricht Herr Lehrer! Aber wenn ich das nochmal überdenke, dann hättest Du ja "Henne" geschrieben, wenn Du selbige gemeint hättest, ach ja, .....immer diese Feinheiten!

Friedrich 15.02.2010 22:29

Erfroren?!
 
Hintiberi

Desweiteren zwei Sterbeeinträge, die mich mutmaßen lassen, die Vertstorbenen seien erfroren - aber ich lasse mich gerne plattschlagen von euren Super-Übersetzungen, also:
1.)
1785, 4. Januarius
Sepultus est Joan Otto Vannahmen qui 1ma Jan. resp. Burenâ Barkhusium rediens in viâ /:bey der Barkhäuser Wahrt:/ frigore enectus et 2dâ Jan. mane in nive mortuus inventus est.
2.)
Anno 1795, 7mâ Februari
obiit Franciscus Kemper vulgo Kückelhahne /:in via Bürensi frigore enectus et vix ad huc Spirans domum reductus est :/ et 9nâ Febr. sepultus est.

Preussin

ich verstehe das auch so, daß die beiden erfroren sind.
ad 1) 1785, 4. Januar. Begraben wurde Johann Otto Vannahmen, der am 1. Januar aus Burena Barkhusium zurückkehrend bei der Barkhäuser Wahrt erfroren ist und am 2. Januar frühmorgens tot im Schnee gefunden wurde.
ad 2) Am 7. Februar 1795 starb Franciscus Kemper vulgo Kückelhahne (der) auf dem Weg nach Bürens erfroren ist (und) kaum noch atmend hierher ins Haus zurückgebracht wurde und am 9. Februar begraben wurde.

Michael

Barkhausen gehört zur Stadt Büren.

viktor

Dem Erfrieren auf dem Heimwege ist zumeist ein ordentlicher Vollrausch vorangegangen.

Friedrich

Nicht nur die Betrunkenen erfroren, sondern z.B. alle diejenigen, die bei Wind und Wetter draußen waren, wie Wanderhändler auf ihrer Tour, und sich vielleicht verirrt hatten.
Wir wollen doch nicht immer so schlecht von den Leuten denken! :wink:

viktor

Wo denke ich denn schlecht ?
Natürlich sind auch andere arme Schweine bei kaltem Wetter erfroren. Aber eine torkelige Heimkehr, die kopfüber in einer Schneewehe endet, ist nun mal eine sichere Todesart.
Man muss natürlich auch bedenken, dass es in früheren Zeiten Kältetemperaturen gegeben hat, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können. Da fielen wirklich die Raben tot vom Himmel.
Eine Chronik von Schwarzhausen und Winterstein berichtet, dass der Messwein zu Beginn der Messe heiß dampfend zum Altar gebracht wurde und bei Beginn der Wandlung zu Stein gefroren war.

Friedrich

für Winterberg gibt es eine Geschichte, die sich am 30. Dezember 1849 ereignete:
Ein Handelsmann war auf dem Rückweg nach Winterberg überfällig und wurde abends gegen 22.30 Uhr völlig leblos ohne Pulsschlag und Atmung mehrere Kilometer von der Stadt entfernt im tiefen Schnee (1,80 - 2 Meter) aufgefunden. Nachdem erst ein Schlitten für den Transport aus der Stadt geholt werden mußte, gelang es der Rettungsmannschaft schließlich, den Verunglückten gegen 0.15 in seine Wohnung zu bringen, wo der Arzt sofort mit Wiederbelebungsversuchen begann.
Etwa 1 1/2 Stunden später wurden die ersten Atemversuche beobachtet; gegen 6.30 Uhr war Pulsschlag festzustellen. Gegen 10 Uhr konnte der Patient wieder deutlich sprechen und wurde, wie der Chronist, der damalige Pfarrer Johann Josef Quick schreibt, völlig hergestellt.

Karen

Ob man das für einen meiner Tagelöhner auch gemacht hätte? :(

Friedrich 15.02.2010 22:32

Lateinischer Begriff
 
Michael

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1628
Region, aus der der Begriff stammt: Straßburg
in den Matrikeln der Universität Straßburg wird genannt:
Johannes Kaiser, Hofio-Variscus
Normalerweise wird nach dem Namen der Herkunftsort genannt.
Wo ist Hofio-Variscus ?

Karen

als alter Nicht-Lateiner :wink: habe ich dies gefunden:
http://la.wikipedia.org/wiki/Hofium_Variscorum
Ist die heutige Stadt Hof (Saale).

Friedrich 15.02.2010 22:34

Lateinische Begriffe
 
lebuin

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1602
Region, aus der der Begriff stammt: Bodensee
in einem Taufeintrag steht:
osiundi de Baithenhausen
nunc ex Stetten
Bedeutet das ursprünglich aus Baithenhausen jetzt in Stetten ?

niederrheinbaum

"Nunc ex Stetten" heißt jedenfalls "jetzt aus Stetten", das stimmt. :D
Den Ausdruck "osiundi" habe ich zwar mal gelesen, aber auf die genaue Übersetzung komme ich gerade nicht. :roll:
Könntest Du vielleicht den ganzen Satz einmal schreiben?

Whodunit

Es muss "oriundi de" (sie stammen aus) heißen.

Friedrich 15.02.2010 22:36

Oekonomen-Eheleute
 
huehnchen

Kann mir jemand den Begriff "Oekonomen-Eheleute" erklären? So werden die Urgroßeltern meines Mannes, die aus Mittelfranken stammen, bezeichnet.
Habe leider bisher noch keine Erläuterung hierzu gefunden. Daher würde ich mich freuen, wenn mir jemand diesen Begriff erklären könnte.

gudrun

Oekonom ist ein anderer Begriff für Bauer.

Xtine

hier findest Du Hilfe zu alten Berufsbezeichnungen, falls Dir mal wieder eine unbekannte alte Bezeichnung "über den Weg läuft" :D

Friedrich 15.02.2010 22:39

Doppelhochzeit 1745 Latein
 
lebuin

Quelle bzw. Art des Textes: Kirchenbucheintrag
Jahr, aus dem der Text stammt: 1745
Ort/Gegend der Text-Herkunft: Meersburg/Bodensee

http://www.polis2.de/Ahnen/DH1745.jpg
hier hab ich noch eine für mich als Nicht-Lateiner harte Nuss und ich hoffe jemand kann mir helfen. Es handelt sich um den Heiratseintrag meines Ur-ur-..-Opas Sebastian Ehingers sowie seines Vaters, Johannes Georgius Ehinger, die wohl am selben Tag geheiratet haben. Kann mir jemand evtl. das Lateinische lesen und übersetzen ? Da ich noch nicht herausgefunden habe wo Johannes Georgius Ehinger herkam würde mir das sehr helfen.

Xtine

links:
Honest Viduus Jo. Georg Ehinger ex
Peterhausen et honest vidua
Cath. Tetschlerin ex Roggenbach
Mane(?) sequentis sponsat(?)
mitte:
Sunt cum sequentibus
contractes Causae(?)
rechts:
gev(?) Jo? denuntis 10 ??
z. da 17 3tio(?) 20 Copul...
21
links:
Hones: Joa. Sebast. Ehinger filius
??? Jo. Georgi et p.V. Rosina
Bostlingin ex Boitenhausen
filia sponse futuro novend(?)
??? madre(?) sponse fily ???? fily
???
mitte:
Contraxerent ambo pstes Roggen??
aßistente S. B.T.D. Barocho georg
Wilhelm....... De Echbegg p. et testin
???????????
rechts:
eode ??? Jo Denunctio 1m
??? 2 da: 20mo 3tio
21ma copulatus

lebuin

Die Orte sollten:
- Baitenhausen
- Roggenbeuren
- Echbeck
- Wilhelmsdorf
heissen, zumindest heissen sie heute so...

Friedrich 15.02.2010 22:46

Leuterung -Leuterat
 
viktor

Jahr, aus dem der Begriff stammt:
Region, aus der der Begriff stammt: ca.1820
Was versteht man im alten Rechtssystem des 18. oder 19. Jahrhunderts unter Leuterung ? Die Beteiligten dieses Rechtsprozesses hießen Leuteraten.
Ich fand ein altes Rechtslehrbuch darüber bei google-books. Aber das ist für mich reinstes Suaheli.
Ich habe ja schon Probleme heutiges Juristendeutsch zu verstehen.
PS.: Man muss nur auf die dämliche Idee kommen die neuere Schreibweise "Läuterung" zu beachten und schon hat man die Lösung.
Meine Frage hat sich somit erledigt und ich hoffe ich kann den Präfix selbständig ändern. Hurra !
Ach so, es ist ein alter juristischer Begriff. Da geht es um Berufungsverfahren.

Friedrich 15.02.2010 22:47

Was ist Frais?
 
Konni

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1839
Region, aus der der Begriff stammt: Bayern
als Todesursache wurde 1839 Frais angegeben. Kann mir jemand sagen, um welche Krankheit es sich handelt?

mesmerode

Frais = Anfall, Epilepsie, Tobsucht, Krampf

Friedrich 15.02.2010 22:50

Was ist Schlagfluß?
 
Konni

Was ist Schlagfluß?

Bengal

bei GenWiki habe ich folgende Erklärung gefunden:
Es soll eine Krankheit sein wie Schlaganfall, Gehirnblutung.

Friedrich 16.02.2010 10:31

KB Einträge in Latein
 
Xtine

ich bin im Archiv auf 2 Taufeinträge in Latein gestossen.
20. Xbris 1788
Anna, Andrea Schrafnagl coloni in Poldering soluti filij et Margaretha Arbnerin Sartoris hic loci solutae filia, filia illgtma circa 1 mam pomeriost horam nata Mro(??) ut (et?) supra Bapt. est lev. Anna Ecklin solana hic. H.C.
Ich würde mal sagen:
Kind: Anna
Eltern: Andreas Schrafnagel, Bauer in Poldering einziger Sohn und Margaretha Arbner, Schneiderin von hier (also Zeholfing, in diesem KB hab ich's gefunden :)), einzige Tochter
uneheliche Tochter, geb. ca. 1 Uhr Nachmittag und gleich(??) getauft, Patin: Anna Ecklin von hier solana=??
Stimmt das so im Großen und Ganzen?
19 Sept. 1790
Michael, Andreas Schrafnagl soliti coloni filijim Podering et Margaretha Arbner soluto Sartoris huiatis filio fil. illgtma max (mare???) circa horan 5 nato et a coopt Seitus Baptist. est lev. Anna Eckl loco Mariti Siy(huy?) Joannis Eckl Solari hic locus
Ich würde wieder sagen:
Kind Michael
Eltern wie oben
Patin Anna Eckl hier Ehefrau v. Joannis Eckl .... von hier

Unter einem Sterbeeintrag habe ich noch Folgendes gefunden:
unitone extrema et Genaral Absolution munita
Was bitte heißt das?


MartinM

ohne Original ist es doch recht schwierig. Ich vermute, dass es sich in beiden Einträgen nicht um den Beruf der Eltern, sondern den ihrer Väter handelt (möglicherweise waren die Eltern noch recht jung):
I: Anna, uneheliche Tochter des Andreas Schrafnagl, lediger Sohn des Bauern in Poldering, und der Margaretha Arbner, ledige Tochter des Schneiders von hier, ...
II: Michael, unehelicher Sohn des Andreas Schrafnagel, lediger Sohn des Bauern in
Podering und der Margaretha Arbner, ledige Tochter des Schneiders von hier ...
Zur Schlussbemerkung: unctione extrema et generale absolutione munita heißt "mit der letzten Ölung und der Generalbeichte/Lossprechung versehen"

Friedrich 16.02.2010 10:37

Ostindienkompanie, bitte um niederländische Übersetzungshilfe
 
lazykate

Jahr, aus dem der Begriff stammt: Ostindisch Handelskompanie
Region, aus der der Begriff stammt: Niederlande

ich muß mal wieder um Eure Hilfe bitten, da ich des Niederländischen nur rudimentär mächtig bin.
Dank dem wunderbaren Link zu den Listen der Ostindischen Kompanie, den ich hier im Forum gefunden habe, konnte ich tatsächlich den Bruder einer Vorfahrin ausmachen, zu dem ich nur den Hinweis +1730 in Ostindien hatte.
Könnt Ihr mir vielleicht sagen, was er an Bord gemacht hat und wie er gestorben ist?
"Gegevens van Christiaan Wilhelm Oldenburg uit Osnabrugge
Datum indiensttreding: 02-05-1730 Datum uit dienst:28-12-1730
Functie bij indiensttreding: Ondermeester Reden uit dienst:Overleden
Uitgevaren met het schip: Sijbekarspel Plaats of schip: sijbekarspel
Maandbrief: Nee Schuldbrief: Nee
Gegevens van de vaart:
Schip: Sijbekarspel Vertrek: 02-05-1730
Kamer: Hoorn Kaap: 26-09-1730, 27-10-1730
Inventarisnummer: 14403
Folio: 28
Aankomst: 12-03-1731, Batavia
DAS-en reisnr.: 2806.1
Momenteel worden de ingevoerde gegevens nog aangevuld en gecontroleerd. Het duurt tot eind 2012 voordat de gehele gegevensinvoer klaar zal zijn."

ubbenkotte

es steht hier nur, dass er gestorben ist. Wie und wo genau ist nicht vermerkt.
Ein Ondermeester ist jemand, der sich um die Gesundheit der Bemannung kümmer (medische zorg). Wenn Du auf DAS-en reisnr.: 2806.1 klickst, findest Du mehr über das Schiff und die Reisen, die das Schiff gemacht hat. Ich werde morgen noch mal genauer schauen.

Friedrich 16.02.2010 10:38

Nouforensis Bauarus
 
Sabine1972

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1543
Region, aus der der Begriff stammt: Wittenberg
Wir haben aus einer Immatrikulation eine Person, die als "Nouforensis Bauarus" eingetragen ist. Was könnte das sein?

Fay

Liste lateinischer Ortsnamen :
Neumarkt in der Oberpfalz - Novoferensis
Das passt doch Super zu Bauarus (der aus Bayern)

Friedrich 16.02.2010 10:40

Deutung eines Kirchenbucheintrages
 
Peter G.

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1635
Region, aus der der Begriff stammt: Baden
bräuchte hierfür eine "Übersetzung".
Kirchenbucheintrag 1635 in Baden

"sind in der Kinderlehr eingesegnet worden auf Hanawischer Cantzley befehl wie Huren und Buben"
Frage : Was ist eine Kinderlehr und was ist Hanawische Cantzley, und wieso werden Huren und Buben in einen Topf geworfen.

liseboettcher

Unter Kinderlehr könnte ich mir eine Art Kindergottesdienst bzw. Vorbereitung auf die Einsegnung bzw. Konfirmation vorstellen, je nach Konfession kath. oder evangel. Hanawischer Cantzley - darunter kann ich mir nur einen Ort mit einer Kanzel (Kirche) oder Cantzley vorstellen. Eben gefunden: wenn man Hanawisch eingibt: Das fürstliche Haus Bentheim. In dem Text muß das irgendwo vorkommen, mußt mal alles lesen, oben deutsch anklicken. Zu Huren und Buben habe ich keine Ahnung.

Marlies

das "Hanawisch" dürfte sich auf Hanau(ischer) beziehen

Hina

als Huren und Buben bezeichnete man Menschen, die vorehelichen geschlechtlichen Umgang hatten. Sie galten als ehrloses Gesindel. Die Buben bekamen später ein positiveres Image als unverheiratete Jünglinge.
Vermutlich hatte sich ein Pfarrer geweigert, jemanden wegen seiner Herkunft oder seinem Lebenswandel zu segnen und das musste erst amtlich durchgesetzt werden. Könnte es sich um uneheliche Kinder bei dem Eintrag handeln?

Friedrich 16.02.2010 10:41

Lateinische Begriffe
 
Konni

kann mir jemand folgende Begriffe übersetzen?
Farinae Mercatore und Vitus Hasele?, Rhetario

Josef Gassenhuber

Farinae - Farina - Mehl,
Mercantore - Kaufmann, Händler - Mehl-Händler (Mehl-Kaufmann).
Vitus Hasele (ist ein Vorname und Familien-Name und) war von Beruf ein Rhetario (Sprachlehrer oder Schüler).
Rhetorik(er) - Sprachlehre - Sprecher - Sprachlehrer.
In Bayern bis 1799 ein Schüler der höchsten Gymnasialklasse.
Aus dem Buch "Wörterbuch zur Familen- und Heimatforschung in Bayern und Österreich", Reinhard Riepl.

Nach durchsehen meiner Lesehilfen für Latein habe ich festgestellt, daß ich den "Rhetario" eventuell falsch gedeutet habe.
Wird das Wort "Rhedarius" (Rhedario) so geschrieben, wäre es ein "Kutscher"!

Friedrich 16.02.2010 10:42

Todesursache Brand
 
MegaMiss_Andylein

Ich habe im Rahmen meiner Forschung erfahren das viele Kinder schon gleich nach der Geburt verstorben sind nur als Todesursache Stand dann meistens "Brand" dabei!! Wiest ihr vielleicht was das für eine Krankheit war??

Marlies

Brand bedeutet Gewebetod. Der Brand erscheint bei Verletzungen, Erfrierungen, Verbrennungen, das Gewebe stirbt ab, es wird nicht mehr durchblutet, die Blutversorgung ist unterbrochen.

Friedrich 16.02.2010 10:43

Taufeintrag Odenthal 1735
 
griesmeer

Jahr, aus dem der Begriff stammt:1735
Region, aus der der Begriff stammt:Köln
(Volbach) Margaretha, von Calmunden, illegitima
Severinus famulus zu Gladbach in der Mahlmüllen (uti alleget.)
Gertrudis Volbach ex Herckenrath itzo zu Calmunden
Ich verstehe es so, das Severin der Vater und Gehilfe oder Knecht in der Mühle zu Gladbach war.
Gertrudis Volbach war die Mutter aus Herckenrath jetzt wohnhaft zu Calmunden.
Seht Ihr das genauso?
Was bedeutet aber "uti alleget."

Josef Gassenhuber

"uti alleget"
ut - uti = wo, wie, wie sehr und viele andere Bedeutungen in dieser Richtung.
alleget =
allegatio - Absendung einer Person in Privatangelegenheiten.
allegatus - Sendung, Auftrag.
Severinus war im Auftrag in der Mahlmülle (Auftrag von wem?)
famulus - Diener, Knecht - war er, heute würde man sagen als "Geselle", oder auf Grund der Taufe (Vaterschaft), in der Mahlmülle ?????

Preussin

„uti alleget“ – „wie man angibt“.
Ich verstehe das so, daß die unverheiratete Mutter (Gertrud) einen Severin, Knecht in der Mühle zu Gladbach, als Vater ihres Kindes angegeben hat.

Friedrich 16.02.2010 10:46

Quid non delectis
 
Larry

wer kann mir folgenden lateinischen Spruch übersetzen ?
" QUID NON DELECTIS "

j.steffen

bei Suche im internet fand ich den Spruch (delectis/dilectis) als Motto auf Wappen mit der Bedeutung "Alles den Geliebten!" (verkürzt eigentlich: Was würde man nicht tun für die, die man liebt).

Josef Gassenhuber

Aus dem "Internet-Latein-Wörterbuch".
Form 'Quid': + quis, quis, quid (Interrogativpronomen)
(Nom.:) wer?, was?
(Gen.:) wessen?
(Dat.:) wem?
(Akk.:) wen?, was?
(Abl.:) von/mit/... wem?
- Nominativ Singular Neutrum
- Akkusativ Singular Neutrum
Form 'non':
+ non (Adverb) nicht
+ nisi ... non nur
+ non iam nicht mehr
+ non modo ... sed etiam nicht nur ... sondern auch
+ non solum ... sed etiam nicht nur ..., sondern auch
+ non nemo so mancher, einige
+ non nihil etwas, einiges
+ non ignorare genau wissen
Form 'delectis':
+ deligere, deligo, delegi, delectus (Verb: kons.-Konjugation; transitiv)
(aus-)wählen
(milit.:) ausheben, mustern
- Partizip Perfekt Dativ Plural Maskulin
- Partizip Perfekt Dativ Plural Feminin
- Partizip Perfekt Dativ Plural Neutrum
- Partizip Perfekt Ablativ Plural Maskulin
- Partizip Perfekt Ablativ Plural Feminin
- Partizip Perfekt Ablativ Plural Neutrum
Meine Übersetzung: Wen oder was nicht (aus)wählen

Whodunit

Wo hast du denn das Motto gelesen? Wenn es wirklich "Quid non delectis" sein soll, so heißt es "Was [tut man] nicht für die Auserwählten?"
Ich denke allerdings, dass hier "Quid non dilectis" gemeint ist: "Was tut man nicht alles für die Geliebten?" oder "Was ist nicht für die Geliebten?"
Zur Aussprache:
quid - kwid
non - langes o
dilectis - alle Vokale lang

Friedrich 16.02.2010 10:49

Was ist ein Domänenpächter?
 
Anja

Die Frage steht ja schon im Titel :D
Was ist ein Domänenpächter?

Marlies

schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dom%C3%A4ne

Bengal

oder schau mal hier:http://www.preussen-chronik.de/_/the...%25fcrger.html

Friedrich 16.02.2010 10:56

Bedeutung
 
conny-mario

Dn.21.p.Trin.:1842
Kann mir bitte jemand diese Bedeutung erklären?
Es scheint sich wohl um ein Geb.datum zu handeln,oder?

Friedhard Pfeiffer

D[omi]n[e] 21. p[ost] Trin[itatis] 1842
21. Sonntag nach Pfingsten 1842 = 16.10.1842

Friedrich 16.02.2010 11:04

Commende?
 
Hans-Jürgen

Jahr, aus dem der Begriff stammt:1894
Region, aus der der Begriff stammt:Münsterberg i. Schlesien
Was bedeutet "Commende"?
Text aus dem Auszug vom Trauregister:
"Bertha Bohn geb. Schmidt, geschieden, Commende, evgl."

Karen

schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kommende

Hans-Jürgen

Aber: Ich verstehe allerdings in diesem Zusammenhang den Begriff "Commende" bei der obigen Person nicht :-(
Kannst Du Dir darauf einen Reim machen?
Der Vater war Gärtner und Stallbesitzer (in 2 versch. Urkunden).

Karen

ich verstehe das so, dass es in dem Ort Münsterberg ein Grundstück (z.B. einen Hof) gab, der von der Kirche als Kommende an jemanden gegeben wurde und das deine Bertha Bohn dort gewohnt/gearbeitet hat.
Den Begriff Kommende habe ich auch schon in anderen Orten gesehen, er wurde dort stets auch nur als "Kommende" bezeichnet, ohne dass genannt war, wer dort tatsächlich gewohnt hat.
Wenn du dir Karten des Ortes aus der Zeit beschaffen kannst, könntest du möglicherweise auch herausfinden, wo dieses Grundstück lag. Evtl. findest du auch etwas in Urkunden der Kirche.

Josef Gassenhuber

Ich bin kein "Lateiner".
In einem Langenscheidt Schulwörterbuch Lateinisch lese ich unter:
Commendator, öris (masculin) u. -trix, isis (feminin): Gönner(in).
Ich kann mir vorstellen, daß bei einem Trauungseintrag ein(e) Gönner(in) besonders genannt wird bzw. auch genannt werden will.
Hoffen wir im nachhinein, daß entsprechende Geschenke an das Brautpaar gegeben wurden, die diesen Eintrag rechtfertigten.
Wissen wir, ob der Schreiber dieses Trauungseintrages die lateinische Sprache voll beherrschte????

Hans-Jürgen

da es sich um einen Auszug aus dem Trauregister und nicht um das Original des Trauscheins handelt, denke ich mal, daß es richtig abgeschrieben wurde.
Ich glaube, daß Karen recht haben könnte, da der Vater ja als Stallbesitzer angegeben wurde. Viell. ist dieser "Stall" von der Kirche ihm übergeben worden.

Josef Gassenhuber

Das Wort "Commende" bezieht sich nicht auf den Vater, sondern auf
"Berta Bohn, geb. Schmidt, geschieden, Commende, evgl."
Abschrift kann richtig sein, aber nach den Besitzverhältnissen des Vaters hast Du hier nicht gefragt, oder?
Nachtrag: Ich lese gerade aus "www.krumhermersdorf.de - Kirchenbuch-Latein: Commater = Gevatterin, Patin.
Krumhermersdorf liegt im Erzgebirge.
Kann es sein, das die Berta Bohn Taufpatin der Braut oder des Bräutigams war?
Bist Du sicher, daß der Schreiber des Trauregister die lateinische Sprache mit all ihren Feinheiten beherrschte?
Commater - Commende ????
Forsche im Geburtsregister, ob die Berta Bohn als Taufpatin eingetragen ist, dann wissen wir eventuell ob meine Version richtig ist oder nicht. Bitte um entsprechende Nachricht.

Hans-Jürgen

Interessant. Nur der Witz ist, daß sie selbst die Braut war.
Muß mal die Unterlagen nochmals lesen.

Josef Gassenhuber

Das ist natürlich der "Witz".
Daß die Berta Bohn die Braut ist, hätten wir alle vorher wissen sollen,
das ändert natürlich die gesamte Frage- und Antwortstellung.
Hier ist meines Erachtens dann die Besitzfrage vorrangig, die ja schon - zum Teil wenigstens - angesprochen wurde.
Allerdings - mein Fehler - was hat eine Gevatterin/Patin im Trauregister zu suchen, eventuell noch als Trauzeugin !?

Hans-Jürgen

Anfangs ging es mir ja auch nur um den Begriff. Aber ich glaube, daß die Besitzstandsvariante die wahrscheinlichste ist. Allerdings habe ich von der Bertha und ihren Vorfahren nur 5 Urkunden und nur in dieser einen wird Commende erwähnt.
Die Heirat war 1894 und der o.g. Auszug ist von 1942, ausgestellt vom evangelischen Pfarramt.

Friedrich 16.02.2010 11:11

Aidekoch
 
Marlies

im Adressbuch Cassel 1949 fand ich des öfteren den Beruf "Aidekoch" und kann damit nichts anfangen. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

niederrheinbaum

Dabei handelt es sich um einen "Hilfskoch". :D
Es kommt vom französischen "aider", also "helfen".

Friedrich 16.02.2010 11:15

Generation_0

Bei Vulgo(Genannt-)namen kenne ich bisher die Kombination Vorname, Nachname, genannt Vulgoname.
Nun ist mir die Kombination Heinrich, vulgo Ritze, Gerstenberger untergekommen.
Wurde er Ritze Gerstenberger genannt oder Heinrich Ritze oder nur Ritze ?
Zweite Frage ( alle Fragen hängen natürlich zusammen, deswegen auch ein Thema ):
Eine Tochter eben dieses Heinrich heiratet 1696 den Pfarrer des Ortes. Im Heiratseintrag ist er der 'ehrenhafte' ( Heinrich ).
Er hat sich diese Auszeichnung entweder dadurch verdient, dass er gerade zum Schwiegervater des Pfarrers geworden ist,
oder er hat sich schon vorher im Leben hervorgetan.
Nun schleiche ich mich von unten aus der 10.Ahnenreihe an ihn heran.
Dort habe ich einen Johann Heinrich Gerstenberg, geboren 1645 im gleichen Ort und dieser ist dort 1712 Mitältester.
Unabhängig von meinen wilden Vermutungen, ob der Pastor nun sein Schwager und Heinrich Gerstenberger damit sein
Vater sein könnte oder nicht interessiert mich die Rolle, die ein Mitältester sowohl in der Dorfgemeinschaft als auch
in der Kirche spielt/ gespielt hat ( Mitälteste gibt es wohl noch heute ). Es gibt leider keine direkten Definitionen
im Internet zu finden, allerdings lese ich heraus, dass ein Mitältester neben dem Pastor eine wichtige Rolle bei
kirchlichen Handlungen spielt. Nur welche Rolle er genau hat, ist mir nicht klar.
Die dritte Frage hängt auch mit möglichen verwandschaftlichen Beziehungen zusammen, oftmals vereinen sich bestimmte
Berufe ja im Familienkreis, herausragende Positionen des Einen verschaffen dem Anderen Zugang zu ähnlichen Ämtern,
man würde es heute door-opener oder Vitamin B nennen...:
Was macht ein Gespan, welche Rolle hatte er in der Gemeinschaft, was waren seine Aufgaben ?

Eva64

Eine echte Aussage kann ich nur zu dem Punkt "ehrenhafte" machen. Heinrich hat zu diesem Zeitpunkt eine besondere Position in der Dorfgemeinschaft inne gehabt, die durch das "ehrenhafte" hervorgehoben wird. Von Württemberg kenne ich es als "Herr", d.h. war z.B. einer Schultheiß, bekam er bei Einträgen in den Kirchenbüchern "Herr" vorangestellt während der "normale" Bürger nur mit seinem Namen auftaucht.

Friedrich

war der Mitälteste vielleicht ein Presbyter/Kirchenvorstand? Es gibt ja auch den Begriff Kirchenältester für Presbyter.
Gespan kann ich mir nur erklären im Zusammenhang mit der Definition für den Status von Bauernhöfen. Da gab es z.B. den Vollspänner (je nach Region mit 2 oder 4 Pferden), den Halbspann etc. Abhängig davon war, in welchem Umfang die damals hörigen Bauern Spanndienste tun mußten.

Generation_0

zur räumlichen Zuordnung: Es handelt sich hier um die Orte Magdala und Göttern im heutigen Landkreis Weimarer Land.
Historisch befinden wir uns damit im Herzogtum Sachsen-Weimar ( zw. 1672 und 1690 allerdings in Sachsen-Jena ).
Noch zur Ergänzung:
Johann Heinrich Gerstenberg war 1645 geboren, 1708 "Eltester" und 1712 "Mitältester".

Karen

Der Name Heinrich vulgo Ritze, Gerstenberger könnte auf einen Hofnamen hindeuten. Er wäre dann mit dem Namen Heinrich Gerstenberger geboren worden und hätte auf den Hof Ritze eingeheiratet.

Generation_0

die Familie Ritze scheint über drei Generationen hinweg in dem Zeitraum eine Müllerfamilie gewesen zu sein,
wahrscheinlich hatten sie auch die Stadtmühle von Magdala gepachtet. Von zwei bekannten Ritze-Frauen heiratet eine
den Stadtkämmerer, eine andere in eine Zimmermannsfamilie, dort den Sohn des Kastenvorstehers.
Also keine Bauern mit eigenem Hof, aber wohl durchaus von Bedeutung im damaligen Stadtleben.
Insofern könnte hier zum Tragen kommen, dass der Name der Frau - weil aus der bedeutenderen Familie - eine Art
Statussymbol war.
( In meine hier im Forum gelernt zu haben, dass es teilweise sogar sein konnte, dass der Mann bei der Hochzeit den
Familiennamen der Frau annahm, weil ihre Familie einfach wesentlich bedeutungsvoller war ).
Was ich auch für passend halten würde ist, den Genanntnamen einfach als weitere Unterscheidung zu setzen, also um
von anderen Gerstenbergers mit ähnlichem Bekanntheitsgrad zu unterscheiden.
Schon interessant, ohne es wohl nachprüfen zu können lässt sich hier vermuten, dass er wohl eine Ritze geheiratet hat.

Friedrich 16.02.2010 11:21

Schloßleede
 
Luise

Was bedeutet Schloßleede?
Erstmals habe ich den Begriff bereits im 14./15. Jh. in Thüringen gelesen.

Xtine

im Wörterbuch von J. u. W. Grimm findet sich folgendes zu Leede=Lehde:
LEHDE, f.1) wüst liegendes stück land; aus dem niederdeutschen bis ins östl. mitteldeutsch vorgedrungenes wort, niederl. leeghde vallis, locus humilis (KILIAN), später leegte und laagte niedrig gelegene fläche, niederung; niederd. legte niederung, eichwald (niederd. sprichw. 89b); neufries. leegte, laagte EPKEMA wb. 264; nordfr. dat läiged, läiget die niederung BENDSEN 8; ob auch ein von Dietrich in Haupts zeitschr. 13, 28 aufgewiesenes ags. læð gut, grund und boden hierher gehört, ist zweifelhaft. das stammwort ist das sp. 58 aufgeführte läg, niederd. leeg und laag niedrig, dessen guttural in der ins hochdeutsche gekommenen form lehde schwand, in einer nebenform leide sich vocalisirte. läden heiszen bei den landgütern, wüst liegende aber doch brauchbare plätze. FRISCH 1, 563b; laite, leide oder leede, heiszt ein ungeschlachtes wüstes und ungebaut - liegendes stücke land, welches keinen nutzen trägt. oecon. lex. (1731) 1358; ledden oder lehden heiszen die wüsten triftrasen und anger an hohen orten vor denen hölzern; welche ledden mit kurzen, scharfen magern gras und grind unter einander überzogen sind. HEPPE leithund 90; das thal verbreitet sich und alle leden sind wo möglich zum feldbau umgearbeitet.

Friedrich 16.02.2010 11:23

Trogkorbmacher/Tragkorbmacher
 
master-seeker

Ich habe gestern das Landeskirchliche Archiv in Nürnberg besucht. Meine Familie war über mehrer Genrationen Korbmacher. 3 Generationen waren jedoch Trag- oder Trogkorbmacher (ließ sich leider nicht genau entziffern). Welchen dieser Berufe gibt es? (Habe bereits im historischen Berufebuch nachgeschaut, aber leider nix gefunden).

animei

hab`nur was zu Tragkorb gefunden, siehe http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Tragkorb

Gast Regine G.

bei der Weinlese wurden diese Körbe gebraucht. Das paßt doch, wenn man an den guten Frankenwein denkt.

Friedrich 16.02.2010 18:28

Assecurant - Assecurations-Grund
 
Fronja

in einem Text über meine Vorfahren habe ich diesen Begriff gefunden.
"Da der Assecurant von hierselbsten Alters halben seinem Assecurations-Grunde nicht länger vorstehen kann,..." (Ostpreussen, 1774)
Er besaß einen Hof, das ist klar, aber was bedeutet in dem Zusammenhang "Assecurant". ich habe nur die Erklärung gefunden, das Assecuration die Zusicherung z.B. der Religionsfreiheit sein kann. Heißt das, er durfte machen was er wollte oder war er von Abgaben befreit?

alfred47

Assecurant stammt doch wohl von Assecuranz = Versicherung ab.
Vielleicht hilft Dir dieser Link:
http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Assecuranz

Xtine

die Oeconomische Encyclopedie Krünitz sagt dazu:
* Assecuranz=Anstallten http://www.kruenitz1.uni-trier.de/kr...cs/ddc-img.gif , Assecuration, Assoranz= oder Versicherungs=Contract, L. Assecuratio, Fr. Asseurance, Assurance. Die Unglücksfälle, welche einzelne Privatpersonen betreffen, sind dem gesammten Nahrungsstande überaus schädlich. Ob man nun gleich nicht alle und jede Unglücksfälle abzuwenden vermögend ist: so kann man dennoch durch gute Anstallten wenigstens den äussersten Folgen des Unglücks Einhalt thun, und dessen schädlichen Einfluß in den Nahrungsstand verhindern. Hierzu aber sind die Assecuranz= oder Versicherungs=Anstallten gar sehr geschickt; denn durch dieselben wird gleichsam das Unglück, welches etliche wenige betrifft, unter mehrere vertheilet, und daher weit erträglicher. Und weil diejenigen, die sich solcher Versicherungen bedienen, vorher einen Theil ihres Gewinnstes abgegeben haben, um ihr Vermögen in solchen Unglücksfällen in Sicherheit zu wissen, welche Abgabe ih<2, 572>nen nicht sehr beschwerlich gefallen ist: so ist es eben das, als wenn sie wider das Unglück selbst gesichert wären. .....
http://www.kruenitz1.uni-trier.de/kr...cs/ddc-img.gif http://www.kruenitz1.uni-trier.de/kr...cs/ddc-img.gif Ausser den Assecuranzen über den Seehandel, hat man auch Assecuranzanstallten, wodurch die Häuser und Mobilien wider Feuerschäden versichert werden, wovon ich unter dem Articul Feuer=Casse ausführlicher handeln werde. Da man gesehen, daß diese Anstallten sowohl für die Regenten selbst, als für die Unterthanen, ungemein vortheilhaft sind: so haben patriotische Schriftsteller Vorschläge gethan, wie man auf eine ähnliche Art dergleichen Assecuranzen gegen Wasser= Wetter= Heuschrecken= und andere, die Feldfrüchte betreffende, Schäden einrichten könne. Nach des Hrn. von Justi Vorschlag, in dessen Policeiwissenschaft, I Band, S. 887, f. (siehe auch dessen Oecon. Schriften, II Band, Berl. und Lpz. 1760, gr. 8. S. 473--478.) könnte ein Fürstentum oder Kreis allemahl zu diesem Endzwecke eine Gesellschaft mit einander ausmachen. Die Aecker und Wiesen werden in 3 Classen eingetheilt, nehmlich in gute, mittelmäßige und schlechte, <2, 578> nach welchen der Werth der Feldfrüchte in jeder Classe vestzusetzen. Ein bereits vorhandener wohleingerichteter und sich auf die Nutzungen der Grundstücke gründender Contributionsfuß kann die Einrichtung sehr erleichtern. Nach diesen Nutzungen, oder nach dem, für die verschiedenen Classen der Aecker vestgesetzten, Werthe der Feld=Früchte, wird sowohl der Schaden vergütet, als der Beitrag der übrigen unbeschädigten Besitzer der Aecker zusammengebracht. Die Besichtigung und das Zeugnis der Obrigkeit bestimmen, ob das Unglück die Feldfrüchte ganz, oder nur zum Theil, ruiniret hat. Die Grade des Verlustes können nur in dem gänzlichen Ruin, in der Hälfte, und dem dritten Theile, bestehen; genauere Grade werden nicht in Betracht gezogen. Der Beitrag wird nur alle Jahre Einmahl im Herbste entrichtet, und die Schäden des ganzen Jahres werden alsdenn zusammen auf die Mitglieder der Societät eingetheilet. Damit die Beschädigten nicht so lange auf den Ersatz warten dürfen, und damit die Unordnung in der Einrichtung ihrer Haushaltung um so mehr vermieden werde, wird ein Fond, als die Casse der Societät, zusammengebracht, woraus die Vergütung des Schadens sofort geschehen kann. Es könnte auch die Steuer= oder Landschafts=Casse den Vorschuß thun. Es mus nicht in der freien Willkühr der Unterthanen beruhen, ob sie ihre Aecker versichern laßen wollen oder nicht. Es müssen zugleich Anstallten gemacht werden, die Ueberschwemmungen der Flüsse und Ströhme zu verhindern.
....
Von Assecuranz=Anstallten und Societäten zur Vergütung der durch das Viehsterben entstehenden Schäden, werde unter dem Articul Vieh=Seuche handeln.
An manchen Orten findet man auch Gelegenheit, eines Menschen Leben auf gewisse Jahre versichern zu laßen, welches manchem nicht anders, als sehr paradox fürkommen mus. Man wird denken: Was hilft es mir, wenn ich mein Leben auf 10 Jahre und länger versichern laßen könnte, und ich sterbe doch im ersten Jahre? kann ich als ein Todter meinen Regreß an den Assecuranten nehmen? was hilft also eine solche Versicherung? Allein, wir müssen nur die Fälle uns vorstellen, bei welchen eine solche Lebens=Versicherung von Nutzen ist, so fällt das Paradoxe ganz weg. Gesetzt, es hat jemand Gelegenheit, eine mit guten Revenüen verknüpfte Bedienung, durch eine gewisse zu erlegende Summe, und also gleichsam durch einen Kauf, zu erlangen, so fällt ihm ganz natürlich hierbei der Gedanke ein: Wenn ich wüßte, wie lange ich noch lebte, so würde ich so und so viel Geld daran wagen; allein, da ich die Länge meines Lebens nicht taxiren, und also vieleicht morgen sterben kann, so würde ich mein Vermögen verlieren, und meine Familie von den Mitteln ihres künftigen Unterhalts entblößen. Diese Ungewißheit seiner Lebenslänge macht also den Haupt=Vorwurf seiner Speculation aus, und hiervon hängt sein Entschluß ab; findet er nun Gelegenheit, seines Lebens Versicherung auf eine gewisse Zeit zu erlangen, so verstehet es sich von selbst, daß hiermit die Verbindungen und Beneficia, so ihn bei seinem Leben betreffen, eigentlich, und nicht selbst das natürliche Leben, versichert werden; denn der Versicherer hat nicht das Vermögen, oder eigentlicher zu sagen, die Schöpfers=Kraft, das verlohrne Leben eines Menschen herzustellen. Es wird also einem Menschen die Versicherung seines Lebens mit der Condition gegeben, daß der Versicherer <2, 599> seinen Nachgelaßenen die Revenüen, wofür er bei seinem Leben sein Capital angewandt, im Fall des Todes bezahle, und hierüber giebt er seine Versicherung gegen eine zwischen ihm und dem Assecurirten verglichene Provision, welches man bei andern Assecuranzen eine Prämie nennet. Hierdurch wird der, so durch einen Ankauf eines Beneficii oder öffentlichen Bedienung, die dafür zu erlegende Summe anwenden will, sicher gesetzet, daß wenn auch nicht er, doch seine nachgelaßene Familie in den Genuß der damit verknüpften Revenüen gesetzt, und also nicht sein Vermögen zu stark risquiret wird: der Versicherer aber ziehet dafür auf soviel Jahre, als er versichert hat, einen gewissen Antheil an der Einnahme des Versicherten, nach der Assecurations=Convention, die unter beiden Theilen contrahirt ist. Es folget aus der Natur einer solchen contrahirten Versicherung von selbst, daß derjenige, so seinen lezten Athem nur noch durch Kunst des Arztes auf wenige Zeit aufhalten kann, oder dessen schwache Leibes=Constitution seinen nahen Tod verkündiget, keinen Assecuranten seines Lebens auf viele Jahre finden wird. Hierbei wird der Mensch bloß physice taxiret; er mus gesund seyn, und eine solche gute Leibes=Constitution haben, daß sich wenigstens ein so langes Leben, als ihm versichert wird, wahrscheinlich bei ihm vermuthen läßt; bei einer solchen Assecuranz aber gehen die Fälle derer Assecurirten, da sie durch schlechte Aufführung oder Malversationes ihre gekaufte Charge verlieren, den Versicherer nichts an; er ist auch nicht gehalten, seine einmahl erhaltene Prämie zurückzugeben, weil nicht der Tod, oder ein anderer unglücklicher Zufall, sondern die eigene Schuld des Versicherten, ihn zum Genuß des mit seiner Charge verbundenen Beneficii unwürdig oder unfähig gemacht hat.
Den kompletten Artikel findest Du unter obigem Link unter Assecuranz.
Ich tippe mal, er hatte eine Versicherung für seinen Hof, den er aber aus Altersgründen abgegeben hatte und daher auch keine Versicherung mehr benötigte

Fronja

So, ich stell ich hier noch mal den gesamten Abschnitt rein. Gab es 1774 schon Versicherungen für sowas?
"Der mit vier Groschen verstempelte Vertrag lautet im Auszuge:
Da der Assecurant Daniel Kurrek von hierselbsten Alters halben seinem Assecurations-Grunde nicht länger vorstehen kann, so übergiebet selbiger, solchen in Gegenwart des Idzko Kurrek im heutigen dato seinem Schwiegersohn Paul Turowski cum Aaxa mit folgenden Inventarien-Stücken ab: (es folgt eine Liste aller Waren und Tiere)"
Ich kann auch nichts mit dem Begriff "cum Aaxa" anfangen.

niederrheinbaum

Der Assecurant ist Deinem Text zufolge der "Versicherte" (also Versicherungsnehmer).
Mit dem Assecurations-Grund ist das Gebäude, Grundstück, Bauernhof o.ä., also der
Versicherungs-Gegenstand gemeint.
Der Ausdruck "cum Aaxa" sagt mir so auf Anhieb auch nichts. :wink:
Ich kenne aus Vertragstexten wohl den Zusatz "cum uxori", also "mit der Ehefrau".
Könnte es möglicherweise "cum taxa." oder "cum taxo" heißen? Das würde "mit Schätzung" bedeuten.

Fronja

der Begriff "mit Schätzung" würde ja hinkommen, da sich im Anschluss an den Text oben eine Liste aller Sachen befindet, die zum Hof gehören, samt Wertangabe.
Ich habe die Buchstaben extra nachgeschaut, und es ist der gleiche Buchstaeb wie der des Wortes "Assecurant". Kann natürlich möglich sein, das die sich verdruckt haben.
Werde das mal so annehmen, mit dem versicherungsnehmer, da das logisch passt.

Friedrich 16.02.2010 18:29

Interadeneinnehmer
 
einsamer Wolf

kann jemand von euch mit dem Beruf Interadeneinnehmer was anfangen?

menestrel

Das richtige Wort wäre m.E. "Intradeneinnehmer". So weit ich weiß, ist das ein Begriff aus der Musik und bezeichnet das Eröffnungsstück einer Aufführung. Wenn früher entsprechende Aufführungen stattfinden sollten, brauchten die Veranstalter, oder auch der Fürst, der das veranlaßte (und bezahlte), jemanden, der das Eintrittsgeld kassierte. Heute würde ich den Begriff "Kassierer" dafür setzen.

Friedrich 16.02.2010 18:36

Übersetzung ins Hochdeutsche
 
MaxR1

vielleicht kann mir jemand helfen und den Text ins Hochdeutsche übersetzen
1725R
1. + Johann Jacob Reichel, des Joh. Georg Reichels ge-
weßenen Gemeinsmanns allhier eheleibl. Sohn, juvenis, ward
mit + Gertraut, des Johann Eberhardt Schmitten Tochter, Jgfr. am
30 Jan: offentl: eingesegnet.
1727R
4. +Johann Michael Reichel juvenis, ward am 20 Febr.
mit Anna Margaretha, Jgrf [Jungfrau], nata Fischerin, des Hanß Jacob
Fischers hinterlassener Tochter, offentl: ehelich eingesegnet.
1729RR
2. Johann Peter Reichel, Schneider-gesell, __ Joh. Georg
Reichels filius legitimy, ward am 15 Febr mit
Apollonia, Jgfr, Johannes Glaßen geweßenen
Gemeinsmanns zu Eych am altrhein ehelicher
Tochter offentl: eingesegnet.
3. Christoph Reichel, juvenis, v: Musquetir beym allhie-
sigen Hof, des Joh: Georg Reichels geweßenen Ge-
meinsmanns allhier eheleibl. Sohn, wurde am 22 Febr
mit Elisabetha Jgfr, des Joh: Jac: Schwengels eheleibl. Tochter ehelich
eingesegnet.
1730TR
27. Maria Gertraut, des Joh: Christoph Reichels,
Christl. ( Hfrstl. [Hochfürstlichen] ) musquetiers v: [= u. für und] Elisabetha Töchterlein na=
sciebat(ur) am 1. Xbris [= Dezembris] des Abends, v: empfing wegen
besorgter Schwachheit die Tauff so gleich in selbiger Nacht
um 12 im Hauß, Gö..( Päthin ).. war Maria Kertraut (Gertraut,),
des Jos. Jacob Reichels H. (Hß.Fraw. [Hausfrau]) Frau.
1732TR
10. Anna Maria, des Johann Jacob Reichels vnd
Gertrauten Töchterl: nasciebat(ur) am 28. Jul: Abends
h:m:w. ward getaufft am 29 ten dito, matre selecta
mystica, Maria Walp des Ulrich Benders Haus-
frau als der Mutter Schwester.
1737TR
4. Elias Joh: Peter Reichels Sohnl. nascebat(ur) den 4 Merz
dto. vesp(er)r: baptiz(atus) am 8ten dito, Gevatter war Elias Reyß,
dessen (weßen) Stell, wegen minderjährigkeit der Vatter vertrat.
1737TR2
9. Elisabetha, des Michael Reichels v. Anna Margretha
Töchterl. nascieb:[atur] am 22 Apr. h. m. b. mat: baptiz:[atus] am 26
dito. Päthin war Elisabetha, des Conrad Fischers
Haußfraw.
1738TRR
10. Anna Maria, des Joh: Christoph Reichels v. Elisabetha Töch-
erl: nascebat am 5ten Maji nachts hor med 2. baptizabat
am 6ten dito. Die Gevatterschaft übernahm Anna Maria
K__nerishe Wittib.
11. Anna Maria, Johann Peter Reichels v: Apollonia Töchterl:
nascebat am 23 Maji s: 3 pomer: v. ward am __ Pfingst-
fest (?) getauft. Päthin war Maria Elisabetha, Anthon Zerr (?)
Hßfraw mit ihrem minderjährigen Töchterl: A: Maria.
1739TR
18. Elias, Johann Peter Reichels, undt Appoloina
Söhnl. ward zur Welt gebohren am 17 8bris [= Oktober] abends
undt getauft am 20 dito, Tauf-Path war
Elias Reiß, des Joh. Adam Reißen ältester Sohn,
Junggeselle.
1741TR
+ 1 Maria Christiana des Christophel Reichels v.
Elisabetha Töchterl. nascieb:[atur] am 6 Jan. h. m. __ baptizabat
am 8ten Gevattern war Sophia Maria des Niclas __
Haußfrau und deren ältester Tochter Maria Christiana.
1743TR
Maria Apollonia des Johann Peter Reichels v. Maria Apollonia
Töchterl. ward gebohren am 6 Juny h. m. pomer: u. getauft
am 9ten dito. Päthe war Mar: Apollonia Leonhard Rüths
Gerichts Schultheißen Haußfraw.
1743TR2
18. Johann Georg, des J. Christophel Reichels v. Elisabe-
tha Söhnl. kam zur Welt am 31 Aug h. m. pomir: v.
ward getauft am 3 7bris [= September]. Tauf Path war Johann
Georg Bäher.

niederrheinbaum

Ich versuche mal, die Einträge in "heutigem Deutsch" auszudrücken. :D
1725R
1. + Johann Jacob Reichel, des Joh. Georg Reichels ge-
weßenen Gemeinsmanns allhier eheleibl. Sohn, juvenis, ward
mit + Gertraut, des Johann Eberhardt Schmitten Tochter, Jgfr. am
30 Jan: offentl: eingesegnet.
1725R (= Register, hier Heiratsregister):
Eintrag Nummer 1: Johann Jacob Reichel heiratet Gertraut Schmitten.
Der Jüngling/junge Mann Johann Jacob Reichel ist der ehelich geborene Sohn von Johann Georg Reichel, der früher Gemeinsmann war
(höhere Position in der Gemeinde).
Die Jungfrau Gertraut Schmitten ist die Tochter von Johann Eberhardt Schmitten.
Am 30. Januar 1725 wurden Johann Jacob Reichel und Gertraut Schmitten öffentlich (also vor der Gemeinde) getraut.
1727R
4. +Johann Michael Reichel juvenis, ward am 20 Febr.
mit Anna Margaretha, Jgrf [Jungfrau], nata Fischerin, des Hanß Jacob
Fischers hinterlassener Tochter, offentl: ehelich eingesegnet.
1727R (= Register, hier Heiratsregister):
Eintrag Nummer 4: Johann Michael Reichel heiratet Anna Margaretha Fischer.
Die Jungfrau Anna Margaretha Fischer (nata = geborene) ist die Tochter von Hanß Jacob Fischer, der zum Zeitpunkt der Heirat bereits verstorben war.
Daher wird Anna Margaretha als "hinterlassene Tochter" bezeichnet.
Der Jüngling Johann Michael Reichel und Anna Margaretha Fischer wurden am 20. Februar 1727 öffentlich (also vor der versammelten Gemeinde in der Kirche) getraut.
1729RR
2. Johann Peter Reichel, Schneider-gesell, __ Joh. Georg
Reichels filius legitimy, ward am 15 Febr mit
Apollonia, Jgfr, Johannes Glaßen geweßenen
Gemeinsmanns zu Eych am altrhein ehelicher
Tochter offentl: eingesegnet.
3. Christoph Reichel, juvenis, v: Musquetir beym allhie-
sigen Hof, des Joh: Georg Reichels geweßenen Ge-
meinsmanns allhier eheleibl. Sohn, wurde am 22 Febr
mit Elisabetha Jgfr, des Joh: Jac: Schwengels eheleibl. Tochter ehelich
eingesegnet.
1729R (siehe oben):
Eintrag Nummer 2: Johann Peter Reichel heiratet Apollonia Glaßen.
Der Schneidergeselle Johann Peter Reichel ist der legitime (also ehelich geborene) Sohn von Johann Georg Reichel.
Die Jungfrau Apollonia Glaßen ist die eheliche Tochter von Johann Glaßen, der früher Gemeinsmann (höhere Position im Ort, Gemeindevorsteher u.ä.) im Ort Eych am Altrhein war.
Johann Peter Reichel und Apollonia Glaßen werden am 15. Februar 1729 öffentlich (also vor der versammelten Gemeinde in der Kirche) getraut.
Eintrag Nummer 3: Christoph Reichel heiratet Elisabeth Schwengel.
Der Jüngling/junge Mann Christoph Reichel ist Musketier beim Hof (also am Hof des Fürsten) und der ehelich geborene Sohn von Johann Georg Reichel, der Gemeinsmann (siehe oben) gewesen war.
Die Jungfrau Elisabeth Schwengel ist die eheliche Tochter von Johann Jacob Schwengel.
Christoph Reichel und Elisabeth Schwengel wurden am 22. Februar 1729 getraut (siehe oben).
1730TR
27. Maria Gertraut, des Joh: Christoph Reichels,
Christl. ( Hfrstl. [Hochfürstlichen] ) musquetiers v: [= u. für und] Elisabetha Töchterlein na=
sciebat(ur) am 1. Xbris [= Dezembris] des Abends, v: empfing wegen
besorgter Schwachheit die Tauff so gleich in selbiger Nacht
um 12 im Hauß, Gö..( Päthin ).. war Maria Kertraut (Gertraut,),
des Jos. Jacob Reichels H. (Hß.Fraw. [Hausfrau]) Frau.
1730TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 27: Am 1. Dezember 1730 abends wurde Maria Gertraut geboren, als Tochter von Johann Christoph Reichel, Christlich Hochfürstlicher Musketier, und Elisabeth Reichel.
Da sie ein schwaches Kind war (ihr Gesundheitszustand war also besorgniserregend), wurde sie noch in der gleichen Nacht um 12 Uhr im Haus getauft (sogenannte Nottaufe).
Taufpatin war Maria Gertraut Reichel, die Ehefrau von Joseph Jacob Reichel.
1732TR
10. Anna Maria, des Johann Jacob Reichels vnd
Gertrauten Töchterl: nasciebat(ur) am 28. Jul: Abends
h:m:w. ward getaufft am 29 ten dito, matre selecta
mystica, Maria Walp des Ulrich Benders Haus-
frau als der Mutter Schwester.
1732TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 10: Am 28. Juli 1732 wurde abends Anna Maria geboren, als Tochter von Johann Jacob Reichel und seiner angetrauten Ehefrau.
Getauft wurde sie am 29. Juli 1732.
.... war Maria Walp, die Ehefrau von Ulrich Bender, zugleich die Schwester der Mutter von Anna Maria.
1737TR
4. Elias Joh: Peter Reichels Sohnl. nascebat(ur) den 4 Merz
dto. vesp(er)r: baptiz(atus) am 8ten dito, Gevatter war Elias Reyß,
dessen (weßen) Stell, wegen minderjährigkeit der Vatter vertrat.
1737TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 4: Am 4. März 1737 wurde Elias Johann geboren, als Sohn von Johann Peter Reichel.
Getauft wurde er am 8. März 1737.
Taufpate war Elias Reyß, der durch seinen Vater vertreten wurde, da Elias Reyß minderjährig war.
1737TR2
9. Elisabetha, des Michael Reichels v. Anna Margretha
Töchterl. nascieb:[atur] am 22 Apr. h. m. b. mat: baptiz:[atus] am 26
dito. Päthin war Elisabetha, des Conrad Fischers
Haußfraw.
1737TR2 (= Taufregister 2):
Eintrag Nummer 9: Am 22. April 1737 wurde Elisabeth geboren, also Tochter von Michael und Anna Margaretha Reichel.
Getauft wurde sie am 26. April 1737.
Taufpatin war Elisabeth Fischer, die Ehefrau von Conrad Fischer.
1738TRR
10. Anna Maria, des Joh: Christoph Reichels v. Elisabetha Töch-
erl: nascebat am 5ten Maji nachts hor med 2. baptizabat
am 6ten dito. Die Gevatterschaft übernahm Anna Maria
K__nerishe Wittib.
11. Anna Maria, Johann Peter Reichels v: Apollonia Töchterl:
nascebat am 23 Maji s: 3 pomer: v. ward am __ Pfingst-
fest (?) getauft. Päthin war Maria Elisabetha, Anthon Zerr (?)
Hßfraw mit ihrem minderjährigen Töchterl: A: Maria.
1738TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 10: Am 5. Mai 1738 um 2 Uhr nachts wurde Anna Maria geboren, als Tochter von Johann Christoph und Elisabeth Reichel.
Getauft wurde sie am 6. Mai 1738.
Taufpatin war die Witwe Anna Maria K_nerishe.
Eintrag Nummer 11: Am 23. Mai 1738 wurde Anna Maria geboren, als Tochter von Johann Peter und Apollonia Reichel.
Getauft wurde sie an Pfingsten.
Taufpatin war Maria Elisabeth Zerr, die Ehefrau von Anthon Zerr, mit ihrer Tochter Anna Maria, die noch minderjährig war.
1739TR
18. Elias, Johann Peter Reichels, undt Appoloina
Söhnl. ward zur Welt gebohren am 17 8bris [= Oktober] abends
undt getauft am 20 dito, Tauf-Path war
Elias Reiß, des Joh. Adam Reißen ältester Sohn,
Junggeselle.
1739TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 18: Elias, der Sohn von Johann Peter und Appolonia Reichel, wurde am 17. Oktober 1739 abends geboren.
Getauft wurde er am 20. Oktober 1739.
Taufpate war der Junggeselle Elias Reiß, der älteste Sohn von Johann Adam Reiß.
1741TR
+ 1 Maria Christiana des Christophel Reichels v.
Elisabetha Töchterl. nascieb:[atur] am 6 Jan. h. m. __ baptizabat
am 8ten Gevattern war Sophia Maria des Niclas __
Haußfrau und deren ältester Tochter Maria Christiana.
1741TR (= Taufregister):
Eintrag Nummer 1: Am 6. Januar 1741 wurde Maria Christiana geboren, als Tochter von Christophel und Elisabeth Reichel.
Getauft wurde sie am 8. Januar 1741.
Die Taufpaten waren Sophia Maria, die Ehefrau des Niclas ...., und deren älteste Tochter Maria Christiana.
1743TR
Maria Apollonia des Johann Peter Reichels v. Maria Apollonia
Töchterl. ward gebohren am 6 Juny h. m. pomer: u. getauft
am 9ten dito. Päthe war Mar: Apollonia Leonhard Rüths
Gerichts Schultheißen Haußfraw.
1743TR (= Taufregister):
Am 6. Juni 1743 wurde Maria Apollonia geboren, als Tochter von Johann Peter und Maria Appollonia Reichel.
Getauft wurde sie am 9. Juni 1743.
Taufpatin war Maria Apollonia Rüth, die Ehefrau des Gerichts-Schultheißen Leonhard Rüth.
1743TR2
18. Johann Georg, des J. Christophel Reichels v. Elisabe-
tha Söhnl. kam zur Welt am 31 Aug h. m. pomir: v.
ward getauft am 3 7bris [= September]. Tauf Path war Johann
Georg Bäher.
1743TR2 (= Taufregister 2):
Eintrag Nummer 18: Am 31. August 1743 wurde Johann Georg geboren, als Sohn von J. (wohl Johann) Christophel und Elisabeth Reichel.
Getauft wurde er am 3. September 1743.
Taufpate war Johann Georg Bäher.
Die genaue Bedeutung des hier verwendeten Ausdrucks "matre selecta mystica" muß ich noch nachsehen.
"Mater" heißt Mutter, "selecta" ausgewählt usw., "mystica" heißt geheimnisvoll....

Friedrich 16.02.2010 18:43

Spezereihändler
 
brougier

Habe aus dem Düsseldorfer Archiv Nachricht über einige Personen erhalten. Einer hiervon war "Spezereihändler".
Weiß jemand, was das ist?

Ursula

das war ein Gewürzhändler.

Karen

Konnte aber auch ein Gemischtwarenhändler sein.

Ursula

ich habe meine "Weisheit" aus dem Netz. Dort konnte ich nur finden, dass das Wort "Spezereien" aus dem Italienischen kommt und ein altes Wort für Gewürze ist.

Karen

das ist ja auch richtig :wink:, benutzt wurde es i.A. für den Gemischtwarenladen (der ja auch Gewürze verkauft)

oder
http://www.genealogie-bohrer.de/Fam_...benswelten.htm
(hier musst unter III. schauen)

Tünnes

also ich, als "Schmecklecker" denke, diese Spezereien , das sind diese
ganz besonderen leckeren Delikatessen, die es nicht überall gibt, sondern
nur bei dem Spezereienhändler meines Vertrauens.

Ursula

Wachslichter, Papier, Tabak und Nägel, das ist gut

Friedrich 16.02.2010 18:44

Berufsbezeichnung
 
Friedrich

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1900
Region, aus der der Begriff stammt: Missouri

US Census
was verbirgt sich hinter dem Begriff "Foreman Boiler Shop"? Ich fand ihn als Berufsbezeichnung.

Johannes v.W.

Würde ich übersetzen als: Vorarbeiter in einer Kessel-Werkstatt

Friedrich 16.02.2010 18:58

World War I Draft Registration Cards
 
Friedrich

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1917/1918
Region, aus der der Begriff stammt: USA
was ist konkret das, was da in der Überschrift genannt ist? Kann man das mit Militärpaß übersetzen?

Karen

das sind einzelne Karten, eine Registrierungskarte zur möglicherweise folgenden Einberufung. Das heißt, alle männlichen Personen, die zwischen 1872 und 1900 geboren wurden, wurden jeweils auf so eine Karte erfasst.
Erfasst wurden der Name, Adresse, Geburtsdatum, nächste Verwandte, Größe und Gewicht.
Aber nicht jeder, der erfasst wurde wurde dann auch tatsächlich in den Krieg geschickt.

Friedrich 16.02.2010 19:08

Latein. Kirchenbucheintrag
 
Hintiberi

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1747, 1750
Region, aus der der Begriff stammt: Westfalen, fast Sauerland
Wieder einmal bin ich über gar unverständliche Einträge im Kirchenbuch gestolpert, die ich zu übersetzen mich nicht in der Lage zu sehen scheine... oder so.
Ihr könnt mir sicher wieder mal helfen; es bedarf lediglich einer Übersetzung des fettgeschriebenen Teils, wobei dies beim 2. Eintrag auf den ganzen Eintrag zutrifft! ;)
(Bei den Fragezeichen war ich mir nicht sicher, ob das vorangehende Wort von mir richtig gelesen wurde)

1.)
1750, 14. Juni
Matrimonio juncti sunt Georgius Schulte viduus et Anna Catharina Riecksmeyer ex Langeneicke, parochia Störmedensis. testibus Balthasar Schulte et suit(?) Joist.
Hi neo desponsati juxta Decritum(?) Seremissimi praestiterunt primi Paderborna pro domo correctionis praescriptum.
Ebemotinam 12 gr.
2.)
1747, 15. Octobris
circa vesperim imperatis Claudestinis dimissus á Pastore Störmedensi R.D. Weyer Matrimonio juncti sunt Joes Henricus Griese oriundus ex Langeneicke et Eva Blomenröhr qui sponses inattentis á se ipso petitis Claudastrinis ac Dimissorialibus re ritire(?) a sponsalibus legitime contractis proterve voluit, ut ex propterea Bona(?) sua ab officialatu Werlensi constricta modo fuerint, dum autem ad molam Burensen pro molendis.
3.)
1747, 9. Februar
in sacetto Eickhofferano visâ Dispensatione in proclamationibus Matrimonio juncti sunt Augustinus Everhardus Schulte et Gertrudis Vannahme filia pradii Bories in Barckhaußen obiit hoc nupta in Barckhausen 21ma Oct. 1754, R.I.P.

wiehopf

ich versuche mal den ersten Teil zu übersetzen. Im Text habe ich kleinere Anpassungen vorgenommen, weiß aber nicht, ob diese sich in dem Originaltext auch so erkennen lassen oder völlig auszuschließen sind. Also bitte nocheinmal überprüfen:
Matrimonio juncti sunt Georgius Schulte viduus et Anna Catharina Riecksmeyer ex Langeneicke, parochia Störmedensis. testibus Balthasar Schulte et Joh. (?) Joist.
Hinc desponsati juxta Decretum Serenissimi praestiterunt primi Paderborna pro domo correctionis praescriptum.
Ebemotinam 12 gr.
Wörtlich:
Durch eine Ehe wurden verbunden der Witwer Georg Schulte und Anna Catharina Riecksmeyer aus Langeneicke, aus der Störmed´schen Herberge mit den Zeugen Balthasar Schulte und (???Vorname???) Joist. Bis zu diesem Punkt verlobt (geringfügig falsche Grammatik!) verbunden einen entschiedenen/ Grundsatz/ einen Beschluß des ersten/ des Vorstehers des sehr heiteren (= unbewölkt!) Himmels sie haben erfüllt in (ggf. aus) Paderborn für das Haus (vmtl. für den Dom in Paderborn) eine Vorschrift (bzw.: decretum…..praesriptum = eine beschlossene Vorschrift) der Zurechtweisung ein Bußgeld (so glaube ich zumindest war das zu übersetzen) 12 Groschen.
Übersetzung:
Durch eine Ehe wurden verbunden der Witwer Georg Schulte und Anna Catharina Riecksmeyer aus Langeneicke, (Wirt und Wirtin der Herberge „Störmede“) Mitglieder der Kirchengemeinde Störmede (vgl. Teil 2), Trauzeugen Balthasar Schulte und Joh. Joist, Weil bisher als Verlobte in wilder Ehe verbunden haben sie eine beschlossene Bußgeldvorschrift des Allerhöchsten erfüllt und für den Dom in Paderborn ein Bußgeld von 12 Groschen gezahlt.

Teil 2 ist knackig:
vorweg ein paar Anmerkungen:
- Störmed ist offenbar das zugehörige Kirchspiel --> vgl. Teil 1
- einige Worte im Text habe ich wieder etwas angepasst, bitte im Original ermitteln, ob das so möglich ist oder evtl. ganz auszuschliessen ist
sponses nicht zuordenbar: Lesung "sponsis"
officialatu nicht zuordenbar: Lesung "officia latu"
molendis nicht zuordenbar: Lesung "mollendis"
ritire nicht zuordenbar: Lesung "retire"
Der Text lautet dann:
1747, 15. Octobris
circa vesperim imperatis Claudestinis dimissus á Pastore Störmedensi R.D. Weyer Matrimonio juncti sunt Joes Henricus Griese oriundus ex Langeneicke et Eva Blomenröhr qui sponsIs inattentis á se ipso petitis Claudastrinis ac Dimissorialibus re retire a sponsalibus legitime contractis proterve voluit, ut ex propterea Bona sua ab officia latu Werlensi constricta modo fuerint, dum autem ad molam Burensen pro mollendis.
Hier meine Übersetzung
1747. am 15. Tag des Oktobers
Nachdem gegen Abend aufgrund der Claudestinischen {A} Anweisungen R. D. Weyer von dem Pastor in Störmede {B} entsandt worden war, wurden in der Ehe vereint Johannes Heinrich Griese aus Langeneicke stammend und Eva Blomenröhr, die heimlich Verlobung gehalten hatten. Ohne Auftrag {C} durch die Claudestinischen {A} Bitten und Entlastungen hat R. D. Weyer gewollt in der Sache widerzuklingen {D}, aus Sicht der Verlobten rechtmäßig, aus Sicht der Verträge dreist, so dass deswegen die Ehepartner von jetzt ab ihrem eigenen Gut und der Pflichterfüllung seitens Werl verpflichtet sein werden, während sie aber zur Besänftigung auf die Mühle in Buren verpflichtet sein werden.
Anmerkungen Text:
{A} Claudestinis bzw. Claudastrinis: nicht zuordenbar. ( claudere: schwach sein, gelähmt sein, schlecht bestellt sein ????) TRANSKRIPTION?????
{B} so oder so ähnlich heißt der Sitz des Kirchspiels, eigentlich als Störmedensus = „… der Einwohner von Störmede“
{C} a se ipso = von sich selbst aus
{D} ritire nicht zuordenbar: Lesung retire = widerklingen

Friedrich

also nur am Rande: Es ist der Ort Störmede!

wiehopf

Auch zum dritten Text gibt es einige Anpassungen, die am Original überprüft werden müssen! Offenbar ist der dritte Text aus dem Jahr 1747 im Jahr 1754 ergänzt worden. Aus dem Originaltext läßt sich ggf. entnehmen, ob diese Ergänzung bei "in Barckhaußen" oder bei "obiit" beginnt - mit jeweils etwas verändertem Sinn.
Den Text habe ich wie folgt geringfügig angepasst:
1747, 9. Februar
in sacello Eickhofferano visâ Dispensatione in proclamationibus Matrimonio juncti sunt Augustinus Everhardus Schulte et Gertrudis Vannahme filia pradii Bories in Barckhaußen [Nachtrag 1754] obiit hoc nupta in Barckhausen 21ma Oct. 1754, R.I.P.
Übersetzung
1747, 9. Februar
In der Kapelle von Eickhoffen {oder wie immer der Ort heißt} wurde beim Abendmahl in der Ehe vereint August Everhard Schulte und Gertrud Vannahme die Tochter des XXX in Barckhausen (Nachtrag 1754)er/sie ist gestorben in dieser Nacht in Barckhausen DATUM ruhe in Frieden
Anmerkungen:
pradii und Bories können nicht zugeordnet werden, ebenso das Kürzel ma hinter der Datumsangabe. Der Nachtrag bezieht sich auf eine einzelne Person unbekannten Geschlechts, vermutlich den Vater der Ehefrau.

Hintiberi

"Störmed'sche Herberge" ist schön! :)
Der Ort Langeneicke gehört zur Pfarrei Störmede, ich denke, daß das damit gemeint ist.
Ein Vorname stand bei dem Joist nicht, möglicherweise ist aber auch Joist der Vorname (Kurzform von Jodocus), und der Nachname fehlt.

Hat also der Pfarrer Weyer von sich selbst aus die beiden in wilder Ehe lebenden Personen getraut, ohne die dafür notwendige Erlaubnis der "Claudestinischen" (was auch immer) einzuholen?!
Das könnte Sinn ergeben, der Seelsorger muß sich mit seinen Chefs öfter mal in der Wolle gehabt haben...

wiehopf

Der Hinweis zu dem Pastor mit Namen Weyer läßt meine Übersetzung an ein paar Stellen wanken. Ich war von einem Abgesandten (im Nominativ) von dem Pastor (Abl.) ausgegeangen und hatte beispieslweise das "eo ipso" auf ihn bezogen. Wenn der Pastor aber nun Weyer heißt, geht das irgendwie nicht, da muß ich nochmal drüberschaun

wiehopf

Hallo - hier nochmal drei ergänzende Anmerkungen:
1) “… testibus Balthasar Schulte et suit(?) Joist.“: Könnte das schwer lesbare Wort „suit“ ggf. „filio“ heißen?
Ansonsten vielleicht: patre, matre, avo, avia, filio, filia, nepote, nepte, fratre, sorore, amita, socero, socrui, genere, nurui, levire, glore, sororio, fratria. Das wären alles Verwandtschaftsgrade
2) „Ebemotinam“: Hier im Forum habe ich das Wort schon einmal gesehen, es war dort die Frage aufgetaucht, ob das irgendetwas mit ebenum=Ebenholz zu tun habe, und jemand wusste, dass es sich um ein Bußgeld handelte. Aber ich finde diesen Eintrag nicht mehr (schade), obwohl ich mich recht genau erinnere und es hier auch einwandfrei passt ( „correctionis praesriptum“).
3) „Hi neo desponsati juxta….“: Lesung „Hinc desponsati juxta…“ das „juxta = dicht dabei, nahe bei“ gibt sogleich den Grund für die Bußgeldzahlung an - ich habe es mal frei mit einer wilden Ehe übersetzt.
Die Übersetzung:
Durch eine Ehe wurden verbunden der Witwer Georg Schulte und Anna Catharina Riecksmeyer aus Langeneicke im Kirchspiel von Störmede, Trauzeugen Balthasar Schulte und (sein Sohn?) Joist, Weil bisher als Verlobte in wilder Ehe verbunden haben sie eine beschlossene Bußgeldvorschrift des Allerhöchsten erfüllt und für den Dom in Paderborn ein Bußgeld von 12 Groschen gezahlt.
Mit pradii und Bories kann ich leider auch (noch) nichts anfangen, "ma" hinter dem Datum bezieht sich vermutlich auf das nicht ausgeschriebene "prima" (1), also "duodecima prima" (so ähnlich müßte doch 21 auf Latein heißen); also so wie im Deutschen "der 2.te, 3.te, 4.te".

Übersetzung
1747. am 15. Tag des Oktobers
Gegen Abend wurde aufgrund von Anweisungen des Fürstbischofs Clemens August {1} folgendes veranlasst: von dem Pastor in Störmede R. D. Weyer wurden in der Ehe vereint Johannes Heinrich Griese, aus Langeneicke stammend, und Eva Blomenröhr, die heimlich Verlobung gehalten hatten. Ohne Auftrag {2} und nur durch die Bitten des Fürstbischofs Clemens August {1} und die Entlastungen hat man in der Sache widerzuklingen {2} gewollt, aus Sicht der Verlobten rechtmäßig, aus Sicht der Verträge dreist, so dass deswegen die Ehepartner von jetzt ab ihrem eigenen Gut (=Vermögen, Besitzungen) und der Pflichterfüllung seitens Werl verpflichtet sein werden, während sie aber zur Besänftigung auf die Mühle in Buren verpflichtet sein werden.

Anmerkungen
{1} Der Fürstbischof in Paderborn zu dieser Zeit heißt „Clemens August I. von Bayern“
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_d..._von_Paderborn
(Claudestinis ist dann vielleicht ein Wort für alle Erlasse des Clemens August? - ich habe das mal so angenommen)
{2} „…dimussus …. s se ipso ….. retire…..voluit“: die Entsendung aufgrund höheren Befehls beinhaltete offenbar keinen neuen Standpunkt, sondern ließ „aus sich selbst“ (also ohne eine eigentliche Legitimation) widerklingen, was der Schreiber als „contractis proterve = aufgrund der Vertragslage dreist“ bezeichnet.
Insgesamt sieht mir das ganze nach folgender Situation aus: Der Fürstbischof liegt wegen irgendeiner Sache im Streit mit den Herren von Büren (im Internet steht, dass das wohl gelegentlich vorkam zwischen dem Fürstbischof von Paderborn und den Herren von Büren), Pastor Weyer kennt den Vorgang offenbar und steht inhaltlich nicht auf der Seite des Fürstbischofs, zumindest weiß er von irgendwelchen Abmachungen/ Verträgen. Dem Fürstbischof ist Pastor Weyer unterstellt und der Fürstbischof befiehlt dem Pastor daher eine Trauung zu vollziehen. Dieser Trauung geht eine angeblich heimliche Verlobung voraus (man kann vermuten: der Pastor glaubt nicht an eine Verlobung weil heimlich vollzogen) und sie hat offenbar irgendwelche Konsequenzen bzgl. der (Dienst?)-verpflichtungen der Eheleute. Das Ehepaar scheint in dieser Auseinandersetzung inhaltlich auf der Seite des Fürstbischofs zu stehen (für den Schreiber nachvollziehbar), der Schreiber bezeichnet es aber als "dreist", die bisher getroffenen Vereinbarungen zu ignorieren.
Was auch immer da los war, vermutlich hat der Fürstbischof rasch gehandelt (darum die vorgeblich heimliche Verlobung) um seinen Machtbereich auszuweiten. Kann es sein dass die beiden Ehepartner als Ledige verschiedenen Herren unterstellt waren und nach der Heirat "fast nur noch" dem Paderborner Fürstbischof, wodurch die Herren von Büren eine "Leibeigene" verloren bzw. eine Dienstverpflichtete/ Steuerzahlerin?
Übrigens: im zweiten Text steht von wilder Ehe erst mal nichts, das war im ersten Text von mir so übersetzt ("juxta") - das war doch ein anderes Paar mit der Strafabgabe von 12 Groschen, oder?

Friedrich 16.02.2010 19:10

Begriffserklärung erbeten
 
Fiehn

kann mir jemand erklären, was Alteltern, Altgroßeltern usw. sind?
Ich habe diese Begriffe zum ersten Mal in diesem Forum gelesen und kann damit nichts anfangen.

Marlies

http://www.ulf-neundorfer.de/v-bez.html
(nach unten scrollen)

Fiehn

Wenn ich es richtig gelesen habe, sind Alteltern meine Ururgroßeltern. Altgroßeltern sind dann deren Eltern usw, ist das richtig?

Marlies

Ja, Melanie, das ist richtig

Friedrich 16.02.2010 19:14

Übersetzungshilfe Latein
 
Konni

ich brauche bitte Eure Hilfe. In einem Familienbuch aus der Oberpfalz habe ich folgenden
Eintrag gefunden:
... Bürger und Eisenhändler (mercatoris Armorum / Instrumentorum ferreor. Venditoris / ferri mercatoris).

Svenja

Ich würde sagen "mercatoris Armorum" bedeutet "Waffenhändler"
und Instrumentorum ferreor könnte ein Werkzeug-Schmied sein.
Ferri mercator bedeutet Eisenhändler.

wiehopf

was haltet Ihr von:
1.: mercatoris armorum = des Händlers der Waffen/ des Werkzeugs = des Waffen(bzw. auch Werkzeug-)händlers (vmtl. Schwert, Messer, Spitzhacke, Beil, Spaten.....)
2.: instrumentorum ferreor(.)[um] venditoris = des Verkäufers der eisernen Werkzeuge/ Gerätschaften = des Eisenwarenhändlers (vmtl. Nägel, .....)
3.: ferri mercatoris = des Händlers des Eisens = des Eisenhändlers (vmtl. alles was aus Eisen ist...)

Friedrich 16.02.2010 19:18

latein
 
anika123

wie lautet die übersetzung des textes aus einem niederländischen kirchenbuchs
contraxerunt matrimonium coram me joanne gerado niessing menestro et pastore in facie exclesiv et testilus mai 1746
anika

Friedrich

contraxerunt matrimonium coram me joanne gerado niessing menestro et pastore in facie exclesiv et testilus mai 1746.
Ich denke, daß es ministro, ecclesia und testibus heißen sollte.
Dann: . . . schlossen die Ehe (da müssen vorher die Namen der Brautleute gestanden haben) in meiner Gegenwart Johannes Gerhard Niessing Diener und Hirte im Angesicht der Kirche und der Zeugen im Mai 1746.
Das ist jetzt natürlich nur die sinngemäße Übersetzung. Wenn das ich in der Satzstellung des Originals gemacht hätte, würde es sich furchtbar "anhören"! :wink:

anika123

ich habe den text aus einem holländischen kirchenbuch,der text war von latein ins holländische übersetzt,das konnte ich aber auch nicht richtig lesen.also war johann niessing der pastor der die eheleute traute?

wiehopf

Deine Übersetzung finde ich OK, ecclesia würde ich hier allerdings als "Gottesdienst" übersetzen --> ".....im Angesicht des Gottesdienstes = während des Gottesdienstes....")

MartinM

Es heißt wohl so etwas wie "vor der Gemeinde", nicht "während des Gottesdienstes".

wiehopf

ich denke wir meinen nicht nur das gleiche, sondern genau dasselbe: die Ehe wurde "im Angesicht der Volksversammlung", das ist also vor der Gemeinde also in einem öffentlichen Gottesdienst geschlossen (das kann natürlich genau wie heutzutage vielfach auch ein besonders terminierter Traugottesdienst sein).

Friedrich 16.02.2010 19:26

Khedive
 
Tünnes

habe gesucht aber keine wirkliche Antwort gefunden.Es handelt
sich vermutlich um einen (Ägyptischen) Titel ??? Und bedeutet was ?

AlAvo

Laut Wiki ist Khedive (persisch, osmanisch) (türkisch: Hıdiv) und der Titel der osmanischen Vizekönige von Ägypten. Ein Khedive stand im Rang noch über dem des Feldmarschalls, an dritter Stelle des Protokolls für Staatsbedienstete nach dem Sadrazam und dem Scheichülislam stehend

Friedrich 16.02.2010 19:34

Kirchenbucheintrag
 
gerhard.lang

Jahr, aus dem der Begriff stammt:1689
Region, aus der der Begriff stammt:Odenwald
Wir sind hier auf lateinische Eintragungen in einem Kirchenbuch gestoßen, die wir trotz lateinischer Übersetzunghilfen nicht verstehen. Kann uns vielleicht jemand sagen, was folgendes bedeuten könnte:
"Vir hugularis, Einfucata fietatis"
Dies stand in einem Kirchenbuch von 1689 bezüglich der Beerdigung eines unserer Vorfahren.

Preussin

ich kann's nicht deuten - bist Du Dir sicher, daß alle Worte genau so heißen..? Wenn Du ein Bild von dem Eintrag hättest, wäre das wahrscheinlich hilfreich.

gerhard.lang

Leider habe ich nicht das Original und muss mich hier auf die Aufschreibungen des Archivars verlassen. Vielleicht gibt es auch Übertragungsfehler!?
Möglicherweise hatte auch der Pfarrer, der diese Notizen aufschrieb, keine besonders ausgeprägten Lateinkennnisse.
Ich gehe mal davon aus, dass er mit "Vir" den "Mann" meinte und eine (evtl.) Charakterbeschreibung vermerken wollte. Oder hatte er "Vir" als "Virus" abgekürzt ?? und wollte eine Erkrankung oder Todesursache festschreiben??
Leider habe ich keine Ahnung - ich sollte vielleicht wirklich mal versuchen, an den ORiginaltext heranzukommen.

Josef Gassenhuber

Vir hugularis - Wörter trennen:
Vir =
1. a) Mann b) reifer Mann c) Ehemann - Liebhaber
2. rechter Mann - Held
3. Gemeiner Soldat - Mannschaft, Fußvolk.
hu ?
gula (ris) = Speiseröhre, Schlund.
? Der Mann hatte eine Speiseröhren-Erkrankung ?
Einfucata fietatis ?

Einfucata fietatis
Vorausgesetzt, die Wörter sind nicht richtig geschrieben!
Ein - ?
fucata - fuga :
1. Flucht, Gelegenheit zur Flucht.
2. Freiwillige Verbannnung, Exil usw.
3. Schnelligkeit, Eile
4. Scheu vor ........
fugio:
fliehen usw.
Eine barmherzige Umschreibung eines erwarteten und (oder) gewollten Todes.

Nachtrag zu meinen ersten Beitrag "Vir hugularis":
hu - eine Abkürzung für "humanus" - hu-gula-ris - menschliche - Speiseröhren - erkrankung ?

Preussin

Das finde ich jetzt doch ein bißchen weit hergeholt...

wiehopf

Ich stimme meiner Vorrednerin da voll und ganz zu!
Oder auch unter uns Pastorentöchtern:
eheu fugaces, postume postume..... (aus dem Heu Flüchtlinge, hintenrum, hintenrum.......)
http://www.gottwein.de/Lat/hor/horc214.php

Schlumpf

ich vermute herrliche Lesefehler.
vir honorabilis, enfitiotae infulatus (könnte auch sein?)
"Ehrenwerter Mann, des Erbpächters würdig" ??

Friedrich 16.02.2010 19:37

jun. pontificius
 
Friedrich

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1726
Region, aus der der Begriff stammt: Oldenburg

Im Kirchenbuch Zetel in Oldenburg findet sich 1726 ein Heiratseintrag eines Christopher Kitzinger jun. pontificius mit Alma, der Witwe des . . . Luers.
1. Heißt das, daß pontificius in diesem Fall (wir sind in evangelischem Gebiet) päpstlich, d.h. katholisch bedeutet?
2. Auch wenn's manchem blöd vorkommen sollte: Kann das jun. statt Junior auch etwas anderes bedeuten, das sich auf den Begriff pontificius bezieht?

niederrheinbaum

"Pontificius" kann "oberpriesterlich" oder "Anhänger des Papstes" bedeuten.
Also hast Du ganz recht, Christopher Kitzinger war katholisch. :D
"Jun." in Zusammenhang mit "pontificius" ist mir nicht bekannt. Ich würde es daher als "junior" übersetzen.

wiehopf

Hallo - ggf. ist die Abkürzung "iun." hier zu ergänzen zu "iunctus" = "verbunden", was die Übersetzung als "Anhänger des Papstes" untermauert.

Friedrich

Das wäre natürlich zur Formulierung pontificius passend. Also bis dahin ein Hundertprozentiger?

Schlumpf

wie ich die Sache sehe:
Der Bräutigam hieß Christoph Kritzinger, iun.
(also hieß sein Vater auch Christoph Kritzinger)
pontificius = in alten KB tatsächlich: katholisch
oder päpstlich.

Friedrich

also das mit dem päpstlich/katholisch dürfte nach dem, was hier so geschrieben wurde, wohl außer Zweifel stehen. Mit dem jun. rätseln wir noch.

wiehopf

Ja selbstverständlich ist diese Interpretation völlig zulässig! Ich persönlich würde als Abkürzung für iunior "iun." und für iunctus vielleicht eher "iunc." oder vielleicht auch "ict." erwarten. Eine eindeutige Lösung sollte sich erst ergeben, wenn sich der Name des Vaters ermitteln läßt. Ist der wie hier beschrieben exakt gleich --> iunior, falls er aber abweicht --> iunctus
FAZIT: weiterforschen!

Friedrich

wird gemacht!

Friedrich 16.02.2010 19:38

Patronatsrecht
 
Andreas Dick

bei meinen Forschungen stieß ich in den Kirchenbüchern bereits das eine oder anderer Mal auf den Begriff des Patronatsrechts für eine Kirche. Was bedeutet das: "Herr xyz besitzt das Patronatsrecht für diese Kirche"? Speziell fiel mir das im Sudetenland in den älteren Büchern auf (17./18. Jahrhundert). Leider weiß ich jetzt nicht mehr genau, welche(s) Kirchspiel(e).

Marlies

http://www.historisches-lexikon-baye.../artikel_44928
http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenpatronat


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